Religion was sie ist. Inspiration von Religion unabtrennbar -- sie giebt
den Philosophen interessierende Weltanschauungen. Religion eine
praktische Angelegenheit, hat bestimmte theoretische Voraussetzungen.
Diese sind nicht darum wahr, weil sie sich bewähren: a) Ausprobieren
unmöglich, b) Wirkungen auch rein psychologisch bei falschen
Voraussetzungen möglich. Religion nicht bloss Sache des Gefühls. Das
intellektuelle Element der Religion, richtig verstanden, nicht bloss
Voraussetzung der Religion sondern ihr Wesen, sofern dieses in ihrer
Wahrheit besteht. Die Wahrheit an sich das höchste Gut. Darum Gott die
Wahrheit. _Für uns_ ist Sittlichkeit ein höheres Gut. Fides quaerens
intellectum. Notitia, fiducia, assensus. Der Inspirierte kann davon eine
Einsicht gewinnen, dass er eine Inspiration empfangen hat. Die
Verkündigung der Inspiration als von Gott stammend -- Offenbarung.
Mittelbare äussere Einsicht in die Wahrheit der Offenbarung vermittelt
durch die Einsicht, dass der Verkündende die Wahrheit weiss und sagen
will. Massgebend und entscheidend hierfür die sittliche und religiöse
Beschaffenheit des Verkündigers. Äussere Einsicht vom religiösen
Gesichtspunkte aus der inneren vorzuziehen.