VIII. Abschnitt.

=Die Heizung.=

(Seite 776-828.)

=Brennmaterialien im Allgemeinen= 776. Brenn- und Flammbarkeit 777.

Wärmeeffect 777. Ermittelung der Brennkraft 777 (nach Karmarsch 777.

nach Berthier 778. durch die Elementaranalyse 778. nach Stromeyer 779).

Specifischer und pyrometrischer Wärmeeffect 779. Mechan. Aequivalent

der Wärme 780.

=Brennmaterialien im Besondern= 780. Holz 780. Holzkohlen 782

(Meilerverkohlung 784. Haufenverkohlung 785. Verkohlung in Meileröfen

787. Ofenverkohlung 787. in Retortenöfen 787. Schwedischer

Verkohlungsofen von Schwarz 787. Verkohlung mit gleichzeitiger

Theerproduktion 788. Schwedischer Thermokessel 789.) Eigenschaften der

Holzkohle 789. Brennbarkeit und Heizwerth derselben 790. Roth- oder

Röstkohle 790. Roth- oder Röstholz 791.

=Torf= 791. Bildung und Zusammensetzung desselben 791. Entwässern des

Torfes 792. Presstorf 793. Heizwerth des Torfes 794. Neue Verwendungen

des Torfes 794. -- Torfkohle 794.

=Braunkohlen= 795. Bildung derselben 795. Alaunerde 796. Arten der

Braunkohle 796. Zusammensetzung derselben 796. Anwendung der Braunkohle

797.

=Steinkohlen= 797. Allgemeines und Bildung der Steinkohlenlager 797.

Accessorische Bestandtheile der Steinkohlen 798. Eintheilung und

Charakteristik der Steinkohlenarten 798 (Anthracit 798. Backkohle 799.

Gaskohle 799. Sandkohle 799. Sinterkohle 799). Wärmeeffect der

Steinkohlen 800. Nutzbare Verdampfungskraft der Steinkohlen 800.

Bogheadkohle 801. Blattelkohle 801. Wemysskohle 801.

=Petroleum= als Brennstoff 801. Verdampfungskraft desselben 802.

=Koks= 802. Allgemeines 802. Nasse Aufbereitung der Steinkohle 802.

Meilerverkokung 803. Ofenverkokung 803 (Geschlossene Koksöfen 804.

Verkokungsöfen der Staubkohlen 804. Steinkohlenbacköfen 804. Appolt's

Koksofen 807. Koksöfen von Marsilly 807. von Jones 807. Doppelkoksofen

von Fremmont und von Gendebien 807. von Dubochet 807. von

Dubochet-Powel 807. Koksofen von Knab 807). Eigenschaften und

Brennwerth der Koks 808. Zusammensetzung der Koks 808.

=Künstliche Brennstoffe= 809. Künstliche Stückkohle oder Peras 809.

Patentkohle von Wylam und Warlich 809. Geformte Holzkohle 809.

Kohlenziegel oder Briquettes 809. Gasgemenge als Brennmaterial 809

(Gichtgase 811. Generatorgase 811. Siemens' Regeneratoren mit

Gasfeuerung 811. Gas für Heizzwecke 811).

=Heizung und Feuerung= 812. Allgemeines 812. I. =Heizung von Wohnungen=

812 (directe Heizung 812. Kaminheizung 812. Ofenkamine 812. Ofenheizung

813. Luftheizung 817. Calorifères 818. Kanalheizung 819.

Heisswasserheizung 819. Dampfheizung 820. Combination von Dampf- und

Wasserheizung 820. Gasheizung 821. Heizung ohne die gewöhnlichen

Brennmaterialien 821).

II. =Kesselfeuerung mit Rauchverzehrung= 822. Allgemeines 822.

Rauchverzehrung und Rauchentfernung durch Waschen 823. durch

verbesserte Roste 824 (Treppenrost 824. Etagenrost 824. Mobile Roste

824. Kettenrost 824. Rotirender Rost 824). durch verbesserte

Brennstoffzufuhr 825 (Stanley's Vorrichtung 825. Pultfeuerung 825.

Schüttelpultrost Vogl's 825). durch ungleiche Rostbeschickung 827.

durch Nebenströme von Luft 827. Resumé über den Werth der

rauchverhütenden Feuerungen 828.

* * * * *

Einleitung.

Die wirtschaftliche Thätigkeit des Menschen ist eine dreifache, sie ist

entweder producirend oder veredelnd oder vertheilend (umsetzend).

