Das Griechische ist noch stärker:
[Greek: Thanoimi, maetros aim' episphaxas' emaes].
'Ich will gern des Todes sein, sobald ich meine Mutter umgebracht
habe!'
Nun kann man nicht behaupten, daß diese letzte Rede schlechterdings
unnatürlich sei. Ohne Zweifel haben sich Beispiele genug ereignet, wo
unter ähnlichen Umständen die Rache sich ebenso heftig ausgedrückt hat.
Gleichwohl, denke ich, kann uns die Härte dieses Ausdrucks nicht anders
als ein wenig beleidigen. Zum mindesten hielt Sophokles nicht für gut,
ihn so weit zu treiben. Bei ihm sagt Elektra unter gleichen Umständen nur
das: 'Jetzt sei dir die Ausführung überlassen! Wäre ich aber allein
geblieben, so glaube mir nur: beides hätte mir gewiß nicht mißlingen
sollen; entweder mit Ehren mich zu befreien, oder mit Ehren zu sterben!'
Ob nun diese Vorstellung des Sophokles der Wahrheit, insofern sie aus
einer ausgebreitetem Erfahrung, d.i. aus der Kenntnis der menschlichen
Natur überhaupt, gesammelt worden, nicht weit gemäßer ist, als die
Vorstellung des Euripides, will ich denen zu beurteilen überlassen, die
es zu beurteilen fähig sind. Ist sie es, so kann die Ursache keine andere
sein, als die ich angenommen: daß nämlich Sophokles seine Charaktere so
geschildert, als er, unzähligen von ihm beobachteten Beispielen der
nämlichen Gattung zufolge, glaubte, daß sie sein sollten; Euripides aber
so, als er in der engeren Sphäre seiner Beobachtungen erkannt hatte, daß
sie wirklich wären--".
Vortrefflich! Auch unangesehen der Absicht, in welcher ich diese langen
Stellen des Hurd angeführet habe, enthalten sie unstreitig so viel feine
Bemerkungen, daß es mir der Leser wohl erlassen wird, mich wegen
Einschaltung derselben zu entschuldigen. Ich besorge nur, daß er meine
Absicht selbst darüber aus den Augen verloren. Sie war aber diese: zu
zeigen, daß auch Hurd, so wie Diderot, der Tragödie besondere, und nur
der Komödie allgemeine Charaktere zuteile und demohngeachtet dem
Aristoteles nicht widersprechen wolle, welcher das Allgemeine von allen
poetischen Charakteren, und folglich auch von den tragischen, verlanget.
Hurd erklärt sich nämlich so: der tragische Charakter müsse zwar
partikulär oder weniger allgemein sein, als der komische, d.i. er müsse
die Art, zu welcher er gehöre, weniger vorstellig machen; gleichwohl aber
müsse das wenige, was man von ihm zu zeigen für gut finde, nach dem
Allgemeinen entworfen sein, welches Aristoteles fordere.[1]
Und nun wäre die Frage, ob Diderot sich auch so verstanden wissen
wolle?--Warum nicht, wenn ihm daran gelegen wäre, sich nirgends in
Widerspruch mit dem Aristoteles finden zu lassen? Mir wenigstens, dem
daran gelegen ist, daß zwei denkende Köpfe von der nämlichen Sache nicht
Ja und Nein sagen, könnte es erlaubt sein, ihm diese Auslegung
unterzuschieben, ihm diese Ausflucht zu leihen.
Aber lieber von dieser Ausflucht selbst, ein Wort!--Mich dünkt, es ist
eine Ausflucht, und ist auch keine. Denn das Wort allgemein wird offenbar
darin in einer doppelten und ganz verschiedenen Bedeutung genommen. Die
eine, in welcher es Hurd und Diderot von dem tragischen Charakter
verneinen, ist nicht die nämliche, in welcher es Hurd von ihm bejahet.
Freilich beruhet eben hierauf die Ausflucht: aber wie, wenn die eine die
andere schlechterdings ausschlösse?
In der ersten Bedeutung heißt ein allgemeiner Charakter ein solcher, in
welchen man das, was man an mehrern oder allen Individuis bemerkt hat,
zusammennimmt; es heißt mit einem Worte, ein überladener Charakter; es
ist mehr die personifierte Idee eines Charakters, als eine
charakterisierte Person. In der andern Bedeutung aber heißt ein
allgemeiner Charakter ein solcher, in welchem man von dem, was an mehrern
oder allen Individuis bemerkt worden, einen gewissen Durchschnitt, eine
mittlere Proportion angenommen; es heißt mit einem Worte, ein
gewöhnlicher Charakter, nicht zwar insofern der Charakter selbst, sondern
nur insofern der Grad, das Maß desselben gewöhnlich ist.
