Die Schmucksammlung des Germanischen Museums enthält eine nicht ganz
unbeträchtliche Anzahl von Stücken, die man im engeren oder weiteren
Sinne als Anhänger bezeichnen kann, und deren Besprechung insofern
vielleicht einem freundlichen Interesse begegnen dürfte, als wenig von
diesen Stücken erhalten und wenn erhalten, wenig bekannt ist.
Die Art, sie zu tragen, wird verschieden gewesen sein; als Hutagraffen,
an die Kleider angenäht, an Halsketten, endlich und wohl sehr vielfach
seit dem Wiederaufkommen des Rosenkranzes im 15. Jahrhundert an diesem.
Dem ganzen Schmucke des Mittelalters ist eine Richtung auf zentrale
Komposition eigen, so vor allem dem Fürspan, dem am meisten vertretenen
Stück, der auf der Mitte der Brust befestigt ursprünglich nicht
zum Schließen und Zusammenhalten der Kleidung diente, sondern ein
reines Zierstück war: so z. B. an einem wohl aus karolingischer Zeit
stammenden Stücke im bayer. Nationalmuseum (Obernetter Taf. 235), an
einem gegen das Jahr 1000 zu setzenden Adler, der das innere Rund
eines flachen Ringes von Filigran ausfüllt (Abb. bei Luthmer, Gold
und Silber; Seemann’s Kunstgewerbliche Handbücher Bd. III S. 75, Fig.
28, a); desgleichen bei den Agraffen, die zum Anhängen der Ketten
bestimmt waren, an denen Schwert und Dolch befestigt wurden, und wofür
die Grabdenkmäler zahlreiche Belege bieten.
Aber auch religiöse Themata finden schon vielfach und früh ihre
Darstellung. Besonders haben die in der Seine gefundenen und jetzt zum
großen Teil im Musée Cluny aufbewahrten sog. Plombs historiés wichtiges
Material geliefert.
Eines der wichtigsten dieser Stücke ist das Zeichen der Notre Dame du
Puy, das im Jahre 1183 ein gewisser Durand ausführen ließ, das Haupt
der Brüderschaft de la paix oder der chaperons blancs (Abb. bei Gay:
Glossaire Archéologique du moyen age et de la Renaissance. Paris 1887.
p. 634 s. v. enseigne). Es diente als Zeichen für die Mitglieder der
Bruderschaft, die sich die Bekämpfung und Ausrottung der damals das
Land verheerenden Räuberbanden zur Aufgabe gemacht hatte. Es ist ein
rechteckiges Stück Blei mit dem Relief der Maria mit dem Kinde; den
Rand begleitet die Legende. Mehrere Ösen dienten zum Annähen an das
Gewand. Anderweitig wurden die Stücke oft mit Nadeln befestigt. Und das
ist bezeichnend für die ganze Auffassung des Schmuckes; er hat keine
selbständige Existenz, er ist ein Stück des Kostüms.
Der Form der Plombs historiés scheint sich die an priesterlichen
Gewändern verwendete Pluvialschließe durchaus anzureihen. In der Mitte
eine religiöse Darstellung, in Relief oder durchbrochen, etwa noch
in Vierpässe eingefaßt (Gay a. O. Pilgerzeichen des 13. Jahrh.) oder
in architektonischer Umrahmung (Gay a. O. S. 635, Luthmer a. O. Fig.
28,7), am Rande die Legende. Aber auch Freiplastik begegnet, so z. B.
die Darstellung eines St. Georg mit dem Drachen (Gay a. O. 14. Jahrh.)
Auch nach dem Aufkommen, der Halsketten (Ende des 14. Jahrh.), die erst
im 15. Jahrhundert häufiger werden (öfter als Auszeichnung verliehen,
Gnadenketten, Schützenketten), hält sich noch lange bei den jetzt an
ihnen auftretenden »Anhängern« die alte zentrale Form. Damit stehen wir
an der Schwelle der Epoche, der unsere Anhänger angehören und zu deren
Beschreibung wir übergehen.
