285. Interferenz der Wellen.

[Abbildung: Fig. 360.]

Das Licht wird angesehen als eine wellenförmige Bewegung des Äthers,

eines feinen Stoffes, der das ganze Weltall erfüllt, die Körper

durchdringt, der Schwerkraft nicht unterworfen ist und als vollkommen

elastisch anzunehmen ist. Die gewöhnlichen Erscheinungen der Reflexion

und Refraktion haben zu ihrer Erklärung diese Wellentheorie

(Undulationstheorie) nicht gerade notwendig; doch gibt es einige

Erscheinungen, die sich nur aus dieser Theorie erklären lassen, die zur

Aufstellung dieser Theorie geführt haben.

Wenn im Wasser zwei Wellen sich begegnen, so durchdringen sie sich und

laufen dann so weiter, als wenn sie keine Störung gefunden hätten. Dort

wo sie sich durchdringen, ist ihre Gestalt merklich gestört; an den

Stellen, wo zwei Wellenberge sich treffen, ist ein erhöhter Wellenberg,

an den Stellen, wo zwei Täler sich treffen, ein vertieftes Tal, und

dort, wo Berg und Tal sich treffen, heben sich beide auf, so daß das

Wasser dort im natürlichen Niveau liegt. (Fig. 360.)

Lehrbuch der Physik zum Schulgebrauche. · 第 322 / 340 题