AUS DER COMEDIA: DIE UNGLEICHEN KINDER EVÆ.

{10} Ausgabe: Nürnberg bey Christoff Heussler 1558.

_Actus III._

Adam vnnd Eua geen ein, vnd Abel selb sechst, Kain auch selb sechst.

_Adam spricht._

Eua ist das hauss gezirt

Auff das wenn der Herr kummen wirt

Das es als schön vnd lüstig Ste

Wie ich dir hab befolhen Ee.

_Eua spricht._

Alle ding war schon zu bereyt

Za nechten[961] vmb die versperzeit. 20

_Adam spricht._

Ir kinderlein ich sich den Herrn

Mit seinen Engeln kummen von Ferrn

Nun stelt euch in die ordnung fein

Vnd bald der Herre dritt herein

Neygt euch und bietet jm die hend

Schaw zu wie stelt sich an dem End

Der Kain vnd sein Galgen-rott

Sam wöllen sie fliehen vor Gott.

{30} _Der Herr geet ein mit zweyen Engeln, geyd den segen vnd spricht._

Der Fried sey euch jr Kinderlein.

_Adam hebt sein hend auff vnnd spricht._

O Himelischer Vater mein

Wir dancken in vnsrem gemüt

Das du vns Sunder durch dein güt

Heimsuchst in vnser angst vnd not.

_Eua hebt jr hend auff vnd spricht._

Ach du trewer Vatter vnd Got.

Wie soll wirs verdienen vmb dich

Das du kumbst so demütigklich 10

Zu vns elenden an diss ort

Dieweil ich hab veracht dein wort

Vnd gefolgt der hellischen schlangen

Da ich die gröst sünd hab begangen

Wider dich, drumb wirt mein gewissn

Bekümmert, geengst vnd gebissn.

_Der Herr spricht._

Mein Tochter sey zu frieden eben

Deine Sünde seind dir vergeben

Wann ich bin barmhertzig vnd gütig 20

Genedig, Trew vnd gar langmütig

Ein Vater der trostlosen armen

Ich wirt mich vber euch erbarmen

So ich euch send in meinem namen

Des verheissenen weibes samen

Der wirt von übel euch erlösen

Zertretten die hellischen bösen

Schlangen doch mitler zeit vnd fort

Solt jhr euch halten an mein wort

Mit eim festen vnd starcken glaubn 30

Vnd last euch des niemand beraubn

Das sol die weil ewer trost sein.

_Adam spricht._

O himelischer vater mein

Des sey dir lob, danck, preiss vnd ehr

Jetzund ewig vnd jmmer mehr

Nun jhr kinder euch hieher macht

Mit reuerentz den Herrn entpfacht

Sich, Sich, wie sich der Kain stelt

Mit seiner rott so vngschickt helt

Vnd wend vnserm herr gott den rück

Wend euch und habt euch als[962] vnglück

Empfacht jn nach einander rumb.

_Kain entpfecht den Herrn mit der lincken hand vnd spricht._

The German Classics from the Fourth to the Nineteenth Century, Vol. 1 (of 2) · 第 186 / 276 题