die von mir in der _Romania_, vol. XXXVI, S. 559-60;
564-565; 569 ff. usw. gedruckten Stücke.
[32] Vgl. _Modern Philology_, vol. V, S. 318.
[33] E. Løseth, _Le Roman en prose de Tristan_, Analyse critique
d'après les manuscrits de Paris 1891. 8°.
[34] Ich habe Grund zu glauben, daß zwischen 1882 und 1884 in London
zwei Hss. per Auktion verkauft wurden, deren eine die Trilogie,
deren andere den _Brait_ repräsentierte. Da aber die Namen
der Käufer der beiden Hss. in dem Kataloge fingierte waren, ist es
mir trotz mancher Anstrengungen, und obgleich eine bedeutende
Firma mir behilflich war, nicht gelungen zu ermitteln, was aus
beiden Hss. geworden ist. Die Tatsache, daß diese beiden
Kompilationen, die an Interesse und literarischem Wert dem
Vulgat-Zyklus bedeutend nachstehen, nie die Popularität desselben
erlangt haben und, wegen des geringeren Bedarfes, nicht so oft
abgeschrieben wurden, macht es erklärlich, daß wir neben der
Huth-Hs. so wenige Bruchstücke des französischen Originals
besitzen.
[35] Der Titel, den ich der gegenwärtigen Ausgabe gegeben habe, ist
eigentlich nicht genau genug, weil auch Gaheriet im Zusammenhange
mit den Abenteuern der drei Gefährten eine bedeutende Rolle
spielt. Ich habe dennoch diesen Titel gewählt, weil sowohl in
Malory, als auch in dem Huth-_Merlin_ von einem dreifachen
Abenteuer dieser drei Gefährten die Rede ist, und weil viele
dasselbe durch diese beiden Texte kennen, die von der Hs. No. 112
nicht mehr wissen, als was E. Wechssler darüber gesagt hat.
[36] Da ich in dieser meiner ersten Arbeit auf dem Gebiete der
französischen Artus-Romane in Prosa, vor 23 Jahren, noch nicht von
den Graal-Zyklen als Ganzen handelte, hatte ich von der Trilogie
des pseudo-Robert de Borron noch keine Vorstellung, aber schon
damals schrieb ich: "I cannot help thinking that the attribution
of the authorship of the prose-_Perceval_ (d. h. des
Didot-_Perceval_) to Robert de Borron, and the substitution
of Galahad for Perceval in the "Queste" are rather problematical
arguments" usw.
[37] Wer den Huth-_Merlin_, die spanische oder portugiesische
_Demanda_ gelesen hat, der wird sofort erkennen, daß die in
jenen Texten erzählten Abenteuer in Stil und Charakter mit den
hier erzählten übereinstimmen. Ein gemeinsamer Zug, der sehr
auffallen muß, ist die sehr starke Betonung des übernatürlichen
Elements, die oft so übertrieben ist, daß die beschriebenen
Situationen unwahrscheinlich und lächerlich erscheinen.
[38] In den _Tristan_-Hss. ist von Morholt, einem Onkel oder
einem _parent_, nicht aber von einem Bruder der Königin
Iseut, die Rede.
[39] Die Abenteuer Gawains erzählt Sir Thomas Malory in seiner _Le
Morte Darthur_ (= M) im Buche 4, von der Mitte des XX. (d. h.
in meiner Ausgabe; in anderen Ausgaben ist das XX. das XIX.
Kapitel. In Caxtons Text sind Kapitel XVIII und XIX vereinigt) bis
zum Ende des XXIV. (_alias_ XXIII.) Kapitels. Wenn man die
SS. 19-43 des vorliegenden Textes (= T2, d. h. zweites Buch der
Trilogie) und dann M durchliest, so gewinnt man zuerst den
Eindruck, daß beide, mit Ausnahme des Schlusses, vieles gemein
haben. Vergleicht man aber beide Teile sorgfältig, so findet man
eine ganze Reihe von Zügen, in denen sie von einander abweichen.
