2. Dem Teufel ich gefangen lag,

Im Tod war ich verloren,

Mein' Suend' mich quaelet Nacht und Tag,

Darin war ich geboren,

Ich fiel auch immer tiefer d'rein,

Es war kein gut's am Leben mein,

Die Suend' hat mich besessen.

3. Mein' gute Werk' die galten nicht,

Es war mit ihm verdorben;

Der frei Will' hasset Gottes G'richt,

Er war zum Gut'n erstorben;

Die Angst mich zu verzweifeln trieb,

Dass nichts denn Sterben bei mir blieb,

Zur Hoelle musst ich sinken.

4. Da jammert's Gott in Ewigkeit

Mein Elend ueber Massen,

Er dacht' an sein' Barmherzigkeit,

Er wollt' mir helfen lassen;

Er wandt' zu mir das Vaterherz,

Es war bei ihm fuerwahr kein Scherz,

Er liess sein Bestes kosten.

5. Er sprach zu seinem lieben Sohn:

Die Zeit ist hier zu 'rbarmen,

Fahr' hin mein's Herzens werthe Kron'

Und sei das Heil dem Armen,

Und hilf ihm aus der Suenden Noth,

Erwuerg' fuer ihn den bittern Tod

Und lass' ihn mit dir leben.

6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward,

Er kam zu mir auf Erden,

Von einer Jungfrau rein und zart,

Er sollt' mein Bruder werden.

Gar heimlich fuehrt er sein' Gewalt,

Er ging in meiner armen G'stalt,

Den Teufel wollt' er fangen.

7. Er sprach zu mir: halt' dich an mich,

Es soll dir jetzt gelingen,

Ich geb' mich selber ganz fuer dich,

Da will ich fuer dich ringen;

Denn ich bin dein und du bist mein,

Und wo ich bleib', da sollst du sein,

Uns soll der Feind nicht scheiden.

8. Vergiessen wird er mir mein Blut,

Dazu mein Leben rauben,

Das leid' ich alles dir zu gut,

Das halt' mit festem Glauben.

Den Tod vorschlingt das Leben mein,

Mein' Unschuld traegt die Suende dein,

Da bist du selig worden.

9. Gen Himmel zu dem Vater mein

Fahr' ich von diesem Leben,

Da will ich sein der Meister dein,

Den Geist will ich dir geben,

Der dich in Truebniss troesten soll

Und lehren mich erkennen wohl,

Und in der Wahrheit leiten.

10. Was ich gethan hab' und gelehrt,

Das sollst du thun und lehren,

Damit das Reich Gott's werd' gemehrt

Zu Lob' und seinen Ehren;

Und huet' dich vor der Menschen G'sats,

Davon verdirbt der edle Schatz,

Das lass' ich dir zur Letze.

II. Ach Gott, vom Himmel sieh' darein.

Look down, O Lord, from Heaven behold.

Psalm XII. -_"Salvum me fac, Domine."_

FIRST MELODY, _Wittenberg,_ 1524. _Harmony by_

A. HAUPT, 1869.

SECOND MELODY, _Wittenberg,_ 1543. _Harmony by_

A. HAUPT, 1869.

1. Look down, O Lord, from heaven behold,

And let thy pity waken!

How few the flock within thy fold,

Neglected and forsaken!

Almost thou'lt seek for faith in vain,

And those who should thy truth maintain

Thy Word from us have taken.

2. With frauds which they themselves invent

Thy truth they have confounded;

Their hearts are not with one consent

On thy pure doctrine grounded;

And, whilst they gleam with outward show,

They lead thy people to and fro,

In error's maze astounded.

3. God surely will uproot all those

With vain deceits who store us,

With haughty tongue who God oppose,

And say, "Who'll stand before us?

By right or might we will prevail;

What we determine cannot fail,

For who can lord it o'er us?"

4. For this, saith God, I will arise,

These wolves my flock are rending;

I've heard my people's bitter sighs

To heaven my throne ascending:

Now will I up, and set at rest

Each weary soul by fraud opprest,

The poor with might defending.

5. The silver seven times tried is pure

From all adulteration;

So, through God's word, shall men endure

Each trial and temptation:

Its worth gleams brighter through the cross,

And, purified from human dross,

It shines through every nation.