Hurd hat vollkommen recht, das [Greek: katholou] des Aristoteles von der
Allgemeinheit in der zweiten Bedeutung zu erklären. Aber wenn denn nun
Aristoteles diese Allgemeinheit ebensowohl von den komischen als
tragischen Charakteren erfodert: wie ist es möglich, daß der nämliche
Charakter zugleich auch jene Allgemeinheit haben kann? Wie ist es
möglich, daß er zugleich überladen und gewöhnlich sein kann? Und gesetzt
auch, er wäre so überladen noch lange nicht, als es die Charaktere in dem
getadelten Stücke des Jonson sind; gesetzt, er ließe sich noch gar wohl
in einem Individuo gedenken, und man habe Beispiele, daß er sich wirklich
in mehrern Menschen ebenso stark, ebenso ununterbrochen geäußert habe:
würde er demohngeachtet nicht auch noch viel ungewöhnlicher sein, als
jene Allgemeinheit des Aristoteles zu sein erlaubet?
Das ist die Schwierigkeit!--Ich erinnere hier meine Leser, daß diese
Blätter nichts weniger als ein dramatisches System enthalten sollen. Ich
bin also nicht verpflichtet, alle die Schwierigkeiten aufzulösen, die ich
mache. Meine Gedanken mögen immer sich weniger zu verbinden, ja wohl gar
sich zu widersprechen scheinen: wenn es denn nur Gedanken sind, bei
welchen sie Stoff finden, selbst zu denken. Hier will ich nichts als
Fermenta cognitionis ausstreuen.
----Fußnote
[1] In calling the tragic character particular, I suppose it only less
representative of the kind than the comic; not that the draught of so
much character as it is concerned to represent should not be general.
----Fußnote
Sechsundneunzigstes Stück
Den 1. April 1768
Den zweiundfunfzigsten Abend (dienstags, den 28. Julius) wurden des Herrn
Romanus "Brüder" wiederholt.
Oder sollte ich nicht vielmehr sagen: "Die Brüder" des Herrn Romanus?
Nach einer Anmerkung nämlich, welche Donatus bei Gelegenheit der "Brüder"
des Terenz macht: Hanc dicunt fabulam secundo loco actam, etiam tum rudi
nomine poetae; itaque sic pronunciatam, Adelphoi Terenti, non Terenti
Adelphoi, quod adhuc magis de fabulae nomine poeta; quam de poetae nomine
fabula commendabatur. Herr Romanus hat seine Komödien zwar ohne seinen
Namen herausgegeben: aber doch ist sein Name durch sie bekannt geworden.
Noch itzt sind diejenigen Stücke, die sich auf unserer Bühne von ihm
erhalten haben, eine Empfehlung seines Namens, der in Provinzen
Deutschlands genannt wird, wo er ohne sie wohl nie wäre gehöret worden.
Aber welches widrige Schicksal hat auch diesen Mann abgehalten, mit
seinen Arbeiten für das Theater so lange fortzufahren, bis die Stücke
aufgehört hätten, seinen Namen zu empfehlen, und sein Name dafür die
Stücke empfohlen hätte?
Das meiste, was wir Deutsche noch in der schönen Literatur haben, sind
Versuche junger Leute. Ja das Vorurteil ist bei uns fast allgemein, daß
es nur jungen Leuten zukomme, in diesem Felde zu arbeiten. Männer, sagt
man, haben ernsthaftere Studia oder wichtigere Geschäfte, zu welchen sie
die Kirche oder der Staat auffodert. Verse und Komödien heißen
Spielwerke; allenfalls nicht unnützliche Vorübungen, mit welchen man sich
höchstens bis in sein fünfundzwanzigstes Jahr beschäftigen darf. Sobald
wir uns dem männlichen Alter nähern, sollen wir fein alle unsere Kräfte
einem nützlichen Amte widmen; und läßt uns dieses Amt einige Zeit, etwas
zu schreiben, so soll man ja nichts anders schreiben, als was mit der
Gravität und dem bürgerlichen Range desselben bestehen kann; ein hübsches
Kompendium aus den höhern Fakultäten, eine gute Chronike von der lieben
Vaterstadt, eine erbauliche Predigt und dergleichen.
Daher kömmt es denn auch, daß unsere schöne Literatur, ich will nicht
bloß sagen gegen die schöne Literatur der Alten, sondern sogar fast gegen
aller neuern polierten Völker ihre, ein so jugendliches, ja kindisches
Ansehen hat, und noch lange, lange haben wird. An Blut und Leben, an
Farbe und Feuer fehlet es ihr endlich nicht: aber Kräfte und Nerven, Mark
und Knochen mangeln ihr noch sehr. Sie hat noch so wenig Werke, die ein
Mann, der im Denken geübt ist, gern zur Hand nimmt, wenn er, zu seiner
Erholung und Stärkung, einmal außer dem einförmigen ekeln Zirkel seiner
alltäglichen Beschäftigungen denken will! Welche Nahrung kann so ein Mann
wohl z.E. in unsern höchst trivialen Komödien finden? Wortspiele,
Sprichwörter, Späßchen, wie man sie alle Tage auf den Gassen hört:
solches Zeug macht zwar das Parterre zu lachen, das sich vergnügt so gut
es kann; wer aber von ihm mehr als den Bauch erschüttern will, wer
zugleich mit seinem Verstande lachen will, der ist einmal dagewesen und
kömmt nicht wieder.
