++======================================================================++
|| || Frauen ||
|+----------++----------------------------------------------------------+|
|| ||Geschäftsinhaberinnen ||
|| || |Lehrerinnen Schauspieler. ||
|| || | |Buchhalterinnen ||
|| || | | |Verkäuferinnen ||
|| || | | | |Schneiderinnen ||
|| || | | | | |Wirtschafterinnen ||
|| Männer || | | | | | |Arbeiterinnen ||
|| || | | | | | | ||Insgesamt mit Beruf ||
|| || | | | | | | || |Ohne Beruf[21]||
|| || | | | | | | || | |Zusammen||
|+==========++====+======+====+====+====+====+====++=====+=====+========+|
||Akademiker|| -- | 2 | 2 | 1 | 2 | -- | -- || 7 | 17 | 34 ||
||Kaufleute || 3 | 1 | 2 | 8 | 14 | 5 | 1 || 34 | 22 | 56 ||
||Angest. || | | | | | | || | | ||
|| Kaufleute|| 3 | 6[22]| 22 | 13 | 22 | 4 | 3 || 73 | 43 | 116 ||
||Handwerker|| -- | -- | -- | 1 | 6 | 1 | 1 || 9 | 1 | 10 ||
||Arbeiter || 1 | 1[23]| 8 | 17 | 26 | 9 | 19 || 71 | 9 | 80 ||
|+----------++----+------+----+----+----+----+----++-----+-----+--------+|
|| zusammen || 8 | 7 | 34 | 40 | 70 | 19 | 24 ||~194~| ~92~| ||
++======================================================================++
Bei den Mischehen waren die Gattinnen 116 Jüdinnen, davon 37 berufslos,
120 Christinnen, davon 31 berufslos.
Ein anderes Bild zeigt die Eheschließung in Mischehen. Während die
Bräute in den jüdischen Ehen fast ⅔ der Fälle berufslos waren, hatten
sie in den Mischehen viermal so häufig vorher einen Beruf ausüben
müssen. Da aber erfahrungsgemäß (nach Statistiken Dr. #Segalls# u. a.)
die Mehrzahl der Jüdinnen Berlins im heiratsfähigen Alter erwerbstätig
ist, so mag der Schluß auch aus der Statistik zu ziehen sein, daß der
Jude die berufslose Frau wählt, d. h. diejenige, die wohlhabend ist und
ihn materiell unterstützen kann, vorzieht. Für ein gut Teil der
jüdischen Mädchen, die nicht auf derartige wirtschaftliche Vorteile
rechnen können, eröffnen sich unangenehme Perspektiven.[24]
Wo Ehen nach dem Gesichtspunkte des wirtschaftlichen Vorteiles
geschlossen werden, wird es nicht ausbleiben, daß der Kindersegen unter
demselben Gesichtswinkel betrachtet wird. Und ebenso wie eine
mittellose Frau eine starke Belastung des Budgets (und keine
Verbesserung der materiellen Leistungsfähigkeit) bedingt, so wirkt ein
numerisch starker Nachwuchs in derselben Linie. Wo ein starker sozialer
Auftrieb besteht, kommt die Frühehe und die Liebesheirat zu
kurz. Diese Erscheinungen korrespondieren gewissermaßen mit der
Geburtenbeschränkung.
