VON DR. KARL SIMON.

Die Schmucksammlung des Germanischen Museums enthält eine nicht ganz

unbeträchtliche Anzahl von Stücken, die man im engeren oder weiteren

Sinne als Anhänger bezeichnen kann, und deren Besprechung insofern

vielleicht einem freundlichen Interesse begegnen dürfte, als wenig von

diesen Stücken erhalten und wenn erhalten, wenig bekannt ist.

Die Art, sie zu tragen, wird verschieden gewesen sein; als Hutagraffen,

an die Kleider angenäht, an Halsketten, endlich und wohl sehr vielfach

seit dem Wiederaufkommen des Rosenkranzes im 15. Jahrhundert an diesem.

Dem ganzen Schmucke des Mittelalters ist eine Richtung auf zentrale

Komposition eigen, so vor allem dem Fürspan, dem am meisten vertretenen

Stück, der auf der Mitte der Brust befestigt ursprünglich nicht

zum Schließen und Zusammenhalten der Kleidung diente, sondern ein

reines Zierstück war: so z. B. an einem wohl aus karolingischer Zeit

stammenden Stücke im bayer. Nationalmuseum (Obernetter Taf. 235), an

einem gegen das Jahr 1000 zu setzenden Adler, der das innere Rund

eines flachen Ringes von Filigran ausfüllt (Abb. bei Luthmer, Gold

und Silber; Seemann’s Kunstgewerbliche Handbücher Bd. III S. 75, Fig.

28, a); desgleichen bei den Agraffen, die zum Anhängen der Ketten

bestimmt waren, an denen Schwert und Dolch befestigt wurden, und wofür

die Grabdenkmäler zahlreiche Belege bieten.

Aber auch religiöse Themata finden schon vielfach und früh ihre

Darstellung. Besonders haben die in der Seine gefundenen und jetzt zum

großen Teil im Musée Cluny aufbewahrten sog. Plombs historiés wichtiges

Material geliefert.

Eines der wichtigsten dieser Stücke ist das Zeichen der Notre Dame du

Puy, das im Jahre 1183 ein gewisser Durand ausführen ließ, das Haupt

der Brüderschaft de la paix oder der chaperons blancs (Abb. bei Gay:

Glossaire Archéologique du moyen age et de la Renaissance. Paris 1887.

p. 634 s. v. enseigne). Es diente als Zeichen für die Mitglieder der

Bruderschaft, die sich die Bekämpfung und Ausrottung der damals das

Land verheerenden Räuberbanden zur Aufgabe gemacht hatte. Es ist ein

rechteckiges Stück Blei mit dem Relief der Maria mit dem Kinde; den

Rand begleitet die Legende. Mehrere Ösen dienten zum Annähen an das

Gewand. Anderweitig wurden die Stücke oft mit Nadeln befestigt. Und das

ist bezeichnend für die ganze Auffassung des Schmuckes; er hat keine

selbständige Existenz, er ist ein Stück des Kostüms.

Der Form der Plombs historiés scheint sich die an priesterlichen

Gewändern verwendete Pluvialschließe durchaus anzureihen. In der Mitte

eine religiöse Darstellung, in Relief oder durchbrochen, etwa noch

in Vierpässe eingefaßt (Gay a. O. Pilgerzeichen des 13. Jahrh.) oder

in architektonischer Umrahmung (Gay a. O. S. 635, Luthmer a. O. Fig.

28,7), am Rande die Legende. Aber auch Freiplastik begegnet, so z. B.

die Darstellung eines St. Georg mit dem Drachen (Gay a. O. 14. Jahrh.)

Auch nach dem Aufkommen, der Halsketten (Ende des 14. Jahrh.), die erst

im 15. Jahrhundert häufiger werden (öfter als Auszeichnung verliehen,

Gnadenketten, Schützenketten), hält sich noch lange bei den jetzt an

ihnen auftretenden »Anhängern« die alte zentrale Form. Damit stehen wir

an der Schwelle der Epoche, der unsere Anhänger angehören und zu deren

Beschreibung wir übergehen.