6. Thy truth thou wilt preserve, O Lord,

From this vile generation;

Make us to lean upon thy word,

With calm anticipation.

The wicked walk on every side

When, 'mid thy flock, the vile abide

In power and exaltation.

1. Ach Gott, vom Himmel sieh' darein

Und lass' dich des erbarmen,

Wie wenig sind der Heil'gen dein,

Verlassen sind wir Armen:

Dein Wort man laesst nicht haben wahr,

Der Glaub' ist auch verloschen gar

Bei allen Menschenkindern.

2. Sie lehren eitel falsche List,

Was eigen Witz erfindet,

Ihr Herz nicht eines Sinnes ist

n Gottes Wort gegruendet;

Der waehlet dies, der Ander das,

Sie trennen uns ohn' alle Maas

Und gleissen schoen von aussen.

3. Gott woll' ausrotten alle Lahr,

Die falschen Schein uns lehren;

Dazu ihr' Zung' stolz offenbar

Spricht: Trotz, wer will's uns wehren?

Wir haben Recht und Macht allein,

Was wir setzen das gilt gemein,

Wer ist der uns soll meistern?

4. Darum spricht Gott, Ich muss auf sein,

Die Armen sind verstoeret,

Ihr Seufzen dringt zu mir herein,

Ich hab' ihr' Klag' erhoeret.

Mein heilsam Wort soll auf dem Plan,

Getrost und frisch sie greifen an

Und sein die Kraft der Armen.

5. Das Silber durch's Feuer siebenmal

Bewaehrt, wird lauter funden:

Am Gottes Wort man warten soll

Desgleichen alle Stunden:

Es will durch's Kreuz bewaehret sein,

Da wird sein' Kraft erkannt und Schein

Und leucht't stark in die Lande.

6. Das wollst du, Gott, bewahren rein

Fuer deisem argen G'schlechte,

Und lass uns dir befohlen sein,

Das sich's in uns nicht flechte,

Der gottlos' Hauf' sich umher findt,

Wo diese lose Leute sind

In deinem Volk erhaben.

III. Es spricht der Unweisen Mund wohl.

The Mouth of Fools doth God confess.

PSALM XIV.-_"Dixit insipiens in corde suo, Non est Deus."_

MELODY, _Wittenberg,_ 1525. _Harmony by_

M. PRAETORIUS, 1610.

1. The mouth of fools doth God confess,

But while their lips draw nigh him

Their heart is full of wickedness,

And all their deeds deny him.

Corrupt are they, and every one

Abominable deeds hath done;

There is not one well-doer.

The Lord looked down from his high tower

On all mankind below him,

To see if any owned his power,

And truly sought to know him;

Who all their understanding bent

To search his holy word, intent

To do his will in earnest.

3. But none there was who walked with God,

For all aside had slidden,

Delusive paths of folly trod,

And followed lusts forbidden;

Not one there was who practiced good,

And yet they deemed, in haughty mood,

Their deeds must surely please him.

4. How long, by folly blindly led,

Will ye oppress the needy,

And eat my people up like bread?

So fierce are ye, and greedy!

n God they put no trust at all,

Nor will on him in trouble call,

But be their own providers.

5. Therefore their heart is never still,

A falling leaf dismays them;

God is with him who doth his will,

Who trusts him and obeys Him;

But ye the poor man's hope despise,

And laugh at him, e'en when he cries,

That God is his sure comfort.

6. Who shall to Israel's outcast race

From Zion bring salvation?

God will himself at length show grace,

And loose the captive nation;

That will he do by Christ their King;

Let Jacob then be glad and sing,

And Israel be joyful.

1. Es spricht der Unweisen Mund wohl:

Den rechten Gott wir meinen;

Doch ist ihr Herz Unglaubens voll,

Mit That sie ihn verneinen.

Ihr Wesen ist verderbet zwar,

Fuer Gott ist es ein Graeuel gar,

Es thut ihr'r Keiner kein gut.

