* 31 Arastrando la Picagua*. Von diesem Wort _arastrar_ aus dem Boden
ziehen, kommt der spanische Ausdruck: _Arastradero_, Trageplatz,
Portage.
_ 32 Nat. Quaest._ IV. c. 2.
33 Der *Chellal* zwischen Philä und Syene hat zehn Staffeln, die
zusammen einen 5 bis 7 Fuß hohen Fall bilden, je nach dem tiefen
oder hohen Wasserstand des Nil. Der Fall ist 500 Toisen lang.
34 Auszunehmen ist STRABO, dessen Beschreibung eben so einfach als
genau erscheint. Nach ihm hätte seit dem ersten Jahrhundert vor
unserer Zeitrechnung die Schnelligkeit des Wassersturzes abgenommen
und seine Richtung sich verändert. Damals ging man den Chellal auf
beiden Seiten hinauf, gegenwärtig ist nur auf Einer Seite eine
Wasserstraße; der Katarakt ist also eher schwerer befahrbar
geworden.
35 Hatten wohl die Alten eine dunkle Kunde von den großen Katarakten
des östlichen oder blauen Nil zwischen Fazuclo und Alata, die über
200 Fuß hoch sind?
_ 36 Claustra imperii romani_ sagt TACITUS. Im Namen der Insel *Philä*
findet man das coptische Wort _phe-lakh_, Ende (Ende Egyptens)
wieder.
37 Ich bemerke bei dieser Gelegenheit, daß, so mangelhaft noch die
Physik der Alten war, die Werke des Philosophen von Stagira ungleich
mehr scharfsinnige Beobachtungen enthalten, als die der andern
Philosophen. Vergeblich sucht man bei ARISTOXENES (_Liber de
musica_), bei THEOPHYLACTUS SIMOCATTA (_de quaestionibus physicis_),
im fünften Buche von SENECAs _quaestiones naturales_ eine Erklärung
der Verstärkung des Schalls bei Nacht. Ein in den Schriften der
Alten sehr bewanderter Mann, Hr. Laurencit, hat mir eine Stelle des
PLUTARCH mitgetheilt (_Tischgespräche_, Buch VIII. Frage 3), welche
die angeführte des Aristoteles unterstützt. -- Boethus, der erste
der Disputirenden, behauptet, die Kälte bei Nacht ziehe die Luft
zusammen und verdichte sie, und man höre den Schall bei Tag nicht so
gut, weil dann weniger Zwischenräume zwischen den Atomen seyen. Der
zweite der Disputirenden, Ammonius, verwirft die leeren Räume, wie
Boethus sie voraussetzt, und nimmt mit Anaxagoras an, die Luft werde
von der Sonne in eine zitternde und schwankende Bewegung versetzt;
man höre bei Tag schlecht wegen der Staubtheile, die im Sonnenschein
herumtreiben und die ein gewisses Zischen und Geräusch verursachen;
des Nachts aber höre diese Bewegung auf und folglich auch das damit
verbundene Geräusch. Boethus versichert, daß er keineswegs
Anaxagoras meistern wolle, meint aber, das Zischen der kleinsten
Theile müsse man wohl aufgeben, die zitternde Bewegung und das
Herumtreiben derselben im Sonnenschein sey schon hinreichend. Die
Luft macht den Körper und die Substanz der Stimme aus; ist sie also
ruhig und beständig, so läßt sie auch die Theile und Schwingungen
des Schalls gerade, ungetheilt und ohne Hinderniß fortgehen und
befördert deren Verbreitung. Windstille ist dem Schalle günstig,
Erschütterung der Luft aber zuwider. Die Bewegung in der Luft
verhindert, daß von einer Stimme artikulirte und ausgebildete Töne
zu den Ohren gelangen, ob sie gleich immer von einer starken und
vielfachen ihnen etwas zuzuführen pflegt. Die Sonne, dieser große
und mächtige Beherrscher des Himmels, bringt auch die kleinsten
Theile der Luft in Bewegung, und sobald er sich zeigt, erregt und
belebt er alle Wesen. -- (Auszug aus Kaltwassers Uebersetzung;
Humboldt hat die alte französische Uebersetzung des Amyot
ausgezogen. Anm. des Herausgebers).
38 CORTES behauptet, er habe am Magdalenenfluß einen Eber mit
gekrümmten Hauern und Längsstreifen auf dem Rücken geschossen.
Sollte es dort verwilderte europäische Schweine gehen?