Das Alter der jüdischen Eheschließenden im Jahre 1909 ist auf der
Tabelle IX wiedergegeben, diese Tabelle ist so übersichtlich, daß wohl
kaum ein ausführlicher Kommentar dazu gehört. Beachtenswert ist nicht
allein das späte Alter der heiratenden Akademiker und Kaufleute,
vielmehr noch das höhere Brautalter #der# Jüdinnen, die Handwerker und
Arbeiter heiraten. Entsprechend dem späten Alter der Heiratenden stellt
sich auch die erste Geburt bei ihnen spät ein, und es ist doch ganz
klar, daß eine Bevölkerung, die mit durchschnittlich 30 Jahren
heiratet, eine viel geringere Fruchtbarkeit haben muß als eine
andere, die früher zur Ehe schreitet; denn wenn wir z. B. das
Durchschnittsalter der jüdischen Ehen, bei denen 8 und 9 Kinder
vorkamen, betrachten, so war dasselbe 40 bis 42 Jahre. Daß natürlich
Ehen, die mit 30 Jahren geschlossen werden, in 10 Jahren kaum 8-9
Kinder bekommen, ist fast selbstverständlich, aber es bedarf
überhaupt nicht langer Erklärungen für die Tatsache, daß eine
Großstadtbevölkerung, bei der die Männer durchschnittlich über 30 Jahre
alt sind, wenn sie heiraten, eine geringe Kinderzahl besitzen wird, und
es ist ganz selbstverständlich, daß bei dem großstädtischen Milieu das
späte Alter der Eheschließenden doppelt ins Gewicht fällt. Nun bezeugen
die Ehen, in denen im Jahre 1910 noch mehr als sechs Kinder vorkamen,
nicht die #heutigen# Verhältnisse, sie sind, soweit sie nicht Ausländer
betreffen, durchschnittlich vor 20 Jahren geschlossen worden und der
damaligen Sitte entsprechend noch früher denn jetzt. Wir gehen wohl
nicht zu weit, wenn wir behaupten, daß von den heute geschlossenen Ehen
eine geringere Fruchtbarkeit ausgehen wird, als wir sie bei den Ehen
konstatieren konnten, die vor 20 Jahren geschlossen wurden. Es wurde
schon betont, daß das Durchschnittsalter der Eheschließenden heute ein
viel späteres ist, und ein Blick auf unsere Tabellen zeigt die enorme
Verschiebung. 1873 waren bis zum 30. Lebensjahr 55 % aller Heiratenden
schon in die Ehe getreten, bei den Frauen gab es 10 %, die schon bis zum
20. Lebensjahr dem Manne folgten, während es heute knapp 2 % sind. Und
wenn wir auf 1871 zurückgehen, so waren es 60 % männliche Juden, die bis
zum 30. Jahre heirateten, und 20 % weibliche, die vor dem 20. Lebensjahr
Gattinnen wurden. Leider besitzen wir keine Statistik, wieviel Prozent
der Juden vom 20.-40. Lebensjahre aus Berlin stammen. Wir gehen wohl
kaum zu weit, wenn wir behaupten, daß die in Berlin geborenen Juden nur
zum geringen Teil auswandern. Wenn wir dagegen die Ziffer der Eheleute,
die aus Berlin stammen, ansehen, so müssen wir wohl sie als zu gering
bezeichnen. So fanden wir 1910 nur 382 geborene Berliner, die eine Ehe
schlossen.[25] Die Betrachtung der Totenscheine, wonach gerade ein
hoher Prozentsatz der ledigen Juden in höherem Alter aus Berlin
stammte, bestätigt die Behauptung, daß die eingesessene Berliner
jüdische Bevölkerung die geringste Tendenz zur Heirat und Fortpflanzung
besitzt. Von den kinderreichen Familien, die ich anläßlich einer neuen
Geburt im Jahre 1910 auszählte, waren nur 6 % der Väter aus Berlin.
[Diagramm: #Das Alter der jüdischen Eheschließenden.# Durchschnittsalter
der heiratenden männlichen und weiblichen Juden nach Berufen.]
Tabelle IX.
#Alter der heiratenden Juden in Berlin# (1910).
==========================================================================
| Akadem. | Kaufleute | Angest. | Selbst. | Arbeiter | Im Durch-
| | | Kaufleute | Handw. | | schnitt
=======+=========+===========+===========+=========+==========+===========
Männer | 32,3 | 31,8 | 29,7 | 31,1 | 26,6 | 30,4
Frauen | 22,0 | 23,8 | 25,7 | 26,0 | 26,3 | 24,3
#Alter der Eltern bei jüdischen Geburten#
#bei der ersten Geburt#
Männer | 33,3 | 33,1 | 31,2 | 32,5 | 27,7 | 32,05
Frauen | 25,4 | 26,8 | 25,8 | 24,3 | 25,3 | 26,25
bei den Geburten in jüdischen Ehen bei den Geburten in Mischehen
Männer Frauen Männer Frauen
II. Geburt 33,1 28,6 I. Geburt 29,5 26,0
III. " 34,4 30,4 II. " 30,1 26,7
IV. " 34,6 31,1 III. " 33,0 30,0
V. " 36,8 34,0 IV. " 32,4 29,0
VI. " 37,0 34,6 V. " 32,6 32,3
VII. " 38,3 34,8 VI. " 36,5 34,4
VIII. " 40,3 37,9 usw.
IX. " 42,0 37,4
X. " 43,4 39,5
usw.
Tabelle X.
#Alter der unehelichen Mütter# (Jüdinnen 1910)
Jahre 17/19 20/22 23/25 26/28 29/31 33/35 36/38 39/41 42 usw.
14 28 21 14 12 6 1 4 1
#Beruf der unehelichen Mütter# (Jüdinnen in Berlin 1910).
Berufslos (davon 2 früher Schneiderin 19
Ehefrauen) 17 Verkäuferin 15
Selbständiger Beruf (Studentin, Arbeiterin 13
Sängerin, Lehrerin usw.) 5 Buchhalterin 6
Händlerin usw. 4 Aufwärterin 4
Wirtschafterin 14 usw. (Artistin, Masseuse,
Dienstmädchen 7 Kellnerin) 3
Aus all dem mag hervorgehen, daß die Abnahme der Fruchtbarkeit bei den
Berliner Juden eine evidente ist. Die verschiedentlichsten Methoden
ergaben immer dasselbe Resultat. Und es ist wohl kaum diese enorme
Unterproduktion auf irgendwelche zufällige Zu- oder Abwanderung,
Infertilität usw. zurückzuführen. Im Gegenteil, gerade die
ausländischen Juden, die schon knapp ein Fünftel der Berliner Juden
betragen, verschleiern etwas den tiefen Stand der einheimischen
Natalität.
~Zusammenfassung~: Die harmonische Entwicklung der jüdischen
Fruchtbarkeit von der Fülle zur Armut, stellt sich also nicht als das
Werk des Zufalls, sondern als die Anpassung an das Leben dar. Das
Sexualleben des Menschen wird beeinflußt von dem Ideengehalt der Zeit,
besonders aber von den wirtschaftlichen Verhältnissen, so daß man ruhig
behaupten kann, daß es für große Massen auch in diesen Dingen keine
Zufälligkeiten gibt.
Die Bedeutung des Wohlstandes ist an der Hand der Tafeln über Beruf und
Geburtlichkeit deutlich gezeigt worden. Aber auch die Steuerstatistik
zeigt uns den enormen Aufschwung der Juden. Für alle Berliner wird die
Tatsache unbestritten sein, daß die wohlhabenden Juden nach
Charlottenburg, Wilmersdorf, Schöneberg, Grunewald abströmen, daß
gerade die reichsten sich taufen lassen oder ihre Töchter Christen
verheiraten. Trotzdem hielten sich die Juden, d. h. der in Berlin
bleibende Rest bzw. die Zugewanderten nicht nur auf der Höhe, sondern
sie haben es fertig gebracht, die durchschnittlich pro Kopf versteuerte
Summe von 317 M. (1892) auf 355 M. (1905) emporzubringen, bzw. nach 13
Jahren statt 6 Millionen Steuern 10½ Millionen beizutragen. Man wird
gewiß die einzelnen Ziffern gerade wegen der großen Wanderungen sehr
abwägen müssen -- und es ist hier nicht der Raum, das Kapitel der
Steuerkraft der Berliner Konfessionen abzuhandeln -- aber nicht nur der
Umstand, daß die Juden #allein# ihre Steuersumme zu heben verstanden,
gibt zu bedenken.[26] Bei einer Bevölkerung von knapp 100000 Seelen
hatten die Juden 29426 Steuerzahler, die über 1500 M. vereinnahmten.
Und die Tatsache, daß in einer Rasse ⅓ aller Personen einschl. Frauen
und Kinder usw. eine so hohe Steuer bezahlten, gibt uns das Recht zur
Behauptung, daß die Berliner Juden exzeptionell wirtschaftlich #rasch
aufsteigen#.
Die Katholiken waren 1905 222700 Personen stark, die Juden 98909. Unter
den Steuerpflichtigen (über 21 M.) waren die Juden mit 29000
Zensiten, die Katholiken mit 14700 vertreten. Allerdings ist der
verschiedentliche Bevölkerungsaufbau zu berücksichtigen. Trotzdem
bleibt eine ungeheuere Differenz zwischen den Juden, von denen 30 % über
21 M. versteuerten, und den Katholiken, bei denen es 6,6 % waren.
Die Bedeutung des Wohlstandes und des Vorganges, daß an Stelle der nach
den Vororten ziehenden reichen Juden ärmere Massen wirtschaftlich
emporsteigen, findet #eben einen Ausdruck in dem Bestreben, durch
Hintanhaltung der Familie ökonomisch zu erstarken#.
Es wird schwer halten, den Zusammenhang dieser Dinge abzuleugnen.
So wird es der nächsten Zeit vorbehalten sein, neue Gesetze, welche die
Vermehrung einer Bevölkerung bedingen, auszufinden, da die alten, die
#Malthus# und andere aufstellten, keine Erklärung für die neuen
Bevölkerungsvorgänge mehr abgeben können. Das Beispiel der Berliner
Juden wird aber nicht nur theoretisch eine gewisse Bedeutung haben,
sondern vor allem auch praktisch durch den Hinweis darauf, daß die
allgemeine Berliner Bevölkerung mit ihrer Unterfrüchtigkeit den Juden
nachzog.
Wir kommen somit nach all dem Gesagten zu folgendem Schluß:
#Unter unsern heutigen sozialen Verhältnissen bringt das materielle und
soziale Aufsteigen bzw. der intensive Wunsch nach ökonomischen Mitteln
und gesellschaftlicher Stellung den beteiligten Familien schwerste
Gefahren in rassenhygienischer Bedeutung.#
* * * * *
[Sämtliche Zahlen sind, soweit keine Quellen angegeben sind, berechnet
bzw. zitiert nach den Publikationen des Statistischen Amtes der Stadt
Berlin bzw. des Königreiches Preußen; da in den Tabellen fast jede Zahl
einem anderen Bande entnommen wurde, ist eine Zitierung unmöglich.
Die Statistiken über die Eheschließungen, Geburten, Todesfälle sind
eigene Zählungen des Urmaterials, die von mir auf dem Statistischen Amt
der Stadt Berlin unter gütiger Genehmigung des Herrn Direktors
vorgenommen wurden.
Die Kurven wurden nach Angabe des Verfassers von Herrn Bach
gezeichnet.]
Fussnoten:
[1] Nach dem jüdischen Gesetz hatten alle Juden zu Beginn der
Geschlechtsreife zu heiraten. Jede Inhibierung der Konzeption war
streng verpönt. Frühe Heirat und reicher Kindersegen galten als
besonders gottgefällig.
[2] Weiteres Material in dieser Frage habe ich auch in dem Buche »Der
Untergang der deutschen Juden« (Reinhard, München) und besonders im
»sterilen Berlin« (Berlin 1913, Marquardt) niedergelegt.
[3] Von hier ab ist der jüdische Nachwuchs berechnet aus
a) den Kindern der jüdischen Ehen,
b) den Kindern von unehelichen jüdischen Müttern,
c) der Hälfte aller Geburten aus Mischehen.
[4] Infolge der Taufbewegung ist diese Ziffer zu gering. Es würden
hierher eigentlich auch die gestorbenen getauften Juden gehören, da
diese ja in der Spalte der geborenen Juden figurierten. Darnach wäre
die Summe der verstorbenen Juden um etwa 200 größer.
[5] In ausführlichen Berechnungen in der Mediz. Reform (Nr. I v. 1913),
sowie in dem Buche »Das sterile Berlin« und in einer demnächst
erscheinenden Arbeit im Archiv zur soz. Hygiene habe ich nachgewiesen,
daß je nach der Kindersterblichkeit und dem Bevölkerungsaufbau die
Geburtenziffer 20-30 ‰ betragen muß, um die Art zu erhalten. Eine
Geburtenziffer unter 20 ‰ ist bei normaler Besetzung der
Altersklassen unterfrüchtig. Zum Vergleiche einige Geburtenziffern des
Jahres 1910:
In Rumänien 39,8 ‰, in Deutschland 29,8 ‰, in Frankreich 19,7 ‰.