Eines der ältesten Stücke wird T. 972 sein; es ist wie alle folgenden,
bei denen nicht ausdrücklich anders bemerkt wird, aus vergoldetem
Silber und enthält in einem schmalen Rahmen, von dem 3 Seiten
rechteckig zu einander stehen, während die vierte in der Biegung und
krabbenähnlichen Ansätzen an die Gotik anklingt, das durch einen
Halbmond abgeschlossene Brustbild der Maria mit dem Kinde. 2 Engel
schweben von den Seiten heran, 2 andere halten über ihr die Krone.
Eine Öse oben dient zum Einhängen, eine untere war für anderen Zierrat
bestimmt. (Höhe 44 mm, Breite 32 mm.)
Bei T. 97 sitzt Maria mit dem Kinde allein auf dem Halbmond, in rundem
Reifen. (Dm. 33 mm.)
Zu dritt gruppiert erscheint Maria auf T. 85 und auf T. 86. Dort sitzt
zwischen ihr und der hl. Anna das Christuskind; die Einrahmung bildet
ein dicker runder Blattkranz. (Dm. 37 mm.) Die Vergoldung ist besonders
gut. Hier bildet Maria selbst die Mitte; zwischen Gottvater und
Christus knieend, empfängt sie von beiden die Krone; über ihr schwebt
die Taube. (Fig. 1 rechts unten.) Ein gewundener Reifen schließt die
Gruppe ein. (Höhe 35 mm, Breite 32 mm.)
Christus selbst erscheint auf T. 209, die Weltkugel in der Linken,
die Rechte benedizierend, unten und oben verbunden mit dem umgebenden
Rosenkranze, in den die 4 Evangelistensymbole eingefügt sind. (Höhe und
größte Breite 31 mm.)
Ein andermal (T. 87) ist der hl. Georg zu Pferd dargestellt, wie er
das Schwert gegen den unter den Füßen des Rosses liegenden Drachen
schwingt, der den unteren Abschluß der in rundem gewundenen Reifen
eingeschlossenen Gruppe bildet. (Dm. 28 mm.)
[Illustration: Fig. 1. Anhänger im Germanischen Museum. T. 519. 835,
86.]
So sind die behandelten Gegenstände ausschließlich der christlichen
Vorstellungswelt entnommen; die Mariendarstellungen überwiegen.
Sämtliche Anhänger sind gegossen und die Ansicht nur für eine Seite
berechnet; die andere ist glatt gelassen. Es sind keine großen
Kunstwerke; auf genaue Wiedergabe der Gesichtsformen ist Verzicht
geleistet, mit Ausnahme etwa von T. 972; freilich sind die Stücke durch
vieles Tragen auch mehrfach abgenutzt.
Gemeinsam ist ihnen allen ein Streben nach zentraler Komposition; der
einfassende Rahmen ist meist kreisförmig oder nähert sich doch der
Kreisform. Nur T. 972 hat einen wohl architektonisch gemeinten Rahmen.
Blätter- und Rosenkränze bringen Bewegung in die Silhouette, die durch
die eingefügten Tiere auf T. 209 noch gesteigert wird. Ein Christus
an einem Kreuze mit astförmigen Auswüchsen (T. 84) bildet eine leicht
begreifliche Ausnahme. Meist setzen die Figuren unmittelbar auf die
Einfassung auf; 2 mal bildet ein Halbmond, 1 mal ein Wolkenstreifen die
Vermittlung. Die Höhe der hervorragenden Teile der Figuren beträgt kaum
mehr als 2 mm.
Fast alle haben unten Ring oder Öse für ein abschließendes Anhängsel,
eine Perle u. ä.; nur bei T. 85 ist nichts derart vorhanden, so daß die
zentrale Gruppierung voll zum Ausdruck kommt.
[Illustration: Fig. 2. Anhänger von Daniel Mignot.]
Eine Zeitbestimmung der Stücke ist bei dem fast gänzlichen Mangel
stilistischer Anhaltspunkte mißlich, und es ist sehr möglich, daß
solche offenbar fabrikmäßig hergestellte Ware sich in einzelnen
Volkskreisen noch lange erhielt, als im allgemeinen schon eine andere
Geschmacksrichtung aufgekommen war. Doch mögen sie wohl in’s 16.