2. Gott selbst vom Himmel sah herab

Auf aller Menschen Kinder,

Zu schauen sie er fich begab,

Ob er Jemand wird finden,

Der sein'n Verstand gerichtet haett

Mit Ernst, nach Gottes Worten thaet

Und fragt nach seinem Willen.

3. Da war Niemand auf rechter Bahn,

Sie war'n all' ausgeschritten;

Ein Jeder ging nach seinem Wahn

Und hielt verlor'ne Sitten.

Es that ihm Keiner doch kein gut,

Wie wohl gar viel betrog der Muth,

Ihr Thun sollt' Gott gefallen.

4. Wie lang wollen unwissend sein

Die solche Mueh aufladen,

Und fressen dafuer das Volk mein

Und naehr'n sich mit sei'm Schaden?

Es steht ihr Trauen nicht auf Gott,

Sie rufen ihm nicht in der Noth,

Sie woll'n sich selbst versorgen.

5. Darum ist ihr Herz nimmer still

Und steht allzeit in Forchten;

Gott bei den Frommen bleiben will,

Dem sie mit Glauben g'horchen.

Ihr aber schmaeht des Armen Rath,

Und hoehnet alles, was er sagt,

Dass Gott sein Trost ist worden.

6. Wer soll Israel dem Armen

Zu Zion Heil erlangen?

Gott wird sich sein's Volk's erbarmen

Und loesen, sie gefangen.

Das wird er thun durch seinen Sohn,

Davon wird Jakob Wonne ha'n

Und Israel sich freuen.

IV. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir.

Out of the deep I cry to thee.

PSALM CXXX.-_"De profundis clamavi ad te."_

FIRST MELODY, 1525. _Harmonized by_ JOH. SEB. BACH.

SECOND MELODY, 1544. _Harmonized by_ A. HAUPT, 1869.

1. Out of the deep I cry to thee;

O Lord God, hear my crying:

Incline thy gracious ear to me,

With prayer to thee applying.

For if thou fix thy searching eye

On all sin and iniquity,

Who, Lord, can stand before thee?

2. But love and grace with thee prevail,

O God, our sins forgiving;

The holiest deeds can naught avail

Of all before thee living.

Before thee none can boast him clear;

Therefore must each thy judgment fear,

And live on thy compassion.

3. For this, my hope in God shall rest,

Naught building on my merit;

My heart confides, of him possest,

His goodness stays my spirit.

His precious word assureth me;

My solace, my sure rock is he,

Whereon my soul abideth.

4. And though I wait the livelong night

And till the morn returneth,

My heart undoubting trusts his might

Nor in impatience mourneth.

Born of his Spirit, Israel

In the right way thus fareth well,

And on his God reposeth.

5. What though our sins are manifold?

Supreme his mercy reigneth;

No limit can his hand withhold,

Where evil most obtaineth.

He the good Shepherd is alone,

Who Israel will redeem and won,

Forgiving all transgression.

1.Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir,

Herr Gott, erhoer' mein Rufen,

Dein gnaedig' Ohren kehr zu mir,

Und meiner Bitt' sie oeffnen.

Denn so du willst das sehen an,

Was Suend' und Unrecht ist gethan,

Wer kann, Herr, vor dir bleiben?

2. Bei dir gilt nichts denn Gnad' und Gunst

Die Suende zu vergeben.

Es ist doch unser Thun umsonst,

Auch in dem besten Leben.

Vor dir Niemand sich ruehmen kann,

Des muss dich fuerchten Jedermann

Und deiner Gnade Ieben.

3. Darum auf Gott will hoffen ich,

Auf mein Verdienst nicht bauen,

Auf ihn mein Herz soll lassen sich,

Und seiner Guete trauen,

Die mir zusagt sein werthes Wort,

Das ist mein Trost und treuer Hort,

Des will ich allzeit harren.

4. Und ob es waehrt bis in die Nacht

Und wieder an den Morgen,

Doch soll mein Herz an Gottes Macht

Verzweifeln nicht noch sorgen,

So thu' Israel rechter Art,

Der aus dem Geist erzeuget ward,

Und seines Gott's erharre.

5. Ob bei uns ist der Suenden viel,

Bei Gott ist viel mehr Gnaden;

Sein' Hand zu helfen hat kein Ziel,

Wie gross auch sei der Schaden.