Im allgemeinen ist M kürzer gefaßt als T2. M (vielleicht schon der
Bearbeiter seiner Quelle) hat in vielen Punkten seine Vorlage
entweder mißverstanden, oder absichtlich oder zufällig geändert.
In M ist Pellias -- Syr Pelleas; Arcade -- Lady Ettard; der alte
_vavasour_, Gawains erster Wirt, ist in M "an old knyghte & a
good householder"; sein zweiter Wirt, der in T2 nicht mit Namen
genannt wird, ist in M "Sir Carados". "Nymue the damoysel of the
Lake" spielt in M eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhange, wo
sie in T2 garnicht erwähnt wird. M erwähnt auch "kyng Lott of
Orkeney" und einen Ritter des Pelleas, den Nymue im Walde jammernd
findet. Syr Pelleas ist nach M "in the iles" geboren und the "lord
of many iles". Ich kann von den Unterschieden, die zwischen beiden
Texten existieren, nur die wichtigsten anführen, die aber genügen
werden, dem Leser das Verhältnis derselben zueinander zu erklären.
In M kommt "Pelleas the dolorous knyght" zuerst auf der "launde",
d. h. auf der _Plaine Aventureuse_ an; erst als er mit Gawain
gesprochen hat, erscheinen die zehn Ritter, mit denen er kämpft.
In M hebt Pelleas alle zehn "with one spear" aus dem Sattel und
wird von ihnen "under the horse belly" gebunden. (Im XXII. Kapitel
ist aber neben dieser Stellung auch von "the horse tail" die
Rede.) Gawains Begleiterin fordert ihn in M auf, Pelleas zu
helfen, er ist bereit es zu tun, sagt aber: "hit semeth he wylle
have no helpe", worauf die "damoysel" dann sagt: "me thynketh ye
haue no luste to helpe hym". In dem Streite zwischen dem Ritter
und dem Zwerg ist Gawain in M viel bündiger wie in T2. Er sagt
nämlich: "wel syrs said he wylle ye put the mater in my hand; ye
they sayd both. Now damoysel sayd syr Gawayn ye shal stande
betwixe them both, and whether ye lyst better to go to, he shal
haue yow". Der Ritter, den die "damoysel" zu Gunsten des Zwerges
gehen läßt, macht in M Gawain kein Geständnis wie in T2. Dem
Begleiter des Ritters, mit welchem Gawain kämpft, gibt die
"damoysel of 15" auf seine Frage "if ye wold abyde with me", die
Antwort "with yow wylle I be ... for with syr Gawayn I may not
fynde in myn herte to be with hym, for now heres" ...
Das Gespräch zwischen Gawain und Sir Carados, dem Lehnsmann des
Königs von Norgales in T2, fehlt in M ganz, wo auch nicht erwähnt
wird, daß Gawain seine Begleiterin, seinen Wirt und seinen Knappen
erst vermißt, als er sich vergewissern will, ob die erstgenannte
nichts dagegen habe, wenn er bei dem Ritter einkehrt. Auch die
Erzählung dieses Ritters, Sir Carados, nach dem Abendessen ist in
M viel kürzer als in T2, und in dem Berichte über das Tournier hat
M Einzelheiten, die in T2 abwesend sind. In T2 ist auch nichts,
den folgenden Stellen, entsprechendes zu finden: "wherfor al
ladyes and gentylwymen hadde scorne of her that she was so proude,
for there were fayrer than she & ther was none that was ther but &
sir Pelleas wold have profered hem loue they wold haue loued hym
for bis noble prowesse". 2. "& so this knyght promysed the lady
Ettard to folowe her into this countrey & never to leue her tyl
she loued hym". In M erklärt Gawain, nachdem der Ritter seine
Erzählung geendet hat: "And after this nyghte I wylle seke hym to
morowe in this forest to doo hym alle the helpe I can..." Ein M
eigentümlicher Zug ist, daß Syr Pelleas noch einmal, und zwar mit
viel mehr Einzelheiten, Gawain die Geschichte erzählt, die ihm
vorher schon der Sir Carados erzählt hat. In M ist das Gespräch
zwischen Gawain und Lady Ettard, als er in Pelleas' Rüstung vor
ihr erscheint, in verschiedenen Punkten anders als in T2; und
dasselbe gilt auch von der Art und Weise wie Gawain die Dame dazu
bringt, seine Geliebte zu werden. Verschieden von dem in T2
gesagten ist in M auch, was über Pelleas erzählt wird, als er die
beiden im Pavillon schlafend findet. Er kehrt sogleich um, weil er
"for pure sorowe" nicht länger bleiben kann. Als er eine halbe
Meile geritten ist, kehrt er um, mit der Absicht beide zu töten;
"and whanne he sawe hem bothe soo lye slepynge faste, vnnethe he
myght holde hym on horsbak for sorowe", reitet er zum zweiten Male
zurück. Als er wieder eine halbe Meile geritten ist, kehrt er noch
einmal um "and thoughte thenne to slee hem bothe"; er steigt ab,
bindet sein Pferd an einen Baum, zieht sein Schwert und tritt in
den Pavillon ein, "and wente to them as they lay, and yet he
thought it were shame to slee them slepynge, and layd the naked
swerd ouerthwart bothe their throtes, and soo tooke his hors and
rode his awaye". In M bittet Pelleas seine Ritter, daß sie nach
seinem Tode sein Herz "betwyxe two syluer dysshes" zu Lady Ettard
tragen. In M erkennt Lady Ettard sofort das Schwert des Pelleas
und klagt Gawain an, nicht nur sie, sondern auch seinen Gefährten
betrogen zu haben. "Wir würden jetzt beide tot sein", erklärt sie,
"wenn nicht Pelleas ein viel besserer Ritter wäre als du", "but ye
haue deceyued me and bytrayd me falsly, that al ladyes and
damoysels may beware by yow and me". Ohne ein Wort zu seiner
Verteidigung zu sagen, ohne seine Handlungsweise zu bereuen,
verläßt dann Gawain Lady Ettard.
Was nun in M folgt, steht mit dem in T2 erzählten in gar keinem
Zusammenhange. Es ist schwer zu entscheiden, ob der Schluß das
Werk Sir Thomas Malorys ist, oder ob er denselben schon in seiner
Vorlage gefunden hat. Nachdem Gawain Lady Ettard verlassen hat,
ereignet es sich, daß "Nymue the damoysel of the lake" einen
Ritter des Pelleas im Walde trifft, welcher das Schicksal seines
Herrn beweint. Als Nymue die Ursache seines Kummers erfahren,
tröstet sie ihn und sagt: "Dein Herr wird nicht sterben, und die
Stolze, die kein Mitleid mit ihm gehabt, wird bald noch schlimmer
dran sein als er". Als der Ritter Nymuen zu Pelleas geleitet hat,
findet diese großes Gefallen an dem Unglücklichen und bewirkt
durch ihre Zauberkraft, daß er in einen tiefen Schlaf verfällt.
Sie befiehlt, daß keiner ihn vor ihrer Rückkehr wecken soll. Nach
zwei Stunden führt sie Lady Ettard an das Lager des noch
Schlafenden und sagt, auf ihn weisend: "Du solltest dich schämen,
einen solchen Ritter zu morden" und zu gleicher Zeit verwandelt
sie durch ihre Zauberkraft Lady Ettards tötlichen Haß in maßlose
Liebe zu dem Schlafenden. "Was ist mir", ruft Lady Ettard aus,
"ich liebe denjenigen, den ich noch vor kurzem gehaßt!" "Das ist
Gottes Strafe für deine Grausamkeit", erklärt Nymue. Indem erwacht
Pelleas; als er Lady Ettard erkennt, ruft er ihr zu: "Verlaß mich,
Verräterin, ich hasse dich", denn auch seinen Sinn hat Nymue durch
ihre Zauberkraft verwandelt. Darüber ist Lady Ettard sehr betrübt
und weint. Nymue aber fordert Pelleas auf, ihr zu einer Dame zu
folgen, die er lieben und die seine Liebe erwidern werde. Pelleas
erzählt ihr, was er um Lady Ettard gelitten und erklärt sich
bereit ihr zu folgen, wohin sie ihn führen will; "soo the lady
Ettard dyed for sorowe, and the damoysel of the lake reioysed syr
Pelleas and loued togyders durynge their lyf dayes".
[40] Im Anschluß an die in N. 2[39] S. XXVII erzählten Abenteuer
Gawains, folgen im XXV.-XXVII. Kapitel in M diejenigen des
Morholt (Sir Marhaus) mit der Jungfrau von 30 Jahren. Jedoch steht
alles, was hier erzählt wird, in keinem Zusammenhange mit der
Trilogie des pseudo-Robert de Borron, es scheint vielmehr, daß
entweder Sir Thomas Malory oder derjenige, dessen Kompilation ihm
als Vorlage diente, diese Abenteuer eigens hier, nach dem Muster
anderer, für Sir Marhaus arrangiert hat.
Marhaus und seine Begleiterin schlagen eine südliche Richtung ein.
In einem dichten Walde werden sie von der Nacht überrascht. Sie
bitten den Besitzer eines Gehöftes um Nachtquartier, der weigert
sich aber sie aufzunehmen. "Wenn du bereit bist", sagt der Mann zu
Marhaus, "ein Abenteuer zu bestehen, so will ich dir zeigen, wo du
die Nacht Aufnahme findest". Vergeblich versucht Marhaus von dem
Manne zu erfahren, welcher Art das Abenteuer sei; er nimmt
schließlich des Mannes Vorschlag an. Nach einer Stunde gelangen
sie an ein festes Schloß. Der Mann klopft an das Tor und wird
eingelassen. Er meldet dem Besitzer des Schlosses, einem Herzoge,
daß er ihm einen Ritter und eine Jungfrau zugeführt habe, die
Nachtquartier begehren. "Laß sie herein", sagt der Herzog,
"vielleicht werden sie noch bereuen, hierher gekommen zu sein."
Nachdem Marhaus und die Jungfrau abgestiegen sind, führt man sie
in die Halle, wo der Herzog, von vielen Rittern umgeben, sitzt.
"Wer bist du und wo kommst du her?" fragt er den Marhaus. Der
letztere nennt seinen Namen und fügt hinzu: "I am a knyghte of
kynge Arthurs and knyght of the table round". (Diese Behauptung
steht im Widerspruch mit dem später im XXX. Kapitel Erzählten, daß
nämlich Marhaus und Pelleas zu Genossen der Tafelrunde gemacht
wurden). "Ich hasse Arthur und seine Tafelrunde", erklärt der
Herzog, "ruhe heute, morgen mußt du mit mir und meinen sechs
Söhnen kämpfen. Gawain hat meine sieben (? meinen siebenten Sohn)
Söhne getötet; ich habe ein Gelübde getan, ihren (? seinen) Tod an
allen Rittern der Tafelrunde zu rächen, die hierher kommen". Als
Marhaus das hört und daß sein Wirt der "duke of south marchys"
ist, sagt er: "Ich habe gehört, daß du meinen König und seine
Ritter haßt". Dann ziehen sich Marhaus und seine Begleiterin auf
die ihnen angewiesenen Gemächer zurück. Am nächsten Morgen in
aller Frühe läßt der Herzog Marhaus wecken. Nachdem Marhaus die
Messe gehört, gefrühstückt, sich gewaffnet und sein Pferd
bestiegen hat, erscheint er auf dem Schloßhofe, wo ihn der Herzog
und seine Söhne, alle mit Lanzen bewaffnet, erwarten. Zwei der
Söhne zersplittern ihre Lanzen an Marhaus' Schild, er aber berührt
sie nicht. Dann greifen die übrigen vier Söhne Marhaus zu zweien
