XLIX

Wenn zwei voneinander scheiden,

So geben sie sich die Händ

Und fangen an zu weinen,

Und seufzen ohne End.

Wir haben nicht geweinet,

Wir seufzten nicht Weh und Ach!

Die Tränen und die Seufzer,

Die kamen hintennach.

L

Sie saßen und tranken am Teetisch,

Und sprachen von Liebe viel.

Die Herren die waren ästhetisch,

Die Damen von zartem Gefühl.

Die Liebe muß sein platonisch,

Der dürre Hofrat sprach.

Die Hofrätin lächelt ironisch,

Und dennoch seufzet sie: Ach!

Der Domherr öffnet den Mund weit:

Die Liebe sei nicht zu roh,

Sie schadet sonst der Gesundheit.

Das Fräulein lispelt: Wie so?

Die Gräfin spricht wehmütig:

Die Liebe ist eine Passion!

Und präsentieret gütig

Die Tasse dem Herren Baron.

Am Tische war noch ein Plätzchen;

Mein Liebchen, da hast du gefehlt.

Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,

Von deiner Liebe erzählt.

Buch der Lieder · 第 112 / 262 题