Essex. Blanca ist weg. Ich kann nun wieder fortfahren,--

Die Königin. Ha, Eifersucht!

Essex. Mich zu erklären.--Was ich wage, wage ich auf ihre eigene

Überredung.

Die Königin. Mein Geschenk in fremden Händen! Bei Gott!--Aber ich

muß mich schämen, daß eine Leidenschaft so viel über mich vermag!

Essex. Wenn denn also,--wie Ihre Majestät gesagt, und wie ich

einräumen muß,--das Glück, welches man durch Furcht erkauft,--sehr

teuer zu stehen kömmt; wenn man viel edler stirbt:--so will auch

ich,--

Die Königin. Warum sagen Sie das, Graf?

Essex. Weil ich hoffe, daß, wann ich--Warum fürchte ich mich noch?--

wann ich Ihre Majestät meine Leidenschaft bekannte,--daß einige

Liebe--

Die Königin. Was sagen Sie da, Graf? An mich richtet sich das? Wie?

Tor! Unsinniger! Kennen Sie mich auch? Wissen Sie, wer ich bin?

Und wer Sie sind? Ich muß glauben, daß Sie den Verstand verloren.--"

Und so fahren Ihre Majestät fort, den armen Grafen auszufenstern, daß es

eine Art hat! Sie fragt ihn, ob er nicht wisse, wie weit der Himmel über

alle menschliche Erfrechungen erhaben sei? Ob er nicht wisse, daß der

Sturmwind, der in den Olymp dringen wolle, auf halbem Wege zurückbrausen

müsse? Ob er nicht wisse, daß die Dünste, welche sich zur Sonne erhüben,

von ihren Strahlen zerstreuet würden?--Wer vom Himmel gefallen zu sein

glaubt, ist Essex. Er zieht sich beschämt zurück und bittet um Verzeihung.

Die Königin befiehlt ihm, ihr Angesicht zu meiden, nie ihren Palast wieder

zu betreten und sich glücklich zu schätzen, daß sie ihm den Kopf lasse,

in welchem sich so eitle Gedanken erzeugen können.[3] Er entfernt sich;

und die Königin geht gleichfalls ab, nicht ohne uns merken zu lassen, wie

wenig ihr Herz mit ihren Reden übereinstimme.

Blanca und der Herzog kommen an ihrer Statt, die Bühne zu füllen. Blanca

hat dem Herzog es frei gestanden, auf welchem Fuße sie mit dem Grafen

stehe; daß er notwendig ihr Gemahl werden müsse, oder ihre Ehre sei

verloren. Der Herzog faßt den Entschluß, den er wohl fassen muß; er will

sich seiner Liebe entschlagen: und ihr Vertrauen zu vergelten, verspricht

er sogar, sich bei der Königin ihrer anzunehmen, wenn sie ihr die

Verbindlichkeit, die der Graf gegen sie habe, entdecken wolle.

Die Königin kommt bald, in tiefen Gedanken, wieder zurück. Sie ist mit

sich selbst im Streit, ob der Graf auch wohl so schuldig sei, als er

scheine. Vielleicht, daß es eine andere Schärpe war, die der ihrigen nur

so ähnlich ist.--Der Herzog tritt sie an. Er sagt, er komme, sie um eine

Gnade zu bitten, um welche sie auch zugleich Blanca bitte. Blanca werde

sich näher darüber erklären; er wolle sie zusammen allein lassen: und so

läßt er sie.

Die Königin wird neugierig, und Blanca verwirrt. Endlich entschließt sich

Blanca, zu reden. Sie will nicht länger von dem veränderlichen Willen

eines Mannes abhangen; sie will es seiner Rechtschaffenheit nicht länger

anheimstellen, was sie durch Gewalt erhalten kann. Sie flehet die

Elisabeth um Mitleid an: die Elisabeth, die Frau, nicht die Königin. Denn

da sie eine Schwachheit ihres Geschlechts bekennen müsse: so suche sie in

ihr nicht die Königin, sondern nur die Frau.[4]

----Fußnote

[1]

--El más verdadero amor

Es el que en sí mismo quieto

Descansa, sin atender

A más paga, o más intento:

La correspondencia es paga,

Y tener por blanco el precio

Es querer per granjeria.--

------

Dentro está del silencio, y del respeto

Mi amor, y así mi dicha está segura,

Presumiendo tal vez (dulce locura!)

Que es admitido del mayor suieto.

Dejándome engañar de este concepto,

Dura mi bien, porque mi engaño dura;

Necia será la lengua, si aventura

Un bien que está seguro en el secreto.--

Que es feliz quien no siendo venturoso

Nunca llega á saber, que es desdichado.

[2]

Por no morir de mal, cuando

Puedo morir de remedio,

Digo pues, ea, osadía,

Ella me alentó, qué temo?--

Que será bien que a tu Alteza--

(Sale Blanca con la banda puesta.)

Bl. Señora, el duque--Cond. A mal tiempo

Viene Blanca. Bl. Está aguardando

En la antecámara--Rein. Ay, cielo!

Bl. Para entrar--Rein. Qué es lo que miro!

Bl. Licencia. Rein. Decid;--qué veo!--

Decid que espere;--estoy loca!

Decid, andad. Bl. Ya obedezco.

Rein. Venid acá, volved. Bl. Qué manda

Vuestra Alteza? Rein. Ei daño es cierto.

Decidle--no hay que dudar--

Entretenedle un momento--

Ay de mí!--miéntras yo salgo--

Y dejadme. Bl. Qué es aquesto?

Y voy. Cond. Ya Blanca se fué,

Quiero pues volver--Rein. Ha celos!

Cond. A declararme atrevido,

Pues si me atrevo, me atrevo

En fé de sus pretensiones.

Rein. Mi prenda en poder ajeno?

Vive Dios, pero es vergüenza

Que pueda tanto un afecto

En mí. Cond. Según lo que dijo

Vuestra Alteza aquí, y supuesto,

Que cuesta cara la dicha,

Que se compra con el miedo,

Quiero morir noblemente.

Rein. Porqué lo decís? Cond. Qué espero

Si á vuestra Alteza (que dudo!)

Le declarase mi afecto,

Algun amor--Rein. Que decís?

A mí? cómo, loco, necio,

Conoceisme? Quien soy yo?

Decid, quién soy? que sospecho,

Que se os huyó la memoria.--

[3]

--No me veais,

Y agradeced el que os dejo

Cabeza, en que se engendraron

Tan livianos pensamientos.

[4]

--Ya estoy resuelta;

No a la voluntad mudable

De un hombre esté yo sujeta,

Que aunque no sé que me olvide,

Es necedad, que yo quiera

Dejar á su cortesía

Lo que puede hacer la fuerza.

Gran Isabela, escuchadme,

Y al escucharme tu Alteza,

Ponga aun más que la atención,

La piedad con las orejas.

Isabela os he llamado

En esta ocasión, no Reina,

Que cuando vengo a deciros

Del honor una flaqueza

Que he hecho como mujer,

Porque mejor os parezca,

No Reina, mujer os busco.

Sólo mujer os quisiera.--

----Fußnote

Fünfundsechzigstes Stück

Den 15. Dezember 1767

Du? mir eine Schwachheit? fragt die Königin.

"Blanca. Schmeicheleien, Seufzer, Liebkosungen, und besonders Tränen,

sind vermögend, auch die reinste Tugend zu untergraben. Wie teuer

kömmt mir diese Erfahrung zu stehen! Der Graf--

Hamburgische Dramaturgie · 第 34 / 55 题