_WOLFRAM VON ESCHENBACH._
[_Scherer D._ 170, _E._ 161.]
Ein bairischer Ritter, lebte viel am Hofe Hermanns von Thüringen
zu Eisenach, wurde in der Liebfrauenkirche zu Eschenbach begraben.
Er konnte nicht lesen und schreiben, verstand aber, wenn auch
nur unvollkommen, französisch. Er dichtete ausser lyrischen
Gedichten den ‘Parzival’ 1205-1215; den ‘Titurel’ (Bruchstück; von
einem gewissen Albrecht zwischen 1260 und 1270 umgearbeitet und
vervollständigt) und ‘Wilhelm von Oranse’ (unvollendet), vor 1216
begonnen, ergänzt und fortgesetzt von Ulrich von Türheim und Ulrich
von dem Türlein. Seine Werke herausgegeben von Lachmann (Berlin
1833, vierte Ausg. 1880); ‘Parzival und Titurel’ von Bartsch
(3 Bde. Leipzig, 1870-71, 1875-77). Übersetzungen von Simrock
(Stuttgart 1842, fünfte Aufl. 1876), San-Marte (Marburg 1836, 1858).
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