Er ist allein der gute Hirt,

Der Israel erloe en wird

Aus seinen Suenden allen.

V. Ein neues Lied wir heben an.

By help of God I fain would tell.

A Song of the Two Christian Martyrs burnt at Brussels by

the Sophists of Louvain in the year MDXXII [July 1, 1523].

MELODY, 1525. _Harmony by_ M. PRAETORIUS, 1610.

1. By help of God I fain would tell

A new and wondrous story,

And sing a marvel that befell

To his great praise and glory.

At Brussels in the Netherlands

He hath his banner lifted,

To show his wonders by the hands

Of two youths, highly gifted

With rich and heavenly graces.

2. One of these youths was called John,

And Henry was the other;

Rich in the grace of God was one,

A Christian true his brother.

For God's dear Word they shed their blood,

And from the world departed

Like bold and pious sons of God;

Faithful and lion-hearted,

They won the crown of martyrs.

3. The old Arch-fiend did them immure,

To terrify them seeking;

They bade them God's dear Word abjure,

And fain would stop their speaking.

From Louvain many Sophists came,

Deep versed in human learning,

God's Spirit foiled them at their game

Their pride to folly turning.

They could not but be losers.

4. They spake them fair, they spake them foul,

Their sharp devices trying.

Like rocks stood firm each brave young soul

The Sophists' art defying.

The enemy waxed fierce in hate,

And for their life-blood thirsted;

He fumed and chafed that one so great

Should by two babes be worsted,

And straightway sought to burn them.

5. Their monkish garb from them they take,

And gown of ordination;

The youths a cheerful Amen spake,

And showed no hesitation.

They thanked their God that by his aid

They now had been denuded

Of Satan's mock and masquerade,

Whereby he had deluded

The world with false pretences.

6. Thus by the power of grace they were

True priests of God's own making,

Who offered up themselves e'en there,

Christ's holy orders taking;

Dead to the world, they cast aside

Hypocrisy's sour leaven,

That penitent and justified

They might go clean to heaven,

And leave all monkish follies.

7. They then were told that they must read

A note which was dictated;

They straightway wrote their fate and creed,

And not one jot abated.

Now mark their heresy! "We must

In God be firm believers;

In mortal men not put our trust,

For they are all deceivers;"

For this they must be burned!

8. Two fires were lit; the youths were brought,

But all were seized with wonder

To see them set the flames at naught,

And stood as struck with thunder.

With joy they came in sight of all,

And sang aloud God's praises;

The Sophists' courage waxed small

Before such wondrous traces

Of God's almighty finger.

9. The scandal they repent, and would

Right gladly gloss it over;

They dare not boast their deed of blood,

But seek the stain to cover.

They feel the shame within their breast,

And charge therewith each other;

But now the Spirit cannot rest,

For Abel 'gainst his brother

Doth cry aloud for vengeance.

10. Their ashes will not rest; would-wide

They fly through every nation.

No cave nor grave, no turn nor tide,

Can hide th'abomination.

The voices which with cruel hands

They put to silence living,

Are heard, though dead, throughout all lands

Their testimony giving,

And loud hosannas singing.

11. From lies to lies they still proceed,

And feign forthwith a story

To color o'er the murderous deed;

Their conscience pricks them sorely.

These saints of God e'en after death

They slandered, and asserted

The youths had with their latest breath

Confessed and been converted,

Their heresy renouncing.

12. Then let them still go on and lie,

They cannot win a blessing;

And let us thank God heartily,

His Word again possessing.

Summer is even at our door,

The winter now has vanished,

The tender flowerets spring once more,

And he, who winter banished,

Will send a happy summer.

1. Ein neues Lied wir heben an,

Das walt' Gott unser Herre,

Zu singen was Gott hat gethan

Zu seinem Lob und Ehre.

Zu Bruessel in dem Niederland

Wohl durch zween junge Knaben

Hat er sein Wunder g'macht bekannt,

Die er mit seinen Gaben

So reichlich hat gezieret.

2. Der Erst' recht wohl Johannes heisst,

So reich an Gottes Hulden;

Sein Bruder Heinrich nach dem Geist,

Ein rechter Christ ohn' Schulden.