Wer nichts hat, der kann nichts geben. Ein junger Mensch, der erst selbst
in die Welt tritt, kann unmöglich die Welt kennen und sie schildern. Das
größte komische Genie zeigt sich in seinen jugendlichen Werken hohl und
leer; selbst von den ersten Stücken des Menanders sagt Plutarch,[1] daß
sie mit seinen spätern und letztern Stücken gar nicht zu vergleichen
gewesen. Aus diesen aber, setzt er hinzu, könne man schließen, was er
noch würde geleistet haben, wenn er länger gelebt hätte. Und wie jung
meint man wohl, daß Menander starb? Wieviel Komödien meint man wohl, daß
er erst geschrieben hatte? Nicht weniger als hundertundfünfe; und nicht
jünger als zweiundfunfzig.
Keiner von allen unsern verstorbenen komischen Dichtern, von denen es
sich noch der Mühe verlohnte zu reden, ist so alt geworden; keiner von
den itztlebenden ist es noch zur Zeit; keiner von beiden hat das vierte
Teil so viel Stücke gemacht. Und die Kritik sollte von ihnen nicht eben
das zu sagen haben, was sie von dem Menander zu sagen fand?--Sie wage es
aber nur, und spreche!
Und nicht die Verfasser allein sind es, die sie mit Unwillen hören. Wir
haben, dem Himmel sei Dank, itzt ein Geschlecht selbst von Kritikern,
deren beste Kritik darin besteht,--alle Kritik verdächtig zu machen.
"Genie! Genie!" schreien sie. "Das Genie setzt sich über alle Regeln
hinweg! Was das Genie macht, ist Regel!" So schmeicheln sie dem Genie:
ich glaube, damit wir sie auch für Genies halten sollen. Doch sie
verraten zu sehr, daß sie nicht einen Funken davon in sich spüren, wenn
sie in einem und ebendemselben Atem hinzusetzen: "Die Regeln unterdrücken
das Genie!"--Als ob sich Genie durch etwas in der Welt unterdrücken
ließe! Und noch dazu durch etwas, das, wie sie selbst gestehen, aus ihm
hergeleitet ist. Nicht jeder Kunstrichter ist Genie: aber jedes Genie ist
ein geborner Kunstrichter. Es hat die Probe aller Regeln in sich. Es
begreift und behält und befolgt nur die, die ihm seine Empfindung in
Worten ausdrücken. Und diese seine in Worten ausgedrückte Empfindung
sollte seine Tätigkeit verringern können? Vernünftelt darüber mit ihm, so
viel ihr wollt; es versteht euch nur, insofern es eure allgemeinen Sätze
den Augenblick in einem einzeln Falle anschauend erkennet; und nur von
diesem einzeln Falle bleibt Erinnerung in ihm zurück, die während der
Arbeit auf seine Kräfte nicht mehr und nicht weniger wirken kann, als die
Erinnerung eines glücklichen Beispiels, die Erinnerung einer eignen
glücklichen Erfahrung auf sie zu wirken imstande ist. Behaupten also, daß
Regeln und Kritik das Genie unterdrücken können: heißt mit andern Worten
behaupten, daß Beispiele und Übung eben dieses vermögen; heißt, das Genie
nicht allein auf sich selbst, heißt es sogar lediglich auf seinen ersten
Versuch einschränken.
Ebensowenig wissen diese weise Herren, was sie wollen, wenn sie über die
nachteiligen Eindrücke, welche die Kritik auf das genießende Publikum
mache, so lustig wimmern! Sie möchten uns lieber bereden, daß kein Mensch
einen Schmetterling mehr bunt und schön findet, seitdem das böse
Vergrößerungsglas erkennen lassen, daß die Farben desselben nur
Staub sind.
"Unser Theater", sagen sie, "ist noch in einem viel zu zarten Alter, als
daß es den monarchischen Szepter der Kritik ertragen könne.--Es ist fast
nötiger, die Mittel zu zeigen, wie das Ideal erreicht werden kann, als
darzutun, wie weit wir noch von diesem Ideale entfernt sind.--Die Bühne
muß durch Beispiele, nicht durch Regeln reformieret werden.--Raisonnieren
ist leichter als selbst erfinden."
Heißt das, Gedanken in Worte kleiden: oder heißt es nicht vielmehr,
Gedanken zu Worten suchen, und keine erhaschen?--Und wer sind sie denn,
die so viel von Beispielen und vom Selbsterfinden reden? Was für
Beispiele haben sie denn gegeben? Was haben sie denn selbst erfunden?
