Der Sannjasin sagte: »Kusum, ich weiß, dich quält etwas.«

Sie zuckte leicht zusammen. Dann verhüllte sie ihr Gesicht in ihrem Sari

und setzte sich weinend auf die Stufe zu Füßen des Sannjasin.

Er trat etwas zurück. Dann sagte er: »Sag' mir, was du auf dem Herzen hast,

damit ich dir den Weg zum Frieden zeige.«

Sie erwiderte in einem Ton unerschütterlichen Vertrauens, indem sie ab und

zu nach Worten rang: »Wenn du befiehlst, so muß ich dir alles sagen. Aber

es ist so schwer, ich weiß nicht, wie ich es dir erklären soll. Du, Herr,

mußt es ja erraten haben. Ich verehrte Einen wie einen Gott, ich betete ihn

an, und mein Herz war ganz erfüllt von der Seligkeit dieser Hingebung. Aber

eines Nachts hatte ich einen Traum. Mir träumte, der Herr meines Herzens

saß neben mir in einem Garten; er hielt meine rechte Hand in seiner Linken

und flüsterte mir Worte der Liebe zu. Alles schien mir vertraut und als

müsse es so sein. Der Traum verschwand, aber seine Wirkung blieb. Als ich

ihn am nächsten Tage wiedersah, erschien er mir im andern Licht als vorher.

Jenes Traumbild verfolgte mich. Ich floh in meiner Angst und hielt mich

fern von ihm, aber das Bild wich nicht. Seitdem hat mein Herz keinen

Frieden gekannt, -- alles in mir ist dunkel geworden!«

Während sie unter Tränen ihre Geschichte erzählte, fühlte ich, wie der

Sannjasin den rechten Fuß fest auf meine Steinstufe preßte.

Als sie geendet hatte, sagte er: »Du mußt mir sagen, wen du im Traum

sahst.«

Die Nacht der Erfüllung: Erzählungen · 第 41 / 54 题