Von dieser Welt geschieden sind,

Sie ha'n die Kron' erworben,

Recht wie die frommen Gottes Kind

Fuer sein Wort sind gestorben,

Sein' Maert'rer sind sie worden.

3. Der alte Feind sie fangen liess,

Erschreckt sie lang mit Draeuen,

Das Wort Gott man sie lenken hiess,

Mit List auch wollt' sie taeuben,

Von Loewen der Sophisten viel,

Mit ihrer Kunst verloren,

Versammelt er zu diesem Spiel;

Der Geist sie macht zu Thoren,

Sie konnten nichts gewinnen.

4. Sie sungen suess, sie sungen sau'r,

Versuchten manche Listen;

Die Knaben standen wie ein' Mau'r,

Veracht'ten die Sophisten.

Den alten Feind das sehr verdross,

Dass er war ueberwunden

Von solchen Jungen, er so gross;

Er ward voll Zorn von Stunden,

Gedacht' sie zu verbrennen.

5. Sie raubten ihn'n das Klosterkleid,

Die Weih' sie ihn'n auch nahmen;

Die Knaben waren des bereit,

Sie sprachen froehlich: Amen!

Sie dankten ihrem Vater, Gott,

Dass sie los sollten werden

Des Teufels Larvenspiel und Spott,

Darin durch falsche Berden

Die Welt er gar betreuget.

6. Da schickt Gott durch sein Gnad' also,

Dass sie recht Priester worden:

Sich selbst ihm mussten opfern da

Und geh'n im Christen Orden,

Der Welt ganz abgestorben sein,

Die Heuchelei ablegen,

Zum Himmel kommen frei und rein,

Die Moencherei ausfegen

Und Menschen Tand hie lassen.

7. Man schrieb ihn'n fuer ein Brieflein klein,

Das hiess man sie selbst lesen,

Die Stueck' sie zeigten alle drein,

Was ihr Glaub' war gewesen.

Der huechste Irrthum dieser war:

Man muss allein Gott glauben,

Der Mensch leugt und treugt immerdar,

Dem soll man nichts vertrauen;

Dess mussten sie verbrennen.

8. Zwei grosse Feur sie zuend'ten an,

Die Knaben sie her brachten,

Es nahm gross Wunder Jedermann,

Dass sie solch' Pein veracht'ten,

Mit Freuden sie sich gaben drein,

Mit Gottes Lob und Singen,

Der Muth ward den Sophisten klein

Fuer diesen neuen Dingen,

Da sich Gott liess so merken.

9. Der Schimpf sie nun gereuet hat,

Sie wollten's gern schoen machen;

Sie thuern nicht ruehmen sich der That

Sie bergen fast die Sachen,

Die Schand' im Herzen beisset sie

Und klagen's ihr'n Genossen,

Doch kann der Geist nicht schweigen hie:

Des Habels Blut vergossen,

Es muss den Kain melden.

10. Die Aschen will nicht lassen ab,

Sie staeubt in allen Landen;

Hie hilft kein Bach, Loch, Grub' noch Grab,

Sie macht den Feind zu Schanden.

Die er im Leben durch den Mord

Zu schweigen hat gedrungen,

Die muss er todt an allem Ort

Mit aller Stimm' und Zungen

Gar froehlich lassen singen.

11. Noch lassen sie ihr Luegen nicht,

Den grossen Mord zu schmuecken,

Sie gehen fuer ein falsch Gedicht,

Ihr G'wissen thut sie druecken,

Die Heil'gen Gott's auch nach dem Tod

Von ihn'n gelaestert werden,

Sie sagen: in der lessten Noth

Die Knaben noch auf Erden

Sich sollen ha'n umkehret.

12. Die lass man luegen immerhin,

Sie haben's keinen Frommen,

Wir sollen danken Gott darin,

Sein Wort ist wiederkommen.

Der Sommer ist hart fuer der Thuer

Der Winter ist vergangen,

Die zarten Bluemlein geh'n herfuer:

Der das hat angefangen,

Der wird es wohl vollenden.

VI. Nun komm, der Heiden Heiland.

Saviour of the heathen, known.