Man unterscheidet demnach zwischen Produktion oder Gütererzeugung (d. i.

die Ausbeutung von Grund und Boden), und Fabrikation und Handel

(Tauschwirtschaft).

Hiervon bildet nun die veredelnde Arbeit, die es mit der Zubereitung und

Verarbeitung der Rohstoffe zu thun hat, das Gewerbe im engern Sinne oder

diejenige Gruppe von Gewerben, welche man »=Gewerke=« nennt.

Die Lehre von den stoffveredelnden Gewerben oder mit anderen Worten die

=Gewerkslehre=, ist die =Technologie=. Dem Sinne des Wortes nach ist

letztere die Lehre von den Künsten ([Greek: technê, logos]). In dieser

allgemeinen Bedeutung wäre die Technologie der Inbegriff aller denkbaren

Kunstfertigkeiten. Um nun zu einiger Begränzung zu gelangen, rechnet man

zur Technologie nur jene Kunstfertigkeiten, welche Gegenstand dauernder

Beschäftigung oder wirklichen Erwerbs sind oder werden können, mit

alleiniger Ausnahme derjenigen, welche entweder wie die künstlerische

Thätigkeit im engern Sinne, -- obgleich dieselbe im Schaffen von Werthen

jede Industrie übertrifft -- vorzugsweise zur Befriedigung des

ästhetischen Gefühles zu dienen bestimmt sind, oder zahlreicher solcher

Gewerbe (Handwerke), welche die von dem technologischen Gewerbe

zubereiteten Stoffe zu fertigen Artikeln für den unmittelbaren Gebrauch

der Consumenten verarbeiten. In diesem Sinne wird die Technologie zur

Gewerbelehre, Gewerbekunde.

Die Ausdrücke Technologie, Gewerbelehre, Gewerbekunde sind jedoch

keineswegs gleichbedeutend. Bergbau und Handel -- von denen es der

erstere mit der Occupation freiwilliger Naturgaben, der letztere mit der

Vertheilung des Gütervorrathes von Land zu Land, von Ort zu Ort

(Grosshandel) oder an die einzelnen Bewohner des nämlichen Ortes

(Kleinhandel) zu thun hat -- gehören als producirende und umsetzende

(vertheilende) Gewerbe in des Gebiet der Gewerbelehre, sicherlich aber

nicht in das der Technologie. Bei einigen Industriezweigen ist die

Stellung eine zweifelhafte; dahin gehört =nicht= das häufig mit dem

Bergwesen vereinigte Hüttenwesen, und die Werkzeug- und Maschinenlehre,

die ohne Zweifel einen integrirenden Theil der Technologie ausmachen, wol

aber der Eisenbahnbau, der Strassen- und Brückenbau, die Schifffahrt, die

Baukunst, die Artilleriewissenschaft u. s. w. Letztere Zweige werden

meist Gegenstand specieller Behandlung. Gewerkslehre und Technologie sind

identisch.

Die Technologie ist keine selbständige Wissenschaft mit eigenthümlichen

Grundsätzen, sondern sie fusst lediglich auf der Anwendung der Principien

und Erfahrungssätze der Mechanik und der Naturwissenschaft mit steter

Berücksichtigung des Wirtschaftslebens, zum Zwecke der Verarbeitung der

Rohmaterialien zu Gegenständen des physischen Gebrauches. Sie ist

demnach praktische Naturwissenschaft und hat die Aufgabe, die

technisch-industrielle Thätigkeit auf ihre naturwissenschaftliche Basis

zurückzuführen, und zu lehren, auf welche Weise dieselbe zum Vortheil des

wirthschaftlichen Lebens und der sittlichen Menschheit auszubeuten sei.

Durch die Verarbeitung der Rohstoffe, die entweder Naturprodukte, wie sie

die Urproduktion (Berg- und Salinenbau, Forstwirtschaft, Ackerbau,

Viehzucht, Jägerei und Fischerei) liefert, oder schon Fabrikate (aus den

Hüttenwerken, chemischen Fabriken, Sägereien, Spinnereien, Webereien,

Gerbereien u. s. w.) sein können, wird entweder nur deren Form oder deren

innere Körperlichkeit (Substanz, Materie) verändert. Je nachdem nun das

Eine oder das Andere geschieht, zerfallen die sämmtlichen Gewerke, deren

Wesen die Technologie lehrt, in mechanische und chemische. Man theilt

deshalb auch die Technologie ein in mechanische und chemische

Technologie.