Für #Großberlin# beträgt die Geburtenziffer der Juden sogar nur
noch 12 ‰.
[6] Durch Interpolation. Diese Ziffern liegen nicht vor.
[7] Davon von jüdischen Müttern 88. Der biologische jüdische Nachwuchs
dieses Jahres ist die Ziffer, die die Geburten aller jüdischen Mütter,
sei es aus jüdischen Ehen, Mischehen oder unehelichen, wiedergibt.
[8] Siehe Tabelle III. Die Zahlen betreffen nur den jüdischen Teil der
Eheschließenden, bzw. bei den Kindern wurde nur die Hälfte der Kinder
aus Mischehen den Juden zugezählt.
[9] Als Fruchtbarkeitsziffer ist hier die Zahl der Geburten verstanden,
die auf 1000 gebärfähige Frauen (15-50 Jahre alt) kommt.
[10] Eine solche Tabelle läßt allerdings nicht die momentane
Fruchtbarkeit hervortreten, welche die eben geschlossenen Ehen
anstreben, denn wenn z. B. Ehen, die vor 10 Jahren geschlossen wurden,
noch mehr Kinder wünschten als die eben geschlossenen, so drücken jene
der Tabelle ihren Siegel auf. Wir werden also, da die vor 10 Jahren
geschlossenen Ehen zu unserer Zeit ihre Mehrgeburten haben werden, die
Fruchtbarkeit einer früheren Periode antreffen.
[11] Nach den Veröffentlichungen des Statistischen Amtes Berlin gab es
1905 sogar 41 % kinderlose Mischehen. Die Zahl der später legitimierten
ursprünglich unehelich Geborenen wurde berücksichtigt.
[12] Siehe #Gruber# u. #Rüdin#, Fortpflanzung, Vererbung, Rassenhygiene,
Lehmanns Verlag, S. 164 und #Theilhaber#, Das sterile Berlin.
[13] Darunter: Achtgeborene 9, Neuntgeborene 7, Zehntgeborene
2, Elftgeborene 3, Zwölftgeborene 2, Dreizehntgeborene 1,
Vierzehntgeborene 1, Fünfzehntgeborene 1.
[14] Von den 54 Akademikern, die 1910 heirateten, waren 22 Ärzte, 13
Juristen, 6 Ingenieure, 2 Apotheker, 2 Rabbiner, 5 versch.
[15] Siehe #Prinzing#, Handbuch d. mediz. Statistik 1906.
[16] Die Zahl der 1910 in Berlin gestorbenen Juden von 0-30 Jahren war
246 = 19 % der geborenen. In Berlin hatte die allgemeine Bevölkerung
eine Sterblichkeit der Altersklassen
0-15 Jahre von 10,310 = 23,3 aller Geburten } = 29,4 der Geborenen.
16-30 Jahre von 2,803 = 6,1 " " }
[17] Auch die Verseuchung der jüdischen Großstadtjugend mit
Geschlechtskrankheiten ist notorisch. Die sogenannten höher stehenden
Berufe, die die Juden anstreben, gewähren erst spät ein standesgemäßes
Einkommen, so daß tatsächlich ein großer Teil der jüdischen jungen
Leute, auch wenn er will, nicht früher heiraten kann. Die Folge ist die
Ausbreitung der Syphilis und der Gonorrhöe unter den Juden, zweier
Krankheiten, die bei ihnen früher selten zu treffen waren.
[18] Es starben nämlich 1905-09 auf je hundert Geborene berechnet bis
zum 15. Lebensjahr ca. 16 % der Geborenen. 1910 waren es nur 13,5 %.
