_Joseph._
Wil ich meim Vatter helffen wol?
_Sibilla._
Der treuwe Gott jm helffen sol.
Ach lieben kindr, jr jammert mich.
Du heiligr Gott, erbarme dich
Vbr meinen Mann, den diener dein!
_Ben Jamin._
Ach greinet nicht, mein Memelein.
_Blepsidemus._
Ich habs erkundt, er ist noch frey,
Drumb geht nur her, trett bass herbey.
_Sibilla._
Mag mich jn jetzt nicht sehen kan: 10
Die kindr würdn jm zu hertzen gan.
_Blepsidemus._
Ey, seit getröst vnd weinet nicht.
Kan noch wol werden als geschlicht.
_Sibilla._
Ach Gott, er jammert mich zu sehr.
_Blepsidemus._
Seit stil, der König kompt jetzt her.
_THIEBOLD GART._
[_Scherer D._ 304, _E._ 303.]
Bürger zu Schlettstadt. Sein Volksstück ‘Joseph’ wurde 1540 von
Schlettstädter Mitbürgern aufgeführt und in demselben Jahre das
erste Mal gedruckt zu Strassburg. Herausgegeben von E. Schmidt
(Strassburg 1880).