--Schlaue Köpfe! Wenn ihnen Beispiele zu beurteilen vorkommen, so
wünschen sie lieber Regeln; und wenn sie Regeln beurteilen sollen, so
möchten sie lieber Beispiele haben. Anstatt von einer Kritik zu beweisen,
daß sie falsch ist, beweisen sie, daß sie zu strenge ist; und glauben
vertan zu haben! Anstatt ein Raisonnement zu widerlegen, merken sie an,
daß Erfinden schwerer ist als Raisonnieren; und glauben widerlegt
zu haben!
Wer richtig raisonniert, erfindet auch: und wer erfinden will, muß
raisonnieren können. Nur die glauben, daß sich das eine von dem andern
trennen lasse, die zu keinem von beiden aufgelegt sind.
Doch was halte ich mich mit diesen Schwätzern auf? Ich will meinen Gang
gehen und mich unbekümmert lassen, was die Grillen am Wege schwirren.
Auch ein Schritt aus dem Wege, um sie zu zertreten, ist schon zu viel.
Ihr Sommer ist so leicht abgewartet!
Also, ohne weitere Einleitung, zu den Anmerkungen, die ich bei
Gelegenheit der ersten Vorstellung der "Brüder" des Herrn Romanus[2]
annoch über dieses Stück versprach!--Die vornehmsten derselben werden die
Veränderungen betreffen, die er in der Fabel des Terenz machen zu müssen
geglaubet, um sie unsern Sitten näher zu bringen.
Was soll man überhaupt von der Notwendigkeit dieser Veränderungen sagen?
Wenn wir so wenig Anstoß finden, römische oder griechische Sitten in der
Tragödie geschildert zu sehen: warum nicht auch in der Komödie? Woher die
Regel, wenn es anders eine Regel ist, die Szene der erstern in ein
entferntes Land, unter ein fremdes Volk; die Szene der andern aber in
unsere Heimat zu legen? Woher die Verbindlichkeit, die wir dem Dichter
aufbürden, in jener die Sitten desjenigen Volkes, unter dem er seine
Handlung vorgehen läßt, so genau als möglich zu schildern; da wir in
dieser nur unsere eigene Sitten von ihm geschildert zu sehen verlangen?
"Dieses", sagt Pope an einem Orte, "scheinet dem ersten Ansehen nach
bloßer Eigensinn, bloße Grille zu sein: es hat aber doch seinen guten
Grund in der Natur. Das Hauptsächlichste, was wir in der Komödie suchen,
ist ein getreues Bild des gemeinen Lebens, von dessen Treue wir aber
nicht so leicht versichert sein können, wenn wir es in fremde Moden und
Gebräuche verkleidet finden. In der Tragödie hingegen ist es die
Handlung, was unsere Aufmerksamkeit am meisten an sich ziehet. Einen
einheimischen Vorfall aber für die Bühne bequem zu machen, dazu muß man
sich mit der Handlung größere Freiheiten nehmen, als eine zu bekannte
Geschichte verstattet."
----Fußnote
[1] "Epit, [Greek: taes synkriseos] Arist. [Greek: kai Menan]",
p. 1588. Ed. Henr. Stephani.
[2] Dreiundsiebzigstes Stück.
----Fußnote
Siebenundneunzigstes Stück
Den 5. April 1768
Diese Auflösung, genau betrachtet, dürfte wohl nicht in allen Stücken
befriedigend sein. Denn zugegeben, daß fremde Sitten der Absicht der
Komödie nicht so gut entsprechen, als einheimische: so bleibt noch immer
die Frage, ob die einheimischen Sitten nicht auch zur Absicht der
Tragödie ein besseres Verhältnis haben, als fremde? Diese Frage ist
wenigstens durch die Schwierigkeit, einen einheimischen Vorfall ohne
allzumerkliche und anstößige Veränderungen für die Bühne bequem zu
machen, nicht beantwortet. Freilich erfodern einheimische Sitten auch
einheimische Vorfälle: wenn denn aber nur mit jenen die Tragödie am
leichtesten und gewissesten ihren Zweck erreichte, so müßte es ja doch
wohl besser sein, sich über alle Schwierigkeiten, welche sich bei
Behandlung dieser finden, wegzusetzen als in Absicht des Wesentlichsten
zu kurz zu fallen, welches ohnstreitig der Zweck ist. Auch werden nicht
alle einheimische Vorfälle so merklicher und anstößiger Veränderungen
bedürfen; und die deren bedürfen, ist man ja nicht verbunden zu
bearbeiten. Aristoteles hat schon angemerkt, daß es gar wohl
Begebenheiten geben kann und gibt, die sich vollkommen so ereignet haben,
als sie der Dichter braucht. Da dergleichen aber nur selten sind, so hat
er auch schon entschieden, daß sich der Dichter um den wenigern Teil
seiner Zuschauer, der von den wahren Umständen vielleicht unterrichtet
ist, lieber nicht bekümmern, als seiner Pflicht minder Genüge
leisten müsse.