Die =mechanische= Technologie umfasst diejenigen Gewerke, durch welche

der Rohstoff nur seiner Form nach verändert wird, seiner Natur und

Substanz nach aber derselbe bleibt; sie betrachtet z. B. die Verarbeitung

des Holzes durch den Schreiner, Zimmermann, Drechsler, die Umwandlung des

Eisens in Schienen, in Blech und Draht, in Gussgegenstände, die des

Silbers und Goldes in Schmuckgegenstände, in Geschirre und Münzen, die

der Kupferlegirungen und des Stahles zu Kanonen und zu Glocken, die der

Gespinnstfasern (Flachs, Baumwolle, Jute, Ramee, Seide, Wolle) zu

Gespinnsten (Garn, Zwirn), Wirkwaaren und Geweben (Leinwand, Köper,

Sammt, Band), der Lumpen zu Papier, des Hornes zu Kämmen, der Haare zu

Pinseln etc.

Die =chemische= Technologie dagegen hat es mit jenen Gewerken zu thun,

durch welche der Rohstoff seiner Natur (und selbstverständlich auch

seiner Form) nach verändert wird, wie es der Fall ist bei der Extraction

der Metalle aus ihren Erzen, der Umwandelung des Bleies in Bleiweiss und

Bleizucker, des Schwerspathes in Chlorbarium und Barytweiss, des

Kryoliths in schwefelsaure Thonerde, Alaun und Soda, des Steinsalzes in

Sulfat und Soda, des Carnallits und Kainits in Chlorkalium, Kaliumsulfat,

Brom und Potasche, des Kupfers in Grünspan und Vitriol; des Torfes und

der Boghead- und Braunkohle in Paraffin, Solaröl und Photogen; der

Seetange in Kelp und Jod; des Oeles und Fettes in Seife und

Stearinkerzen, des Stärkemehls in Zucker und Weingeist; des Weingeistes

in Essig; der Verarbeitung der Gerste und des Hopfens zu Bier; der

Ueberführung des Roheisens in geschmeidiges Eisen, der des letzteren in

Stahl; der Verarbeitung der Steinkohle auf Koks, Gas und Theer, dieses

Kohlentheers auf Benzol, Carbolsäure, Anilinöl, Anthracen, Asphaltpech

und Naphtalin, der Fabrikation von Theerfarben, (Rosanilin, Anilinblau,

Manchestergelb, Bismarckbraun, Magdalaroth, Alizarin, Jodgrün,

Pikrinsäure) u. s. w.

In den meisten Fällen ist die Bearbeitung des Rohstoffes =mechanisch= und

=chemisch= zugleich wie z. B. in der Glasfabrikation, in der man Sand mit

Potasche, Glaubersalz oder Soda und Kalkstein zur Glasmasse

zusammenschmilzt und die so erhaltene Masse zu Gefässen und Platten

verarbeitet; ferner in der Rübenzuckerfabrikation, bei welcher zwar der

Rohstoff, der Zucker, seiner Natur nach völlig unverändert bleibt, auch

die Gewinnung des Saftes etc. eine rein mechanische Operation ist; die

Läuterungsmethoden sind aber fast sämmtlich chemische Processe.

Aehnliches gilt von der Stärkemehlfabrikation und der Gerberei, zum

grossen Theile auch von den Operationen der Färberei und Zeugdruckerei.

Die Keramik (d. i. die Technologie der Thonwaaren) wird, obgleich bei ihr

die mechanische Arbeit und das kunstgewerbliche Element prädominiren,

doch meist den chemischen Gewerben beigezählt. Die Lehre von den

Brennstoffen und den Feuerungsanlagen (d. i. die Pyrotechnik) bildet

einen wichtigen und integrirenden Theil der chemischen Technologie. Eine

strenge Sichtung beider Theile der Technologie ist nicht möglich, daher

definiren wir chemische Technologie als die Lehre von denjenigen

Gewerken, durch deren Betrieb vorzugsweise die Natur des Rohstoffes

verändert wird.

In der mechanischen Gewerkslehre spielt die Maschine in allen ihren

Nüancen als Motor oder Kraftmaschine, als Transmission und Regulator,

endlich als Werkzeug- und Fabrikationsmaschine, eine weit hervorragendere

Rolle als in der chemischen Technologie. Hier erstrecken sich die

Fortschritte und die möglichen Verbesserungen hauptsächlich:

1) auf Ersparniss an Rohstoff und wo nur immer thunlich, auf Regeneration

desselben;

Handbuch der chemischen Technologie Achte Auflage · 第 11 / 167 题