an; auch sie zerbrechen ihre Lanzen, aber Marhaus tut ihnen kein
Leid. Dann plötzlich stürzt Marhaus auf den Herzog los und wirft
ihn samt seinem Pferde zu Boden. Schnell steigt er ab und droht
ihn zu töten, wenn er sich nicht ergibt. Als des Herzogs Söhne
ihrem Vater zu Hilfe eilen wollen, gebietet Marhaus ihm, dieselben
zurückzuweisen, wenn er nicht sterben wolle. Hierauf ergeben sich
der Herzog und seine Söhne dem Marhaus, der ihnen befiehlt am
nächsten Pfingstfest sich am Hofe Arthurs einzufinden. Dann
verläßt Marhaus das Schloß. Zwei Tage später leitet ihn seine
Jungfrau zu einem Turnier, das "the lady de Vawse" veranstaltet
hatte. Hier zeichnet sich Marhaus so aus, daß ihm der Preis, ein
goldener Kranz, zuerkannt wird. Von hier führt ihn die Jungfrau
nach dem Schlosse des "earl Fergus", der später Sir Tristans
Ritter wurde und dessen Land ein Riese namens Taulurd (der Bruder
des Riesen Taulas, den Tristan in Cornwall erschlug), verheert und
in Schrecken setzt. Marhaus fragt nur, ob der Riese zu Pferde oder
zu Fuße kämpfe und läßt sich am nächsten Morgen zeigen, wo er
haust. Nach langem schweren Kampfe treibt Marhaus den Riesen in
einen See; hier steinigt er denselben bis er niederfällt und
ertrinkt. In des Riesen Schloß findet Marhaus 24 Jungfrauen und 12
Ritter, die er befreit, und unermeßlichen Reichtum. Fergus bietet
Marhaus aus Dankbarkeit die Hälfte seines Landes an, Marhaus aber
nimmt das Geschenk nicht an. Nachdem er sechs Monate bei Fergus
geweilt, um seine Wunden zu heilen, verabschiedet er sich. "And äs
he rode by the way, he mette with syr Gawayne and syr Vwayne, and
so by aduenture he mette with foure knyghtes of Arthurs courte;
the fyrst was syr Sagramore desyrus, syr Ozanna, syr Dodynas le
saueage and syre felot of lystynoyse; and there syr Marhaus with
one spere smote doune these four knyghtes, and hurte them sore.
Soo he departed to mete at his day afore sette."
[41] ? Tor oder Perceval.
[42] Der gute Ritter ist vermutlich Galahad. Vgl. auch fol. 39 c, d.
[43] Vgl. _infra_.
[44] Weder in der Huth-Hs., noch in dem gegenwärtigen Text, noch in
dem dritten Buche der Trilogie ist von Gaheriets Besuch der
Merlin-Insel die Rede. Wenn der Schreiber der Hs. No. 112 die
obige Angabe richtig verstanden hat, und wenn dieselbe sich nicht
auf den _Brait_ bezieht, so haben wir hier einen Hinweis auf
den Inhalt des noch fehlenden Endes des zweiten Buches der
Trilogie.
[45] Vgl. _infra_.
[46] Die Hs. hat, wahrscheinlich irrtümlich, X anstatt XII.
[47] Die oben gesperrt gedruckten Reihen weisen auf die _Mort
Artus_ des dritten Buches der Trilogie hin. Sie ist erhalten in
den spanischen Drucken, in der portugiesischen Hs. und in der Hs.
No. 340 der Pariser National Bibliothek ist der Schluß zu finden.
Die Version der Mort Artus der Trilogie ist zwar unzweifelhaft auf
die der Vulgata zurückzuführen, aber sie unterscheidet sich von
derselben in manchen Punkten und ist bedeutend kürzer. Einige
wichtige Stellen aus derselben habe ich im XXXVI. Bande der
_Romania_ SS. 584-590 gedruckt.
[48] Die oben gesperrt gedruckten Reihen weisen auf den Tod des
Morholt durch Tristan und auf Tristans Tod selber hin. Vgl. auch
_supra_ S. XXVII.
[49] Im XXVII. Kapitel erzählt M die Abenteuer Ywains (Sir Uwayne) mit
der "damoysel of thre score wynter of age". Was ich auf S. XLI N.
1[40] von den Abenteuern des Morholt gesagt habe, gilt auch von denen
Ywains, sie sind durchaus verschieden von den in der Trilogie des
pseudo-Robert de Borron von diesen beiden Rittern vollbrachten.
Ywain und seine Führerin schlagen eine südliche Richtung ein und
kommen zuerst "nyghe the marche of walys" zu einem großen Turnier.
Ywain besiegt 30 Ritter und erhält den Preis, einen Falken und ein
weißes Pferd "trapped with clothe of gold". Nachdem Ywain durch
Vermittlung der "old damoysel" viele Abenteuer bestanden hat (die
aber nicht erzählt werden), führt sie ihn zu einer Dame "called
the lady of the roche", die zwei Brüder, Edward und Hue "of the
reed castle", enterbt haben. Die Dame klagt Ywain ihr Leid. Er
verspricht ihr zu helfen. Erst will er mit den Brüdern im Guten
fertig zu werden versuchen, aber wenn das zu keinem Resultat
führt, mit ihnen kämpfen. Am nächsten Tage erscheinen die Brüder,
sie weigern sich nicht nur, das Land der Dame wieder
herauszugeben, sondern auch einzeln mit Ywain zu kämpfen. Es
bleibt Ywain daher nur übrig, gegen beide zugleich zu kämpfen. Am
folgenden Morgen findet der Kampf statt. Er dauert viele Stunden.
Ywain wird schwer verwundet, es gelingt ihm aber endlich Edward zu
töten und Hue zur Übergabe zu zwingen. Hue verpflichtet sich, beim
nächsten Pfingstfest am Hofe Arthurs zu erscheinen und gibt der
Dame ihr Land zurück. Ywain bleibt beinahe sechs Monate im Hause
der Dame, um seine Wunden zu heilen. "And soo whan it drewe nygh
the terme day that syr gawayn, syr Marhaus and syre Vwayne shold
mete at the crosse way, thenne euery knyght drewe hym thyder to
holde his promyse that they had made; & syr Marhaus and syr Vwayne
broughte their damoysels with them, but sir Gawayn had lost his
damoysel as it is afore reherced". Die Abenteuer Ywains füllen in
der Hs. No. 112 fols. 37b-43a (SS. 66-85 der vorliegenden
Ausgabe), d. h. bis zur Rückkehr Ywains an den Hof, also etwa
sechsmal soviel als in M. Alles was nach diesen Abenteuern in der
Hs. No. 112 folgt, d.h. fols. 43a-58b (SS. 85-134) hat in M
nichts entsprechendes, ist also entweder von M oder schon von dem
Zusammensteller seiner Vorlage unterdrückt worden.
[50] Vgl. _supra_ S. IL.