Eines der ältesten Stücke wird T. 972 sein; es ist wie alle folgenden,

bei denen nicht ausdrücklich anders bemerkt wird, aus vergoldetem

Silber und enthält in einem schmalen Rahmen, von dem 3 Seiten

rechteckig zu einander stehen, während die vierte in der Biegung und

krabbenähnlichen Ansätzen an die Gotik anklingt, das durch einen

Halbmond abgeschlossene Brustbild der Maria mit dem Kinde. 2 Engel

schweben von den Seiten heran, 2 andere halten über ihr die Krone.

Eine Öse oben dient zum Einhängen, eine untere war für anderen Zierrat

bestimmt. (Höhe 44 mm, Breite 32 mm.)

Bei T. 97 sitzt Maria mit dem Kinde allein auf dem Halbmond, in rundem

Reifen. (Dm. 33 mm.)

Zu dritt gruppiert erscheint Maria auf T. 85 und auf T. 86. Dort sitzt

zwischen ihr und der hl. Anna das Christuskind; die Einrahmung bildet

ein dicker runder Blattkranz. (Dm. 37 mm.) Die Vergoldung ist besonders

gut. Hier bildet Maria selbst die Mitte; zwischen Gottvater und

Christus knieend, empfängt sie von beiden die Krone; über ihr schwebt

die Taube. (Fig. 1 rechts unten.) Ein gewundener Reifen schließt die

Gruppe ein. (Höhe 35 mm, Breite 32 mm.)

Christus selbst erscheint auf T. 209, die Weltkugel in der Linken,

die Rechte benedizierend, unten und oben verbunden mit dem umgebenden

Rosenkranze, in den die 4 Evangelistensymbole eingefügt sind. (Höhe und

größte Breite 31 mm.)

Ein andermal (T. 87) ist der hl. Georg zu Pferd dargestellt, wie er

das Schwert gegen den unter den Füßen des Rosses liegenden Drachen

schwingt, der den unteren Abschluß der in rundem gewundenen Reifen

eingeschlossenen Gruppe bildet. (Dm. 28 mm.)

[Illustration: Fig. 1. Anhänger im Germanischen Museum. T. 519. 835,

86.]

So sind die behandelten Gegenstände ausschließlich der christlichen

Vorstellungswelt entnommen; die Mariendarstellungen überwiegen.

Sämtliche Anhänger sind gegossen und die Ansicht nur für eine Seite

berechnet; die andere ist glatt gelassen. Es sind keine großen

Kunstwerke; auf genaue Wiedergabe der Gesichtsformen ist Verzicht

geleistet, mit Ausnahme etwa von T. 972; freilich sind die Stücke durch

vieles Tragen auch mehrfach abgenutzt.

Gemeinsam ist ihnen allen ein Streben nach zentraler Komposition; der

einfassende Rahmen ist meist kreisförmig oder nähert sich doch der

Kreisform. Nur T. 972 hat einen wohl architektonisch gemeinten Rahmen.

Blätter- und Rosenkränze bringen Bewegung in die Silhouette, die durch

die eingefügten Tiere auf T. 209 noch gesteigert wird. Ein Christus

an einem Kreuze mit astförmigen Auswüchsen (T. 84) bildet eine leicht

begreifliche Ausnahme. Meist setzen die Figuren unmittelbar auf die

Einfassung auf; 2 mal bildet ein Halbmond, 1 mal ein Wolkenstreifen die

Vermittlung. Die Höhe der hervorragenden Teile der Figuren beträgt kaum

mehr als 2 mm.

Fast alle haben unten Ring oder Öse für ein abschließendes Anhängsel,

eine Perle u. ä.; nur bei T. 85 ist nichts derart vorhanden, so daß die

zentrale Gruppierung voll zum Ausdruck kommt.

[Illustration: Fig. 2. Anhänger von Daniel Mignot.]

Eine Zeitbestimmung der Stücke ist bei dem fast gänzlichen Mangel

stilistischer Anhaltspunkte mißlich, und es ist sehr möglich, daß

solche offenbar fabrikmäßig hergestellte Ware sich in einzelnen

Volkskreisen noch lange erhielt, als im allgemeinen schon eine andere

Geschmacksrichtung aufgekommen war. Doch mögen sie wohl in’s 16.

