Prothoe.
Liegst du an meinem treuen Busen nicht?
Welch ein Geschick auch über dich verhängt sei,
Wir tragen es, wir beide: fasse dich.
Penthesilea.
Ich war so ruhig, Prothoe, wie das Meer,
Das in der Bucht des Felsen liegt; nicht ein
Gefühl, das sich in Wellen mir erhob.
Dies Wort: sei ruhig! jagt mich plötzlich jetzt,
Wie Wind die offnen Weltgewässer, auf.
Was ist es denn, das Ruh' hier nöthig macht?
Ihr steht so seltsam um mich, so verstört--
Und sendet Blicke, bei den ew'gen Göttern,
In meinen Rücken hin, als stünd ein Unhold,
Mit wildem Antlitz dräuend, hinter mir.
--Du hörst's, es war ja nur ein Traum, es ist nicht
Wie! Oder ist es? Ist's? Wär's wirklich? Rede!--
--Wo ist denn Meroe? Megaris?
(sie sieht sich um und erblickt den Achilles).
Entsetzlich!
Da steht der Fürchterliche hinter mir.
Jetzt meine freie Hand--
(sie zieht den Dolch)
Prothoe. Unglückliche!
Penthesilea.
O die Nichtswürdige, sie wehret mir--
Prothoe.
Achilles! Rette sie.
Penthesilea. O Rasende!
Er soll den Fuß auf meinen Nacken setzen.
Prothoe.
Den Fuß, Wahnsinnige--