am 7. die Pyanepsien, nach den gekochten Bohnen benannt, deren
Erstlingsfrüchte Apollo dargebracht wurden;
(?) die _Oschophorien_, als Dankfest für die Wein- und Olivenernte
dem Dionysos und der Athena gefeiert; an der Spitze des Festzuges
gingen zwei Knaben in langem Chiton mit Weinreben (Oschoi) in den
Händen;
am 8. das _Theseusfest_;
am 9.–13. die _Thesmophorien_, nur von Frauen unter mancherlei
ausgelassenen Scherzen der Demeter und Persephone zu Ehren gefeiert;
am 19.–21. (?) die _Apaturien_, drei Tage lang von den Phratrien
begangen; an ihnen wurden die seit dem letzten Apaturienfeste
geborenen Kinder in die Phratrie des Vaters eingeführt (vgl. § 32);
am 30. das _Schmiedefest_ (Chalkeia) des Hephäst und der Athena.
V. _Maimakterion_ (Nov.): in dieser stürmischen Jahreszeit, in der kein
größeres Fest stattfand, suchte man den zürnenden Zeus (_μαιμάκτης_) durch
Gebet und Opfer zu versöhnen.
VI. _Poseideon_ (Dez.): das _Tennenfest_ (_Ἁλῷα_), der Demeter, Kore und
dem Dionysos, und _die ländlichen Dionysien_ (_Διονύσια τὰ κατ’ ἀγρούς_),
dem Dionysos zu Ehren in den einzelnen Demen, namentlich von der
Landbevölkerung, als ländliche „Kirchweihen“ unter mancherlei Scherzen und
Neckereien begangen. An dem letzteren Feste wurden, nach der Überlieferung
zuerst in dem Demos Ikaria, später namentlich im Peiraieus, dramatische
Aufführungen veranstaltet.
VII. _Gamelion_ d. h. Ehemonat (Jan.): an den _Gamelien_ brachte man den
Ehegöttern Opfer dar; an den _Lenaien_, dem Kelterfest (von _ληνός_
Kelter), wurden vom Staate mit großem Aufwand Bühnenspiele aufgeführt
(vgl. § 54).
VIII. _Anthesterion_ (Febr.): 11.–13. die _Anthesterien_. Am ersten Tage
der „_Faßöffnung_“ (_Πιθοιγία_), füllte man den ausgegorenen Wein aus den
Fässern in Amphoren ab. Der folgende „_Kannentag_“ (_Χόες_) brachte ein
großes Trinkgelage mit Wetttrinken aus Kannen auf ein Trompetensignal. An
ihm fand auch die symbolische Vermählung der Basilissa, der Gattin des
Archon Basileus, als Vertreterin des Landes, mit Dionysos statt. Der
dritte Tag, das „_Topffest_“ (_Χύτροι_), war den Unterirdischen geweiht;
in Töpfen stellte man gekochte Früchte und Sämereien dem Seelengeleiter
Hermes und den Toten auf.
An den Anthesterien, dem Hauptfeste aller Seelen, glaubte man, kämen die
Toten ins Reich der Lebendigen herauf, und man bewirtete deshalb die
umherschwärmenden Seelen der Angehörigen; am Ende des Festes trieb man sie
wieder aus den Wohnungen aus mit dem Rufe: Hinaus, ihr Keren (alter Name
für Seelen), die Anthesterien sind zu Ende (_θύραζε Κῆρες, οὐκ ἔτ’
Ἀνθεστήρια_).
(?) Die _kleinen Mysterien bei Agrai_ s. § 52.
(?) Die _Diasien_, ein Sühnefest für Zeus Meilichios.
IX. _Elaphebolion_ (März): an den _Elaphebolien_, dem Hirschjagdfest,
wurde der Artemis Backwerk in Form von Hirschen geopfert;
am 9./14. die _großen_ oder _städtischen Dionysien_ (_Δ. τὰ μεγάλα,
τὰ ἐν ἄστει_), das glänzendste athenische Fest nach den Panathenäen.
Im Festzug (_πομπή_) wurde das Bild des Dionysos von den Epheben in
die Akademie und von da in die Orchestra des Dionysostheaters
gebracht. Es folgten Wettkämpfe von Knaben- und Männerchören im
Vortrag von Dithyramben. Den Glanzpunkt bildeten die dreitägigen
großen dramatischen Aufführungen (s. § 54). Ein Nachfest bildeten
die Pandia.