Das thu, du hertzer Sone mein. 30

_Joseph._

Wil ich meim Vatter helffen wol?

_Sibilla._

Der treuwe Gott jm helffen sol.

Ach lieben kindr, jr jammert mich.

Du heiligr Gott, erbarme dich

Vbr meinen Mann, den diener dein!

_Ben Jamin._

Ach greinet nicht, mein Memelein.

_Blepsidemus._

Ich habs erkundt, er ist noch frey,

Drumb geht nur her, trett bass herbey.

_Sibilla._

Mag mich jn jetzt nicht sehen kan: 10

Die kindr würdn jm zu hertzen gan.

_Blepsidemus._

Ey, seit getröst vnd weinet nicht.

Kan noch wol werden als geschlicht.

_Sibilla._

Ach Gott, er jammert mich zu sehr.

_Blepsidemus._

Seit stil, der König kompt jetzt her.

_THIEBOLD GART._

[_Scherer D._ 304, _E._ 303.]

Bürger zu Schlettstadt. Sein Volksstück ‘Joseph’ wurde 1540 von

Schlettstädter Mitbürgern aufgeführt und in demselben Jahre das

erste Mal gedruckt zu Strassburg. Herausgegeben von E. Schmidt

(Strassburg 1880).

The German Classics from the Fourth to the Nineteenth Century, Vol. 1 (of 2) · 第 179 / 276 题