Jahrhundert gehören.
War die zentrale Komposition noch ein Nachklang der mittelalterlichen
Gewohnheit, so wurde diese im 16. Jahrhundert bei dem eigentlichen
vornehmen Schmuck verlassen und die schon bei den besprochenen Stücken
verschiedentlich bemerkte Tendenz deutlich, die Bestimmung als
»Anhänger« auch in der Form auszudrücken. Jetzt treten jene reizvollen
und immer wechselnden Formen mit ihrer Verbindung von edlem Metall
und Steinen, etwa auch Emaillierung, auf, die uns noch heute von
Bildern jener Zeit entgegenleuchten, und für die ein Hans Holbein
nicht verschmähte, Entwürfe zu zeichnen, wie sie uns sein Londoner
Skizzenbuch zeigt. Ueberhaupt nehmen solche Entwürfe einen breiten
Raum im Kupferstich gegen Ende des Jahrhunderts ein; von einem der
bedeutendsten Stecher, der in dieser Art arbeitet, Daniel Mignot, geben
wir einige Abbildungen. (Fig. 2, sowie die Abbildungen am Anfang und am
Schluß des Artikels.)
[Illustration: Fig. 3. Kette und Anhänger. T. 728.]
Von diesem Reichtum einer schmuckfreudigen Zeit ist verhältnismäßig
nur wenig erhalten, und auch unsere Sammlung hat wenig, das zu diesen
Schmuckstücken höheren Ranges gehört. So ein goldener zu einer Kette
gehöriger Anhänger (s. Fig. 3.). Er ist der Form nach ziemlich kurz,
verbreitert sich jedoch nach unten. (Breite 5,4 cm, Höhe 5 cm). Am
Rande sitzen 12 Bergkrystalle in hohen, viereckigen Kasten, die
durch umgebogenen Golddraht auf der Rückseite befestigt sind. Sie
rahmen wiederum ein Mittelstück ein, in dem 6 gleiche Kasten mit
Bergkrystallen um einen großen mittleren gruppiert sind. Diese mittlere
Gruppe ist aus einem Stück und aufgeschraubt. Die Zwischenräume
zwischen den Kasten sind mit schwarzem Email ausgefüllt.
Die dazu gehörige Halskette besteht aus einer Reihe kleiner, nach zwei
verschiedenen Zeichnungen abwechselnder Glieder von gleicher Technik
und Wirkung wie der Anhänger, der mit dem mittleren größeren durch ein
Zwischenglied verbunden ist.
Der gegensätzlichen Wirkung halber wird beim Goldschmuck gern auch
buntes Email verwendet. Zwei solche Stücke besitzen wir, die schon in
das beginnende 17. Jahrhundert gehören.
T. 519 ist ein Ordenszeichen des von Kurfürst Christian II. gestifteten
Ordens »der brüderlichen Liebe und Eintracht in Sachsen«. Ein runder
Reif (Dm. 33 mm, s. Fig. 1 oben) mit der Inschrift: »Ecce quam bonum et
iucundum habitare fratres inunum« schließt eine frei gearbeitete Gruppe
ein: auf grünem Rasen sitzen zwei sich küssende Frauengestalten mit
nacktem Oberkörper. Wage und Palme kennzeichnen sie als Gerechtigkeit
und Frieden, also eine Illustration der alttestamentlichen Verheißung.
Außen am Ringe sind an vier Stellen Ranken mit weißer Emaillierung als
Verzierungen angebracht; nur rechts und links sind sie vollständig,
oben und unten abgebrochen. In den Ring selbst sind sechs emaillierte
Wappen eingelassen; oben das sächsische, dann nach rechts weiter:
Markgrafschaft Meißen, Pfalz Sachsen, Henneberg, dann vielleicht
Grafschaft Landsberg (2 rote [irrtümlich statt blaue?] Balken in
goldenem Felde), Herrschaft Pleißen. Die Räume zwischen den Buchstaben
der Inschrift sind mit schwarzem Email ausgefüllt. Die Figuren selbst
sind aus Gold, das nach damals beliebter Weise an den Fleischteilen
mit weißem Email überzogen ist und an den Gewändern ein eigentümlich
körniges Aussehen zeigt. Beide Seiten sind vollkommen gleich und als
Schauseiten ausgebildet.