Jahrhundert gehören.

War die zentrale Komposition noch ein Nachklang der mittelalterlichen

Gewohnheit, so wurde diese im 16. Jahrhundert bei dem eigentlichen

vornehmen Schmuck verlassen und die schon bei den besprochenen Stücken

verschiedentlich bemerkte Tendenz deutlich, die Bestimmung als

»Anhänger« auch in der Form auszudrücken. Jetzt treten jene reizvollen

und immer wechselnden Formen mit ihrer Verbindung von edlem Metall

und Steinen, etwa auch Emaillierung, auf, die uns noch heute von

Bildern jener Zeit entgegenleuchten, und für die ein Hans Holbein

nicht verschmähte, Entwürfe zu zeichnen, wie sie uns sein Londoner

Skizzenbuch zeigt. Ueberhaupt nehmen solche Entwürfe einen breiten

Raum im Kupferstich gegen Ende des Jahrhunderts ein; von einem der

bedeutendsten Stecher, der in dieser Art arbeitet, Daniel Mignot, geben

wir einige Abbildungen. (Fig. 2, sowie die Abbildungen am Anfang und am

Schluß des Artikels.)

[Illustration: Fig. 3. Kette und Anhänger. T. 728.]

Von diesem Reichtum einer schmuckfreudigen Zeit ist verhältnismäßig

nur wenig erhalten, und auch unsere Sammlung hat wenig, das zu diesen

Schmuckstücken höheren Ranges gehört. So ein goldener zu einer Kette

gehöriger Anhänger (s. Fig. 3.). Er ist der Form nach ziemlich kurz,

verbreitert sich jedoch nach unten. (Breite 5,4 cm, Höhe 5 cm). Am

Rande sitzen 12 Bergkrystalle in hohen, viereckigen Kasten, die

durch umgebogenen Golddraht auf der Rückseite befestigt sind. Sie

rahmen wiederum ein Mittelstück ein, in dem 6 gleiche Kasten mit

Bergkrystallen um einen großen mittleren gruppiert sind. Diese mittlere

Gruppe ist aus einem Stück und aufgeschraubt. Die Zwischenräume

zwischen den Kasten sind mit schwarzem Email ausgefüllt.

Die dazu gehörige Halskette besteht aus einer Reihe kleiner, nach zwei

verschiedenen Zeichnungen abwechselnder Glieder von gleicher Technik

und Wirkung wie der Anhänger, der mit dem mittleren größeren durch ein

Zwischenglied verbunden ist.

Der gegensätzlichen Wirkung halber wird beim Goldschmuck gern auch

buntes Email verwendet. Zwei solche Stücke besitzen wir, die schon in

das beginnende 17. Jahrhundert gehören.

T. 519 ist ein Ordenszeichen des von Kurfürst Christian II. gestifteten

Ordens »der brüderlichen Liebe und Eintracht in Sachsen«. Ein runder

Reif (Dm. 33 mm, s. Fig. 1 oben) mit der Inschrift: »Ecce quam bonum et

iucundum habitare fratres inunum« schließt eine frei gearbeitete Gruppe

ein: auf grünem Rasen sitzen zwei sich küssende Frauengestalten mit

nacktem Oberkörper. Wage und Palme kennzeichnen sie als Gerechtigkeit

und Frieden, also eine Illustration der alttestamentlichen Verheißung.

Außen am Ringe sind an vier Stellen Ranken mit weißer Emaillierung als

Verzierungen angebracht; nur rechts und links sind sie vollständig,

oben und unten abgebrochen. In den Ring selbst sind sechs emaillierte

Wappen eingelassen; oben das sächsische, dann nach rechts weiter:

Markgrafschaft Meißen, Pfalz Sachsen, Henneberg, dann vielleicht

Grafschaft Landsberg (2 rote [irrtümlich statt blaue?] Balken in

goldenem Felde), Herrschaft Pleißen. Die Räume zwischen den Buchstaben

der Inschrift sind mit schwarzem Email ausgefüllt. Die Figuren selbst

sind aus Gold, das nach damals beliebter Weise an den Fleischteilen

mit weißem Email überzogen ist und an den Gewändern ein eigentümlich

körniges Aussehen zeigt. Beide Seiten sind vollkommen gleich und als

Schauseiten ausgebildet.

