Die ^Gaskraftmaschine^ oder der ^Gasmotor^ besteht aus Cylinder, Kolben,
Kolbenstange, Pleuelstange, Krummzapfen und Schwungrad, wird durch Gas
gespeist, und hat eine etwas komplizierte Steuerung, durch welche
folgende Vorgänge ermöglicht werden. Der Kolben geht vorwärts, dabei
strömt Leuchtgas und Luft in den Cylinder; der Kolben geht zurück und
preßt dies Gasgemisch in eine am Cylinderende angebrachte Ausbuchtung,
Vorkammer. In dem Moment, in welchem der Kolben wieder umkehrt, öffnet
sich auf kurze Zeit eine kleine Röhre an der Vorkammer, so daß sich das
Gasgemisch an einer vor dieser Röhre brennenden Gasflamme entzündet.
#Das Gasgemisch explodiert#, indem das Leuchtgas in der beigemischten
Luft rasch verbrennt; #dadurch bekommen die Gase eine große
Expansivkraft und treiben den Kolben vorwärts#. Der Kolben geht zurück
und treibt die Verbrennungsgase aus dem Cylinder. Nun beginnt derselbe
Vorgang wieder. Unter 4 Kolbengängen ist demnach nur ein wirksamer,
nämlich wenn die Kraft des explodierten Gasgemisches den Kolben vorwärts
treibt. Die Maschine hat also nicht bloß tote Punkte, sondern immer je 3
tote Gänge zu überwinden; ein verhältnismäßig mächtiges Schwungrad hilft
darüber hinweg. Die Gasmotoren haben manche Vorteile; sie brauchen
keinen Dampfkessel, sind klein und können überall leicht aufgestellt
werden, können jederzeit in Betrieb gesetzt werden und sind auch im
andauernden Betriebe nicht teurer als die Dampfmaschinen, bei
unterbrochenem Betriebe sogar billiger. Sie erfordern fast keine
Beaufsichtigung und nur wenig Arbeit zur Reinigung und Instandhaltung;
die Bedienung derselben ist leicht erlernt.
Bei der ^Petroleummaschine^ wird das Leuchtgas ersetzt durch Petroleum
(auch Benzin), welches beim Einspritzen in den heißen Cylinder sofort
verdampft.