_From the Ambrosian Christmas Hymn, "Veni,

Redemptor, Gentium."_

_Melody derived from the Ambrosian original, 1525.

Harmony from "The Choral Book for England," by_

WM. STERNDALE BENNETT _and_ OTTO

GOLDSCHMIDT, 1865.

1. Saviour of the heathen, known

As the promised virgin's Son;

Come thou wonder of the earth,

God ordained thee such a birth.

2. Not of flesh and blood the son,

Offspring of the Holy One,

Born of Mary ever-blest,

God in flesh is manifest.

3. Cherished is the Holy Child

By the mother undefiled;

In the virgin, full of grace,

God has made his dwelling-place.

4. Lo! he comes! the Lord of all

Leaves his bright and royal hall;

God and man, with giant force,

Hastening to run his course.

5. To the Father whence he came

He returns with brighter fame;

Down to hell he goes alone,

Then ascends to God's high throne.

6. Thou, the Father's equal, win

Victory in the flesh o'er sin;

So shall man, though weak and frail;

By the indwelling God prevail.

7. On thy lowly manger night

Sheds a pure unwonted light;

Darkness must not enter here,

Faith abides in sunshine clear.

8. Praise be to the Father done,

Praise be to the only Son,

Praises to the Spirit be,

Now and to eternity.

1. Nun komm, der Heiden Heiland,

Der Jungfrauen Kind erkannt,

Dass sich wunder alle Welt,

Gott solch' Geburt ihm bestellt.

2. Nicht von Mann's Blut noch von Fleisch,

Allein von dem heil'gen Geist

Ist Gott's Wort worden ein Mensch,

Und blueht ein Frucht Weibes Fleisch.

3. Der Jungfrau Leib schwanger ward

Doch blieb Keuschheit rein bewahrt,

Leucht herfuer manch Tugend schon,

Gott da war in seinem Thron.

4. Er ging aus der Kammer sein,

Dem koen'glichen Saal so rein,

Gott von Art und Mensch ein Held

Sein'n Weg er zu laufen eilt.

5. Sein Lauf kam vom Vater her

Und kehrt wieder zum Vater,

Fuhr hinunter zu der Hoell'

Und wieder zu Gottes Stuhl.

6. Der du bist dem Vater gleich,

Fuehr hinaus den Sieg im Fleisch,

Dass dein ewig Gottes G'walt

In uns das krank Fleisch enthalt.

7. Dein' Krippen glaenzt hell und klar,

Die Nacht giebt ein neu Licht dar,

Dunkel muss nicht kommen d'rein

Der Glaub' bleibt immer im Schein.

8. Lob sei Gott dem Vater g'than,

Lob sei Gott dem ein'gen Sohn,

Lob sei Gott dem heil'gen Geist,

Immer und in Ewigkeit.

VII. Christum wir sollen loben schon.

Now praise we Christ, the Holy One.

_From the Hymn "A solis ortus cardine."_

_The Original Latin Melody. Harmony by_ M. PRAETORIUS, 1609.

1. Now praise we Christ, the Holy One,

The spotless virgin Mary's Son,

Far as the blessed sun doth shine,

E'en to the world's remote confine.

2. He, who himself all things did make,

A servant's form vouchsafed to take,

That He as man mankind might win,

And save His creatures from their sin.

3. The grace of God, th'Almighty Lord,

On the chaste mother was outpoured;

A virgin pure and undefiled

In wondrous wise conceived a child.

4. The holy maid became th' abode

And temple of the living God;

And she, who knew not man, was blest

With God's own Word made manifest.

5. The noble mother bare a Son,

For so did Gabriel's promise run,

Whom John confest and leapt with joy,

Ere yet the mother knew her boy.

6. In a rude manger, stretched on hay,

In poverty content he lay;

With milk was fed the Lord of all,

Who feeds the ravens when they call.

7. Th' angelic choir rejoice, and raise

Their voice to God in songs of praise;

To humble shepherds is proclaimed

The Shepherd who the world hath framed.

8. Honor to thee, O Christ, be paid,

Pure offspring of a holy maid,

With Father and with Holy Ghost,

Till time in time's abyss be lost.

