=Aus den Besprechungen:=
Daß der vorliegende Roman viele Liebhaber gefunden hat, das bezeugen
schon die vielen Neuauflagen. Und es ist auch wirklich ein gutes Buch.
Es enthält treffliche poetische Schilderungen der Landschaft, der Natur.
Neben feinsinnigen Bemerkungen über die modernen Menschen und das
heutige Geschäftsleben der alten Freien und Hansestadt Lübeck gelangen
in anheimelnden Rückgedanken auch die früheren Zustände zur plastischen
Darstellung. Die große Erfindungsgabe der Verfasserin gestaltet den
Roman reich an verschlungenen Situationen, die meisterhaft gelöst
werden.
=Bohemia, Prag=
Was übrigens die stärkste Anziehungskraft der Geschichte ausmacht, das
ist ihr Schauplatz. Sie spielt im heutigen Lübeck. Die stolze Hansastadt
mit ihren Kirchen und Patrizierhäusern taucht vor uns auf; die
Verfasserin schildert das Innere eines solchen, und ebensogut kennt sie
sich im republikanischen Verfassungsleben aus. Sie zeichnet diese kleine
und doch wieder in ihrer Art große Welt mit sicherem Stift, nicht ohne
Anerkennung und doch auch gelegentlich mit ironischen Anmerkungen über
den übertriebenen Lokalpatriotismus. Sie übersieht nicht »die
spezifische Hanseatenkrankheit: den Patrizierwahnsinn, in welchem jede
Familie sich einbildet, aristokratischer als alle anderen zu sein«.
Natürlich entrollt sich auch vor uns ein Stück hanseatischen
Kaufmannslebens; wir werden Zeugen von allerhand industriellen
Gründungen, nehmen an Aufsichtsratssitzungen teil und dergleichen. Das
alles ist mit so viel Sachkenntnis wiedergegeben, als nur immer von
einer Romandichterin erwartet werden darf.
=Deutsche Tageszeitung, Berlin=
Ida Boy-Ed:
Im Verlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung Nachfolger in Stuttgart und
Berlin erschienen: