[Abbildung: Fig. 360.]
Das Licht wird angesehen als eine wellenförmige Bewegung des Äthers,
eines feinen Stoffes, der das ganze Weltall erfüllt, die Körper
durchdringt, der Schwerkraft nicht unterworfen ist und als vollkommen
elastisch anzunehmen ist. Die gewöhnlichen Erscheinungen der Reflexion
und Refraktion haben zu ihrer Erklärung diese Wellentheorie
(Undulationstheorie) nicht gerade notwendig; doch gibt es einige
Erscheinungen, die sich nur aus dieser Theorie erklären lassen, die zur
Aufstellung dieser Theorie geführt haben.
Wenn im Wasser zwei Wellen sich begegnen, so durchdringen sie sich und
laufen dann so weiter, als wenn sie keine Störung gefunden hätten. Dort
wo sie sich durchdringen, ist ihre Gestalt merklich gestört; an den
Stellen, wo zwei Wellenberge sich treffen, ist ein erhöhter Wellenberg,
an den Stellen, wo zwei Täler sich treffen, ein vertieftes Tal, und
dort, wo Berg und Tal sich treffen, heben sich beide auf, so daß das
Wasser dort im natürlichen Niveau liegt. (Fig. 360.)