Gestorbene Juden in Altersklassen 15-29 gab es 1910 5,5 %. Da, wie wir
später sehen werden, die Fruchtbarkeit bei den Juden und Jüdinnen
durchschnittlich in das Ende der 20er, hauptsächlich aber zu Beginn der
30er Jahre zu setzen ist, so können wir statistisch sagen, daß die vor
dem 30. Lebensjahr sterbenden Personen durchschnittlich an der
Vermehrung nicht mehr teilgenommen haben. Wir erhalten also für die
neueste Zeit das Ergebnis, daß von je 100 geborenen Juden 19-20 zu früh
sterben. Bei der allgemeinen Bevölkerung von Berlin waren es 1905 33 %
der Geborenen, die bis zum 30. Jahre starben. In das Verhältnis gesetzt
zu den 59 Geburten, die wir als das Geburtenminimum pro 1000
gebärfähige Frauen berechnet haben, müssen wir also bei der jüdischen
Bevölkerung entsprechend 12-14, bei der allgemeinen Bevölkerung etwa 20
Geburten hinzuzählen, um diejenige Geburtenziffer zu bekommen, die
imstande ist, die Bevölkerung zu ersetzen.
#Theoretisches Beispiel der Methode.#
Um 1000 gebärfähige Frauen nebst 1000 entsprechenden Männern zu
ersetzen, bedürfte es eigentlich nur 59 Geburten pro Jahr. Da aber nach
dem Stand der Sterblichkeit ein Teil der Geborenen nicht mehr in das
gebärfähige Alter gelangt, so müssen wir diese Geburten um die
Mortalitätsziffer bereichern. Wir nehmen an, daß noch 21 Geburten pro
Jahr mehr sein müssen, damit wirklich 59 das 30. Lebensjahr erreichen.
Wenn also diese 1000 gebärfähigen Frauen pro Jahr 80 Geburten haben, so
werden davon in einem späteren Zeitraum wieder je 1000 gebärfähige und
zeugungstüchtige Männer und Frauen gewährleistet. Oder mathematisch
ausgedrückt 1000 gebärfähige Frauen zwischen 15-50 Jahren müssen
Geburten haben:
1000 × ~2~ (wegen der Männer)
geteilt: 35 (wegen der 35 Jahre, siehe 15-50 Jahre)
+ _x_.
_x_ ist der Sterblichkeitsquotient derer, die vor dem zeugungsfähigen
Alter sterben. Eine Bevölkerung, die pro Jahr z. B. 100 als
Fruchtbarkeitsziffer aufweist, hat bei einem Adäquatfruchtbarkeitswert
von 80 einen Geburtenüberschuß von 20! Der Adäquatwert des
Fruchtbarkeitswertes der allgemeinen Berliner Bevölkerung von 1905 war
80, 1900 wegen der größeren Kindersterblichkeit ca. 85.
Wie unsere Tabelle zeigt, hat unsere allgemeine Berliner Bevölkerung
1900 ungefähr ihre Lebenserhaltung. Adäquatwert und wirkliche
Fruchtbarkeit waren gleich, 1905 war die Fruchtbarkeit schon zu gering!
Die Berechnungen über den Status der Berliner Bevölkerung in exakter
Form sollen in einer gesonderten Arbeit behandelt werden.
[19] Eine Artistin.
[20] Eine Verwandte.
[21] Einschl. 4 geschiedene Frauen.
[22] Einschl. 4 Schauspieler und Schauspielerinnen.
[23] Eine Krankenschwester.
[24] Siehe diesbezüglich die Behandlung dieses Themas in »Die Neue
Generation« 1912, Augustheft: Das Eheproblem bei den Juden, worin die
Ursachen der Ehelosigkeit, Spätehe usw. ausführlich abgehandelt ist.
[25] Es kamen aber auf die heiratsfähigen Jahre durchschnittlich 1000
in Berlin geborene Juden.
[26] Die Steuersumme der übrigen Bevölkerung sank sogar.
* * * * * *
Anmerkungen zur Transkription:
Folgende Fehler wurden korrigiert:
S. 72 Tabelle IV: "Es treffen Geburten auf ge-geschl. Ehen"
Überflüssiges ge- entfernt;
S. 77 "Zweitgeborene in 30,5" Prozentzeichen nach 30,5 hinzugefügt;
S. 91 "sonders als die Anpassung" sonders korrigiert zu sondern.
Alles andere, auch Fehler bei den Werten in Tabellen, wurde aus dem
Original übernommen.