Der Vorteil, den die einheimischen Sitten in der Komödie haben, beruhet
auf der innigen Bekanntschaft, in der wir mit ihnen stehen. Der Dichter
braucht sie uns nicht erst bekannt zu machen; er ist aller hierzu nötigen
Beschreibungen und Winke überhoben; er kann seine Personen sogleich nach
ihren Sitten handeln lassen, ohne uns diese Sitten selbst erst langweilig
zu schildern. Einheimische Sitten also erleichtern ihm die Arbeit und
befördern bei dem Zuschauer die Illusion.
Warum sollte nun der tragische Dichter sich dieses wichtigen doppelten
Vorteils begeben? Auch er hat Ursache, sich die Arbeit so viel als
möglich zu erleichtern, seine Kräfte nicht an Nebenzwecke zu
verschwenden, sondern sie ganz für den Hauptzweck zu sparen. Auch ihm
kömmt auf die Illusion des Zuschauers alles an.--Man wird vielleicht
hierauf antworten, daß die Tragödie der Sitten nicht groß bedürfe; daß
sie ihrer ganz und gar entübriget sein könne. Aber sonach braucht sie
auch keine fremde Sitten; und von dem wenigen, was sie von Sitten haben
und zeigen will, wird es doch immer besser sein, wenn es von
einheimischen Sitten hergenommen ist, als von fremden.
Die Griechen wenigstens haben nie andere als ihre eigene Sitten, nicht
bloß in der Komödie, sondern auch in der Tragödie, zum Grunde gelegt. Ja
sie haben fremden Völkern, aus deren Geschichte sie den Stoff ihrer
Tragödie etwa einmal entlehnten, lieber ihre eigenen griechischen Sitten
leihen, als die Wirkungen der Bühne durch unverständliche barbarische
Sitten entkräften wollen. Auf das Kostüm, welches unsern tragischen
Dichtern so ängstlich empfohlen wird, hielten sie wenig oder nichts. Der
Beweis hiervon können vornehmlich die "Perser" des Aeschylus sein: und
die Ursache, warum sie sich so wenig an das Kostüm binden zu dürfen
glaubten, ist aus der Absicht der Tragödie leicht zu folgern.
Doch ich gerate zu weit in denjenigen Teil des Problems, der mich itzt
gerade am wenigsten angeht. Zwar indem ich behaupte, daß einheimische
Sitten auch in der Tragödie zuträglicher sein würden, als fremde: so
setze ich schon als unstreitig voraus, daß sie es wenigstens in der
Komödie sind. Und sind sie das, glaube ich wenigstens, daß sie es sind:
so kann ich auch die Veränderungen, welche Herr Romanus in Absicht
derselben mit dem Stücke des Terenz gemacht hat, überhaupt nicht anders
als billigen.
Er hatte recht, eine Fabel, in welche so besondere griechische und
römische Sitten so innig verwebet sind, umzuschaffen. Das Beispiel erhält
seine Kraft nur von seiner innern Wahrscheinlichkeit, die jeder Mensch
nach dem beurteilet, was ihm selbst am gewöhnlichsten ist. Alle Anwendung
fällt weg, wo wir uns erst mit Mühe in fremde Umstände versetzen müssen.
Aber es ist auch keine leichte Sache mit einer solchen Umschaffung. Je
vollkommener die Fabel ist, desto weniger läßt sich der geringste Teil
verändern, ohne das Ganze zu zerrütten. Und schlimm! wenn man sich sodann
nur mit Flicken begnügt, ohne im eigentlichen Verstande umzuschaffen.
Das Stück heißt "Die Brüder", und dieses bei dem Terenz aus einem
doppelten Grunde. Denn nicht allein die beiden Alten, Micio und Demea,
sondern auch die beiden jungen Leute, Aeschinus und Ktesipho, sind
Brüder. Demea ist dieser beider Vater; Micio hat den einen, den
Aeschinus, nur an Sohnes Statt angenommen. Nun begreif' ich nicht, warum
unserm Verfasser diese Adoption mißfallen. Ich weiß nicht anders, als daß
die Adoption auch unter uns, auch noch itzt gebräuchlich und vollkommen
auf dem nämlichen Fuß gebräuchlich ist, wie sie es bei den Römern war.
Demohngeachtet ist er davon abgegangen: bei ihm sind nur die zwei Alten
Brüder, und jeder hat einen leiblichen Sohn, den er nach seiner Art
erziehet. Aber desto besser! wird man vielleicht sagen. So sind denn auch
die zwei Alten wirkliche Väter; und das Stück ist wirklich eine Schule
der Väter, d.i. solcher, denen die Natur die väterliche Pflicht
aufgelegt, nicht solcher, die sie freiwillig zwar übernommen, die sich
ihrer aber schwerlich weiter unterziehen, als es mit ihrer eignen
Gemächlichkeit bestehen kann.