[Illustration: Fig. 4. Anhänger im Germanischen Museum. T. 760.]
[Illustration: Fig. 5. Anhänger; T. 58.]
In die gleiche Zeit gehört wohl ein Anhänger mit dem auferstandenen
Christus. (T. 760, s. Fig. 4; Höhe 53 mm, Breite 45 mm). Den Grund
bildet durchbrochenes Rankenwerk aus Gold, mit reichem opaken
Emailschmuck in Blau, Grün und Weiß, auf den zum Teil noch rote
Pünktchen aufgesetzt sind. Von diesem flachen Grunde löst sich die
frei gearbeitete Figur Christi, mit der Siegesfahne in der Linken,
die Rechte erhoben, plastisch los. Die Füße stehen dem Grunde noch
am nächsten, während das Haupt mit dem Nimbus sich 9 mm über den
Grund erhebt und so der Eindruck des Herausschwebens erweckt wird.
Die Gestalt Christi ist wieder aus Gold, das an Lendentuch und Mantel
zu dem mit weißem Email überzogenen übrigen Körper einen lebendigen
Gegensatz bildet. Die Innenseite des Mantels sollte wohl, nach
Farbspuren zu schließen, rot sein. Zu beiden Seiten löst sich je eine
Ranke mit blauer Blume vom Grunde los; darüber liegt je ein Almandin
in länglichem Kasten; eine mit Almandinen geschmückte Krone schließt
das Ganze ab. Auch die Rückseite ist reich mit bunten Emailfarben
ausgestattet. Das Ganze ist von einem höchst reichen und festlichen
Eindruck und paßt sich einer Darstellung des Triumphes über den Tod
aufs glücklichste an.
[Illustration: Fig. 6. Anhänger, T. 2303.]
Eine Ausnahmestellung nehmen zwei an längeren Gehängen angebrachte
Stücke ein. Das erste, das unsere Abbildung zeigt (Fig. 5. T. 58, Höhe
18 cm, Breite 7,8 cm), ist eine aus Silber gegossene Sirene mit einer
Krone auf dem Haupte, durch die ein Pfeifchen geht. An dem flachen
Silbergehänge schwebt ein Glöckchen. Wie das Ganze getragen wurde, ob
etwa an einem Gürtel, ist nicht recht klar. Wie sich die Sirenengestalt
überhaupt in der Kunst des 16. Jahrhunderts großer Beliebtheit erfreute
und sie Holbein z. B. auf seinem Erasmus im Gehäus verwendete, findet
sie sich auch noch öfter, gerade wie bei uns, als Schmuckgegenstand.
So z. B. im Rothschildmuseum in Frankfurt a. M.[173] und in der Wiener
Schatzkammer[174]. Hier haben Monstreperlen, aus denen der größte Teil
des Leibes besteht, den nächsten Anlaß gebildet. Jedesmal bilden 4
kleine Perlen den unteren Abschluß; auch auf unserem Stück deuten 4
Ösen auf ähnlichen Schmuck.
T. 2303 (Fig. 6) stellt einen großen, gekrönten Vogel mit krummem
Schnabel und langem, gestreckten Schwanze dar (Länge mit Kette 12
cm, Breite 14 cm). Der Körper ist aus vergoldetem Silber und innen
hohl. Die Flügel sind angesetzt und mit Nieten an Brust und Schwanz
befestigt; die Federn sind durch Gravierung angegeben. Unter dem Halse
hängt in einer Öse eine kleinere goldene Taube, mit den Buchstaben D
C am Halse. Es läge nahe, an die Jahreszahl 1600 zu denken, wo das M
ausgelassen wäre. Doch könnte der große Vogel noch in frühere Zeit
hinaufreichen. Das Stück wird ein Schützenkleinod sein, von denen
sich einige ganz ähnliche Beispiele auch in den Sammlungen auf Schloß
Heeswijk erhalten haben. (Collections de Heeswijk III. n. 944).