1. Christum wir sollen loben schon

Der reinen Magd Marien Sohn,

So weit die liebe Sonne leucht't

Und an aller Welt Ende reicht.

2. Der selig Schoepfer aller Ding'

Zog an ein's Knechtes Leib gering,

Dass er das Fleisch durch's Fleisch erwuerb',

Und sein Geschoepf nicht all's verdueb'.

3. Die goettlich Gnad' vom Himmel gross

Sich in die keusche Mutter goss;

Ein Maegdlein trug ein heimlich Pfand,

Das der Natur war unbekannt.

4. Das zuechtig Haus des Herzens zart

Gar bald ein Tempel Gottes ward,

Die kein Mann ruehret noch erkannt',

Von Gott's Wort man sie schwanger fand.

5. Die edle Mutter hat gebor'n,

Den Gabriel verhiess zuvorn,

Den Sanct Johann's mit Springen zeigt,

Da er noch lag im Mutter Leib.

6. Er lag im Heu mit Armuth gross,

Die Krippen hart ihn nicht verdross,

Es ward ein klein Milch sein Speis',

Der nie kein Voeglein hungern liess.

7. Des Himmels Choer' sich freuen drob,

Und die Engel singen Gott Lob,

Den armen Hirten wird vermeld't

Der Hirt und Schoepfer aller Welt.

8. Lob, Ehr und Dank sei dir gesagt,

Christe gebor'n von reinen Magd,

Mit Vater und dem heil'gen Geist

Von nun an bis in Ewigkeit!

VIII. Gelobet sei'st du, Jesu Christ.

All praise to Jesus' hallowed Name.

_The first stanza an ancient German Christmas Hymn. Six

stanzas added by Luther._

_Ancient German Melody, in Walter, _ 1525. _Harmony by_

A. HAUPT, 1869.

1. All praise to Jesus' hallowed name

Who of virgin pure became

True man for us! The angels sing

As the glad news to earth they bring.

Hallelujah!

2.Th' eternal Father's only Son

For a manger leaves his throne.

Disguised in our poor flesh and blood

See now the everlasting Good.

Hallelujah!

3. He whom the world could not inwrap

Yonder lies in Mary's lap;

He is become an infant small,

Who by his might upholdeth all.

Hallelujah!

4. Th' eternal Light, come down from heaven,

Hath to us new sunshine given;

It shineth in the midst of night,

And maketh us the sons of light.

Hallelujah!

5. The Father's Son, God everblest,

In the world became a guest;

He leads us from this vale of tears,

And makes us in his kingdom heirs.

Hallelujah!

6. He came to earth so mean and poor,

Man to pity and restore,

And make us rich in heaven above,

Equal with angels through his love.

Hallelujah!

7. All this he did to show his grace

To our poor and sinful race;

For this let Christendom adore

And praise his name for evermore.

Hallelujah!

1. Gelobet sei'st du, Jesu Christ,

Dass du Mensch geboren bist

Von einer Jungfrau, das ist wahr,

Dess freuet sich der Engel Schaar.

Kyrioleis.

2. Des ew'gen Vaters einzig Kind

Jetzt man in der Krippen findt,

In unser armes Fleisch und Blut

Verkleidet sich das ewig Gut.

Kyrioleis.

3. Den aller Welt Kreis nie beschloss,

Der liegt in Marien Schooss,

Er ist ein Kindlein worden klein,

Der alle Ding erhaelt allein.

Kyrioleis.

4. Das ewig Licht geht da herein,

Gibt der Welt ein'n neuen Schein;

Es leucht't wohl mitten in der Nacht

Und uns des Lichtes Kinder macht.

Kyrioleis.

5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art,

Ein Gast in der Werlet ward,

Und fuehrt uns aus dem Jammerthal;

Er macht uns Erben in sei'm Saal.

Kyrioleis.

6. Er ist auf Erden kommen arm,

Dass er unser sich erbarm',

Und in dem Himmel machet reich

Und seinen lieben Engeln gleich.

Kyrioleis.

Dr. Martin Luther's Deutsche Geistliche Lieder The Hymns of Martin Luther Set to Their Original Melodies, With an English Version · 第 2 / 5 段