Pater esse disce ab illis, qui vere sciunt!
Sehr wohl! Nur schade, daß durch Auflösung dieses einzigen Knoten,
welcher bei dem Terenz den Aeschinus und Ktesipho unter sich, und beide
mit dem Demea, ihrem Vater, verbindet, die ganze Maschine auseinander
fällt, und aus einem allgemeinen Interesse zwei ganz verschiedene
entstehen, die bloß die Konvenienz des Dichters, und keineswegs ihre
eigene Natur zusammenhält!
Denn ist Aeschinus nicht bloß der angenommene, sondern der leibliche Sohn
des Micio, was hat Demea sich viel um ihn zu bekümmern? Der Sohn eines
Bruders geht mich so nahe nicht an, als mein eigener. Wenn ich finde, daß
jemand meinen eigenen Sohn verziehet, geschähe es auch in der besten
Absicht von der Welt, so habe ich recht, diesem gutherzigen Verführer mit
aller der Heftigkeit zu begegnen, mit welcher, beim Terenz, Demea dem
Micio begegnet. Aber wenn es nicht mein Sohn ist, wenn es der eigene Sohn
des Verziehers ist, was kann ich mehr, was darf ich mehr, als daß ich
diesen Verzieher warne, und wenn er mein Bruder ist, ihn öfters und
ernstlich warne? Unser Verfasser setzt den Demea aus dem Verhältnisse, in
welchem er bei dem Terenz stehet, aber er läßt ihm die nämliche
Ungestümheit, zu welcher ihn doch nur jenes Verhältnis berechtigen
konnte. Ja bei ihm schimpfet und tobet Demea noch weit ärger, als bei dem
Terenz. Er will aus der Haut fahren, "daß er an seines Bruders Kinde
Schimpf und Schande erleben muß". Wenn ihm nun aber dieser antwortete:
"Du bist nicht klug, mein lieber Bruder, wenn du glaubest, du könntest an
meinem Kinde Schimpf und Schande erleben. Wenn mein Sohn ein Bube ist und
bleibt, so wird, wie das Unglück, also auch der Schimpf nur meine sein.
Du magst es mit deinem Eifer wohl gut meinen; aber er geht zu weit; er
beleidiget mich. Falls du mich nur immer so ärgern wil1st, so komm mir
lieber nicht über die Schwelle! usw." Wenn Micio, sage ich, dieses
antwortete: nicht wahr, so wäre die Komödie auf einmal aus? Oder könnte
Micio etwa nicht so antworten? Ja, müßte er wohl eigentlich nicht so
antworten?
Wieviel schicklicher eifert Demea beim Terenz. Dieser Aeschinus, den er
ein so liederliches Leben zu führen glaubt, ist noch immer sein Sohn, ob
ihn gleich der Bruder an Kindes Statt angenommen. Und dennoch bestehet
der römische Micio weit mehr auf seinem Rechte als der deutsche. Du hast
mir, sagt er, deinen Sohn einmal überlassen; bekümmere dich um den, der
dir noch übrig ist;
--nam ambos curare; propemodum
Reposcere illum est, quem dedisti--
Diese versteckte Drohung, ihm seinen Sohn zurückzugeben, ist es auch, die
ihn zum Schweigen bringt; und doch kann Micio nicht verlangen, daß sie
alle väterliche Empfindungen bei ihm unterdrücken soll. Es muß den Micio
zwar verdrießen, daß Demea auch in der Folge nicht aufhört, ihm immer die
nämlichen Vorwürfe zu machen: aber er kann es dem Vater doch auch nicht
verdenken, wenn er seinen Sohn nicht gänzlich will verderben lassen.
Kurz, der Demea des Terenz ist ein Mann, der für das Wohl dessen besorgt
ist, für den ihm die Natur zu sorgen aufgab; er tut es zwar auf die
unrechte Weise, aber die Weise macht den Grund nicht schlimmer. Der Demea
unsers Verfassers hingegen ist ein beschwerlicher Zänker, der sich aus
Verwandtschaft zu allen Grobheiten berechtiget glaubt, die Micio auf
keine Weise an dem bloßen Bruder dulden müßte.
Achtundneunzigstes Stück
Den 8. April 1768
Ebenso schielend und falsch wird, durch Aufhebung der doppelten
Brüderschaft, auch das Verhältnis der beiden jungen Leute. Ich verdenke
es dem deutschen Aeschinus, daß er[1] "vielmals an den Torheiten des
Ktesipho Anteil nehmen zu müssen geglaubt, um ihn, als seinen Vetter, der
Gefahr und öffentlichen Schande zu entreißen". Was Vetter? Und schickt es
sich wohl für den leiblichen Vater, ihm darauf zu antworten: "Ich billige
deine hierbei bezeugte Sorgfalt und Vorsicht; ich verwehre dir es auch
inskünftige nicht?" Was verwehrt der Vater dem Sohne nicht? An den
Torheiten eines ungezogenen Vetters Anteil zu nehmen? Wahrlich, das
sollte er ihm verwehren. "Suche deinen Vetter", müßte er ihm höchstens
sagen, "soviel möglich von Torheiten abzuhalten: wenn du aber findest,
daß er durchaus darauf besteht, so entziehe dich ihm; denn dein guter
Name muß dir wertet sein, als seiner."
Nur dem leiblichen Bruder verzeihen wir, hierin weiter zu gehen. Nur an
leiblichen Brüdern kann es uns freuen, wenn einer von dem andern rühmet:
--Illius opera nunc vivo! Festivum caput,
Qui omnia sibi post putarit esse prae meo commodo:
Maledicta, famam, meum amorem et peccatum in se transtulit.
Denn der brüderlichen Liebe wollen wir von der Klugheit keine Grenzen
gesetzt wissen. Zwar ist es wahr, daß unser Verfasser seinem Aeschinus
die Torheit überhaupt zu ersparen gewußt hat, die der Aeschinus des
Terenz für seinen Bruder begehet. Eine gewaltsame Entführung hat er in
eine kleine Schlägerei verwandelt, an welcher sein wohlgezogner Jüngling
weiter keinen Teil hat, als daß er sie gern verhindern wollen. Aber
gleichwohl läßt er diesen wohlgezognen Jüngling für einen ungezognen
Vetter noch viel zuviel tun. Denn müßte es jener wohl auf irgendeine
Weise gestatten, daß dieser ein Kreatürchen, wie Citalise ist, zu ihm in
das Haus brächte? in das Haus seines Vaters? unter die Augen seiner
tugendhaften Geliebten? Es ist nicht der verführerische Damis, diese Pest
für junge Leute,[2] dessentwegen der deutsche Aeschinus seinem
liederlichen Vetter die Niederlage bei sich erlaubt: es ist die bloße
Konvenienz des Dichters.
Wie vortrefflich hängt alles das bei dem Terenz zusammen! Wie richtig und
notwendig ist da auch die geringste Kleinigkeit motivieret! Aeschinus
nimmt einem Sklavenhändler ein Mädchen mit Gewalt aus dem Hause, in das
sich sein Bruder verliebt hat. Aber er tut das, weniger um der Neigung
seines Bruders zu willfahren, als um einem größern Übel vorzubauen. Der
Sklavenhändler will mit diesem Mädchen unverzüglich auf einen auswärtigen
Markt: und der Bruder will dem Mädchen nach; will lieber sein Vaterland
verlassen, als den Gegenstand seiner Liebe aus den Augen verlieren.[3]
Noch erfährt Aeschinus zu rechter Zeit diesen Entschluß. Was soll er tun?
Er bemächtiget sich in der Geschwindigkeit des Mädchens und bringt sie in
das Haus seines Oheims, um diesem gütigen Manne den ganzen Handel zu
entdecken. Denn das Mädchen ist zwar entführt, aber sie muß ihrem
Eigentümer doch bezahlt werden. Micio bezahlt sie auch ohne Anstand und
freuet sich nicht sowohl über die Tat der jungen Leute, als über die
brüderliche Liebe, welche er zum Grunde siehet, und über das Vertrauen,
welches sie auf ihn dabei setzen wollen. Das Größte ist geschehen; warum
sollte er nicht noch eine Kleinigkeit hinzufügen, ihnen einen vollkommen
vergnügten Tag zu machen?
--Argentum adnumeravit illico:
Dedit praeterea in sumptum dimidium minae.
Hat er dem Ktesipho das Mädchen gekauft, warum soll er ihm nicht
verstatten, sich in seinem Hause mit ihr zu vergnügen? Da ist nach den
alten Sitten nichts, was im geringsten der Tugend und Ehrbarkeit
widerspräche.
Aber nicht so in unsern "Brüdern"! Das Haus des gütigen Vaters wird auf
das ungeziemendste gemißbraucht. Anfangs ohne sein Wissen, und endlich
gar mit seiner Genehmigung. Citalise ist eine weit unanständigere Person,
als selbst jene Psaltria; und unser Ktesipho will sie gar heiraten. Wenn
das der Terenzische Ktesipho mit seiner Psaltria vorgehabt hätte, so
würde sich der Terenzische Micio sicherlich ganz anders dabei genommen
haben. Er würde Citalisen die Türe gewiesen und mit dem Vater die
kräftigsten Mittel verabredet haben, einen sich so sträflich
emanzipierenden Burschen im Zaume zu halten.