[Illustration: Fig. 4. Anhänger im Germanischen Museum. T. 760.]

[Illustration: Fig. 5. Anhänger; T. 58.]

In die gleiche Zeit gehört wohl ein Anhänger mit dem auferstandenen

Christus. (T. 760, s. Fig. 4; Höhe 53 mm, Breite 45 mm). Den Grund

bildet durchbrochenes Rankenwerk aus Gold, mit reichem opaken

Emailschmuck in Blau, Grün und Weiß, auf den zum Teil noch rote

Pünktchen aufgesetzt sind. Von diesem flachen Grunde löst sich die

frei gearbeitete Figur Christi, mit der Siegesfahne in der Linken,

die Rechte erhoben, plastisch los. Die Füße stehen dem Grunde noch

am nächsten, während das Haupt mit dem Nimbus sich 9 mm über den

Grund erhebt und so der Eindruck des Herausschwebens erweckt wird.

Die Gestalt Christi ist wieder aus Gold, das an Lendentuch und Mantel

zu dem mit weißem Email überzogenen übrigen Körper einen lebendigen

Gegensatz bildet. Die Innenseite des Mantels sollte wohl, nach

Farbspuren zu schließen, rot sein. Zu beiden Seiten löst sich je eine

Ranke mit blauer Blume vom Grunde los; darüber liegt je ein Almandin

in länglichem Kasten; eine mit Almandinen geschmückte Krone schließt

das Ganze ab. Auch die Rückseite ist reich mit bunten Emailfarben

ausgestattet. Das Ganze ist von einem höchst reichen und festlichen

Eindruck und paßt sich einer Darstellung des Triumphes über den Tod

aufs glücklichste an.

[Illustration: Fig. 6. Anhänger, T. 2303.]

Eine Ausnahmestellung nehmen zwei an längeren Gehängen angebrachte

Stücke ein. Das erste, das unsere Abbildung zeigt (Fig. 5. T. 58, Höhe

18 cm, Breite 7,8 cm), ist eine aus Silber gegossene Sirene mit einer

Krone auf dem Haupte, durch die ein Pfeifchen geht. An dem flachen

Silbergehänge schwebt ein Glöckchen. Wie das Ganze getragen wurde, ob

etwa an einem Gürtel, ist nicht recht klar. Wie sich die Sirenengestalt

überhaupt in der Kunst des 16. Jahrhunderts großer Beliebtheit erfreute

und sie Holbein z. B. auf seinem Erasmus im Gehäus verwendete, findet

sie sich auch noch öfter, gerade wie bei uns, als Schmuckgegenstand.

So z. B. im Rothschildmuseum in Frankfurt a. M.[173] und in der Wiener

Schatzkammer[174]. Hier haben Monstreperlen, aus denen der größte Teil

des Leibes besteht, den nächsten Anlaß gebildet. Jedesmal bilden 4

kleine Perlen den unteren Abschluß; auch auf unserem Stück deuten 4

Ösen auf ähnlichen Schmuck.

T. 2303 (Fig. 6) stellt einen großen, gekrönten Vogel mit krummem

Schnabel und langem, gestreckten Schwanze dar (Länge mit Kette 12

cm, Breite 14 cm). Der Körper ist aus vergoldetem Silber und innen

hohl. Die Flügel sind angesetzt und mit Nieten an Brust und Schwanz

befestigt; die Federn sind durch Gravierung angegeben. Unter dem Halse

hängt in einer Öse eine kleinere goldene Taube, mit den Buchstaben D

C am Halse. Es läge nahe, an die Jahreszahl 1600 zu denken, wo das M

ausgelassen wäre. Doch könnte der große Vogel noch in frühere Zeit

hinaufreichen. Das Stück wird ein Schützenkleinod sein, von denen

sich einige ganz ähnliche Beispiele auch in den Sammlungen auf Schloß

Heeswijk erhalten haben. (Collections de Heeswijk III. n. 944).