Dazugehörige Schützenketten, an denen die Kleinode getragen wurden,
scheinen ja häufiger zu sein.
[Illustration: Fig. 7. S. Georg. Anhänger, T. 92.]
Indessen bestand der einfach ausgestattete Anhänger mit religiösen
Darstellungen fort. So erscheint auf T. 102 der hl. Christophorus
mit dem Christkinde in ovalem Medaillon, das von krausem Ornament
begleitet wird. (Höhe 7 cm, Breite 5,1 cm). So ist also noch der Rahmen
beibehalten, der sonst schon vielfach wegfällt[175].
Der Art ist eine 6,5 cm hohe Statuette des hl. Georg (T. 92, s. Fig.
7), die wohl ein Anhänger des St. Georgsritterordens ist. Die frei
gearbeitete Gruppe (silbervergoldet) steht auf einer sechseckigen
Konsole, unter der sich ein Öhr mit gewundenem Ring befindet. Der
gerüstete hl. Georg mit einem Nimbus aus gewundenem Draht steht in weit
ausschreitender Stellung auf dem Drachen, mit der Linken den kunstvoll
gewundenen Schweif haltend, mit der Rechten das etwas lang geratene
Schwert dem Ungetüm in den Rachen bohrend.
[Illustration: Fig. 8. Pathenpfennig des Martin Vogelsang, 1627. T.
213.]
Nähert sich so der alte Anhänger durch Wegfall des Rahmens der
Freiplastik, so gewinnt das Mittelstück andererseits durch die
entschiedene Ausbildung als Relief mit festem Hintergrunde einen mehr
malerischen Charakter.
Sehr selten im allgemeinen kommt es vor, daß die Darstellung in
einen architektonischen Rahmen gefaßt ist. T. 835 ist ein solches
seltenes Beispiel. Zwei Pfeiler auf hohen Sockeln, unter denen sich
aufgerollte Voluten befinden, bilden rechts und links, ein ziemlich
willkürlich geformter Giebel bildet oben den Abschluß. (Höhe 35 mm,
Breite 21 mm, s. Fig. 1 unten links). Die Reliefdarstellung innen
enthält die Geburt Christi. In der Mitte ist die knieende Maria mit
dem Kinde beschäftigt, das auf der anderen Seite von einem Engel
angebetet wird, während Ochs und Esel aus dem Stalle schauen. Von
rechts tritt Joseph mit der Laterne hinzu (oder ist es ein anbetender
König mit einem Geschenk?), während hinter ihm unter einem Thorbogen
ein zweiter männlicher Kopf sichtbar wird. Der Revers enthält in
leichter Gravierung in phantastisch-architektonischer Umrahmung mit
einem Löwenkopf oben eine weibliche Gestalt, wohl Venus, mit 2 Stäben
(?) in den Händen. An den 4 Ecken sind kleine Knöpfchen angebracht,
ein gleiches mit Öse unten. Das Ganze macht den Eindruck italienischer
Arbeit.
T. 207 ist ein ovales Medaillon (Dm. 38 und 33 mm) mit einem Rahmen in
durchbrochenem Rankenwerk. Der Avers enthält in Reliefdarstellung Maria
mit dem Kinde auf dem Halbmond zwischen zwei heiligen Bischöfen, der
Revers die Verkündigung. Auch dies scheint italienisch zu sein.
Damit mündet der Anhänger in den breiten Strom der religiösen Medaille
ein, wie sie im Laufe des 16. Jahrhunderts und weiterhin in Beziehung
auf öffentliche und private Vorfälle jeder Art üblich wird, vielfach
durch nachträglich zugefügte oft sehr reiche Umrahmung noch als
Anhänger charakterisiert, wie z. B. der schöne Pathenpfennig des
Martin Vogelgsang vom Jahre 1627 (T. 213; Dm. 55 mm, s. Fig. 8). Aus
vergoldetem Silber, enthält die Vorderseite den hl. Martin, der seinen
Mantel für den Bettler zerschneidet, die Rückseite die Inschrift.
[Illustration: Anhänger von Daniel Mignot.]
[Illustration]