Überhaupt ist der deutsche Ktesipho von Anfang viel zu verderbt
geschildert, und auch hierin ist unser Verfasser von seinem Muster
abgegangen. Die Stelle erweckt mir immer Grausen, wo er sich mit seinem
Vetter über seinen Vater unterhält.[4]
"Leander. Aber wie reimt sich das mit der Ehrfurcht, mit der Liebe,
die du deinem Vater schuldig bist?
Lykast. Ehrfurcht? Liebe? hm! die wird er wohl nicht von mir
verlangen.
Leander. Er sollte sie nicht verlangen?
Lykast. Nein, gewiß nicht. Ich habe meinen Vater gar nicht lieb.
Ich müßte es lügen, wenn ich es sagen wollte.
Leander. Unmenschlicher Sohn! Du bedenkst nicht, was du sagst.
Denjenigen nicht lieben, der dir das Leben gegeben hat! So sprichst
du itzt, da du ihn noch leben siehst. Aber verliere ihn einmal;
hernach will ich dich fragen.
Lykast. Hm! Ich weiß nun eben nicht, was da geschehen würde. Auf
allen Fall würde ich wohl auch so gar unrecht nicht tun. Denn ich
glaube, er würde es auch nicht besser machen. Er spricht ja fast
täglich zu mir: 'Wenn ich dich nur los wäre! wenn du nur weg wärest!'
Heißt das Liebe? Kannst du verlangen, daß ich ihn wieder lieben soll?"
Auch die strengste Zucht müßte ein Kind zu so unnatürlichen Gesinnungen
nicht verleiten. Das Herz, das ihrer, aus irgendeiner Ursache, fähig ist,
verdienst nicht anders als sklavisch gehalten zu werden. Wenn wir uns des
ausschweifenden Sohnes gegen den strengen Vater annehmen sollen: so
müssen jenes Ausschweifungen kein grundböses Herz verraten; es müssen
nichts als Ausschweifungen des Temperaments, jugendliche
Unbedachtsamkeiten, Torheiten des Kitzels und Mutwillens sein. Nach
diesem Grundsatze haben Menander und Terenz ihren Ktesipho geschildert.
So streng ihn sein Vater hält, so entfährt ihm doch nie das geringste
böse Wort gegen denselben. Das einzige, was man so nennen könnte, macht
er auf die vortrefflichste Weise wieder gut. Er möchte seiner Liebe gern
wenigstens ein paar Tage ruhig genießen; er freuet sich, daß der Vater
wieder hinaus auf das Land, an seine Arbeit ist; und wünscht, daß er sich
damit so abmatten,--so abmatten möge, daß er ganze drei Tage nicht aus
dem Bette könne. Ein rascher Wunsch! aber man sehe, mit welchem Zusatze:
--utinam quidem
Quod cum salute ejus fiat, ita se defatigarit velim,
Ut triduo hoc perpetuo prorsum e lecto nequeat surgere.
Quod cum salute ejus fiat! Nur müßte es ihm weiter nicht schaden!--So
recht! so recht, liebenswürdiger Jüngling! Immer geh, wohin dich Freunde
und Liebe rufen! Für dich drücken wir gern ein Auge zu! Das Böse, das du
begehst, wird nicht sehr böse sein! Du hast einen strengern Aufseher in
dir, als selbst dein Vater ist!--Und so sind mehrere Züge in der Szene,
aus der diese Stelle genommen ist. Der deutsche Ktesipho ist ein
abgefeimter Bube, dem Lügen und Betrug sehr geläufig sind: der römische
hingegen ist in der äußersten Verwirrung um einen kleinen Vorwand, durch
den er seine Abwesenheit bei seinem Vater rechtfertigen könnte.
Rogabit me: ubi fuerim? quem ego hodie toto non vidi die.
Quid dicam? SY. Nil ne in mentem venit? CT. Nunquam quicquam.
SY. Tanto nequior.
Cliens, amicus, hospes, nemo est vobis? CT. Sunt, quid postea?
SY. Hisce opera ut data sit? CT. Quae non data sit? Non potest
fieri!
Dieses naive, aufrichtige: quae non data sit! Der gute Jüngling sucht
einen Vorwand; und der schalkische Knecht schlägt ihm eine Lüge vor. Eine
Lüge! Nein, das geht nicht: non potest fieri!
----Fußnote
[1] Aufz. I., Auftr. 3. S. 18.
[2] Seite 30.
[3] Act. II. Sc. 4.
Ae. Hoc mihi dolet, nos paene sero scisse: et paene in eum locum
Rediisse, ut si omnes cuperent, nihil tibi possent auxiliarier.
Ct. Pudebat. Ae. Ah, stultitia est istaec; non pudor, tam ob
parvulam
Rem paene e patria: turpe dictu. Deos quaeso ut istaec prohibeant.