#Jeder Körper nimmt einen Raum ein# und erfüllt ihn; dort, wo ein Körper
ist, kann nicht zugleich ein anderer sein.
Beispiele: Der Nagel, der ins Holz geschlagen wird, verdrängt die
Holzmasse. Wenn man zwei pulverförmige Körper vermischt, so nimmt jeder
seinen Raum ein; die Teilchen des einen Körpers befinden sich neben
denen des anderen Körpers. Auch beim Auflösen von Zucker in Wasser
dringen die Teilchen des Zuckers zwischen die des Wassers und erfüllen
also auch noch einen Raum. Doch tritt hiebei meist eine Volumänderung
(-Verminderung) ein.
Auch die ^Luft^ ist raumerfüllend und schon deshalb als Körper
anzusehen. Wenn man ein Becherglas mit der Öffnung nach abwärts ins
Wasser taucht, so dringt das Wasser nicht ganz in die Höhlung des Glases
ein.
Da wir oft einen Körper seinen Platz verlassen sehen, ohne daß ein
anderer sichtbarer Körper seinen Platz einnimmt, so hat es für uns
nichts widersinniges, uns einen ^leeren Raum^ vorzustellen.
[Abbildung: Fig. 1.]
Weil jeder Körper seine Stelle verlassen kann, so schreiben wir dem Raum
eine #Ausdehnung# zu, und da jeder Körper nach jeder Richtung sich
bewegen kann, so ist #der Raum allseitig ausgedehnt#. Nehmen wir aber
drei beliebige Richtungen als Hauptrichtungen, z. B. die Richtung nach
vorn ~OB~, nach der Seite ~OA~ und nach oben ~OC~, so kann man von einer
beliebigen Stelle ~O~ des Raumes zu einer beliebigen anderen Stelle ~Q~
gelangen, indem man nacheinander in den drei Hauptrichtungen um passende
Strecken fortgeht. Um von ~O~ nach ~Q~ zu kommen (Fig. 1), geht man in
der Richtung ~OA~ um die Strecke ~OJ = x~, dann in der Richtung ~OB~ um
die Strecke ~JK = y~, dann in der Richtung ~OC~ um die Strecke ~KQ = z~
fort. Deshalb sagt man, #der Raum ist nach drei Hauptrichtungen
ausgedehnt#. Wegen der allseitigen Ausdehnung des Raumes können die drei
Hauptrichtungen beliebig gewählt werden.
Da ein Körper einen begrenzten Raum erfüllt, so sagt man, auch der
Körper ist (innerhalb seiner Grenzen) allseitig ausgedehnt und hat drei
Hauptausdehnungen.