Dazugehörige Schützenketten, an denen die Kleinode getragen wurden,

scheinen ja häufiger zu sein.

[Illustration: Fig. 7. S. Georg. Anhänger, T. 92.]

Indessen bestand der einfach ausgestattete Anhänger mit religiösen

Darstellungen fort. So erscheint auf T. 102 der hl. Christophorus

mit dem Christkinde in ovalem Medaillon, das von krausem Ornament

begleitet wird. (Höhe 7 cm, Breite 5,1 cm). So ist also noch der Rahmen

beibehalten, der sonst schon vielfach wegfällt[175].

Der Art ist eine 6,5 cm hohe Statuette des hl. Georg (T. 92, s. Fig.

7), die wohl ein Anhänger des St. Georgsritterordens ist. Die frei

gearbeitete Gruppe (silbervergoldet) steht auf einer sechseckigen

Konsole, unter der sich ein Öhr mit gewundenem Ring befindet. Der

gerüstete hl. Georg mit einem Nimbus aus gewundenem Draht steht in weit

ausschreitender Stellung auf dem Drachen, mit der Linken den kunstvoll

gewundenen Schweif haltend, mit der Rechten das etwas lang geratene

Schwert dem Ungetüm in den Rachen bohrend.

[Illustration: Fig. 8. Pathenpfennig des Martin Vogelsang, 1627. T.

213.]

Nähert sich so der alte Anhänger durch Wegfall des Rahmens der

Freiplastik, so gewinnt das Mittelstück andererseits durch die

entschiedene Ausbildung als Relief mit festem Hintergrunde einen mehr

malerischen Charakter.

Sehr selten im allgemeinen kommt es vor, daß die Darstellung in

einen architektonischen Rahmen gefaßt ist. T. 835 ist ein solches

seltenes Beispiel. Zwei Pfeiler auf hohen Sockeln, unter denen sich

aufgerollte Voluten befinden, bilden rechts und links, ein ziemlich

willkürlich geformter Giebel bildet oben den Abschluß. (Höhe 35 mm,

Breite 21 mm, s. Fig. 1 unten links). Die Reliefdarstellung innen

enthält die Geburt Christi. In der Mitte ist die knieende Maria mit

dem Kinde beschäftigt, das auf der anderen Seite von einem Engel

angebetet wird, während Ochs und Esel aus dem Stalle schauen. Von

rechts tritt Joseph mit der Laterne hinzu (oder ist es ein anbetender

König mit einem Geschenk?), während hinter ihm unter einem Thorbogen

ein zweiter männlicher Kopf sichtbar wird. Der Revers enthält in

leichter Gravierung in phantastisch-architektonischer Umrahmung mit

einem Löwenkopf oben eine weibliche Gestalt, wohl Venus, mit 2 Stäben

(?) in den Händen. An den 4 Ecken sind kleine Knöpfchen angebracht,

ein gleiches mit Öse unten. Das Ganze macht den Eindruck italienischer

Arbeit.

T. 207 ist ein ovales Medaillon (Dm. 38 und 33 mm) mit einem Rahmen in

durchbrochenem Rankenwerk. Der Avers enthält in Reliefdarstellung Maria

mit dem Kinde auf dem Halbmond zwischen zwei heiligen Bischöfen, der

Revers die Verkündigung. Auch dies scheint italienisch zu sein.

Damit mündet der Anhänger in den breiten Strom der religiösen Medaille

ein, wie sie im Laufe des 16. Jahrhunderts und weiterhin in Beziehung

auf öffentliche und private Vorfälle jeder Art üblich wird, vielfach

durch nachträglich zugefügte oft sehr reiche Umrahmung noch als

Anhänger charakterisiert, wie z. B. der schöne Pathenpfennig des

Martin Vogelgsang vom Jahre 1627 (T. 213; Dm. 55 mm, s. Fig. 8). Aus

vergoldetem Silber, enthält die Vorderseite den hl. Martin, der seinen

Mantel für den Bettler zerschneidet, die Rückseite die Inschrift.

[Illustration: Anhänger von Daniel Mignot.]

[Illustration]

Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum. Jahrgang 1900 · 第 55 / 80 题