I. Abschnitt

Die chemische Metallurgie, die Legirungen und die Metallpräparate.

Allgemeines.

[Sidenote: Begriff des Wortes Metallurgie.]

Die =Metallurgie= im engeren Sinne des Wortes umfasst die Lehre von den

theils mechanischen, theils chemischen Processen und Operationen, durch

welche die Metalle und gewisse Verbindungen derselben im Grossen (in

=Hüttenwerken=) dargestellt werden. Wir haben es ausschliesslich mit den

=chemischen= Hüttenprocessen zu thun, indem wir die Veränderungen

verfolgen, welche das Erz unter der Hand des Hüttenmannes erfährt, bis

dahin, wo das Metall oder ein anderes Hüttenprodukt daraus hervorgeht.

Die Metalle, mit deren Ausbringung sich die Metallurgie beschäftigt, sind

nicht sehr zahlreich; die wichtigsten derselben sind: Eisen, Kobalt,

Nickel, Kupfer, Blei, Chrom, Zinn, Wismuth, Zink, Antimon, Arsen,

Quecksilber, Platin, Silber, Gold. Mit Ausnahme des Chroms und des

Kobalts (welches letztere indessen auch seit 1862 durch =Fleitmann=

zuerst auf metallurgischem Wege im Grossen gewonnen worden ist) werden

sämmtliche Metalle in den Hüttenwerken fast nur metallisch dargestellt.

Von dem Nickel, Antimon und Arsen stellt man ausserdem Verbindungen dar.

An die genannten Metalle schliessen sich an das Aluminium und das

Magnesium, welche indessen zur Zeit noch nicht auf der Hütte, sondern in

chemischen Fabriken dargestellt werden.

Die Metallurgie führt als Theil der Technologie die Hüttenprocesse, nach

denen die Ausbringung der Metalle erfolgt, auf physikalische und

chemische Prinzipien zurück. Die metallurgische =Hüttenkunde= macht es

sich dagegen zur Aufgabe, die auf genannten Grundsätzen ruhenden

Operationen näher zu beschreiben.

[Sidenote: Erze.]

Nur wenige Metalle finden sich gediegen, die meisten kommen in chemischen

Verbindungen im Mineralreiche, in den =Erzen= vor, worunter man

gewöhnlich ein Gemenge einer oder mehrerer jener natürlichen Verbindungen

mit dem begleitenden Gestein oder überhaupt aller Mineralien versteht,

welche durch ihren Metallgehalt die Aufmerksamkeit des Berg- und

Hüttenmannes auf sich zu lenken geeignet sind. Die Erze sind das

Material, das von dem Hüttenmann zugute gemacht wird. Diejenigen Stoffe,

mit denen das Metall am häufigsten in den Erzen verbunden vorkommt, sind

der Sauerstoff und der Schwefel.

In den Erzen kommen die Metalle in folgenden Zuständen vor:

1) =Gediegen=, z. B. Gold, Silber, Platin, Quecksilber, Kupfer und

Wismuth;

Handbuch der chemischen Technologie Achte Auflage · 第 13 / 167 题