[51] Ganz verschieden von dem was hier erzählt wird, erzählt M im
XXIX. Kapitel seines vierten Buches, was an dem verabredeten Tage
an der Quelle sich ereignete:
Alle sechs, d. h. die drei Ritter und die drei Jungfrauen, finden
sich pünktlich ein, Gawains Begleiterin kann aber nicht viel gutes
von ihm berichten. Nachdem die Ritter von den Jungfrauen Abschied
genommen haben, treffen sie im Walde einen Boten Arthurs, der
schon beinahe zwölf Monate England, Schottland und Wales
durchstreift hat, um Gawain zu sagen, daß er mit Ywain an den Hof
zurückkehren solle. Ywain und Gawain bitten den Morholt sie zu
begleiten. Nach einem zwölftägigen Ritt erreichen sie Camelot, wo
sie mit großer Freude begrüßt werden. Sie leisten den üblichen
Eid, nur die Wahrheit zu sagen, und berichten ihre Abenteuer
während ihrer zwölfmonatlichen Abwesenheit. Dabei stellt sich
heraus, daß der Morholt schon in Kämpfen mit vielen der Gefährten
Bekanntschaft gemacht hat, denn er ist einer der besten Ritter,
die damals lebten. Zu Pfingsten erscheint auch "Nymue the damoysel
of the lake" mit Pelleas bei Hofe. Bei dem großen, zur Feier des
Tages veranstalteten Turnier gewinnt Pelleas den ersten, der
Morholt den zweiten Preis. Am Tage darauf werden beide zu
Gefährten der Tafelrunde gemacht und erhalten die beiden im Laufe
des Jahres durch den Tod ihrer Inhaber erledigten Sitze. Pelleas
kann Gawain nicht mehr lieben, aber er schont ihn oft um Arthurs
willen "for so it reherceth in the book of Frensshe". Lange nach
diesem Pfingstfeste erschlägt Tristan den Morholt auf einer Insel,
nachdem derselbe ihn so schwer verwundet hat, daß er sechs Monate
in einem Kloster liegen muß. "And sire Pelleas was a worshipful
knyghte & was one of the four that encheued the sancgreal; and the
damoysel of the lake made by her meanes that never he had adoo
with sire launcelot de lake, for where sire launcelot was at ony
Iustes or ony tornement, she wold not suffre hym be there that
daye, but yf it were on the syde of sire launcelot".
Ich kenne keine Graal-Queste, in der vier Ritter erfolgreich sind.
In der Galahad-Queste sowohl der Vulgata als auch der Trilogie
sitzen einschließlich Galahads selber 12 Ritter an der
Graal-Tafel, aber nur in der letzteren werden die Namen derselben
genannt. Weder in der Hs. No. 343, noch in den spanischen Drucken
noch endlich in der portugiesischen Hs. zu Wien ist Pelleas einer
von den 12 Rittern. Vgl. _Romania_, vol. XXXVI, SS. 572, 573
und 574.
[52] Der gute Ritter ist natürlich Galahad. Vgl. _supra_ S. XLV.
[53] Die Erklärung an dieser Stelle, d. h. nicht weit vom Ende des
zweiten Buches der Trilogie, daß Galahad noch nicht erzeugt ist
und daß noch einige Zeit vergehen werde vor seiner Zeugung, macht
es mehr denn wahrscheinlich, daß der pseudo-Robert de Borron,
ebenso wenig wie sein Waffengefahrte Helie im zweiten Teil des
_Tristan_, die Zeugung und Geburt Galahads überhaupt nicht
erzählt hat. Ich habe _supra_ S. XX erwähnt, daß, um diesen
Mangel zu beseitigen, wahrscheinlich ein späterer Abschreiber den
Auszug aus dem Vulgat-_Lancelot_ einer _Tristan_-Hs.
beigefügt hat, durch welche derselbe dann in einige andere Hss.
gelangt ist.
[54] Wer diese Jungfrau ist, wird nirgends erwähnt. Auch die Identität
ihrer Schwester, bei der Ywain übernachtet, wird nicht verraten.
[55] Ich kann mich nicht entsinnen weder in der Huth-Hs. noch in den
spanischen und portugiesischen Texten irgendwo gelesen zu haben,
daß Gawain kurz vor dem Pfingstfeste, an welchem Galahad an den
Hof kommt, um den leeren Sitz an der Tafelrunde einzunehmen, Ywain
mit einem Stein verwundete, den er nach einem Hunde geworfen
hatte.
[56] Die Prophezeihung stimmt mit dem über Ywains Tod in der Mort
Artus Erzählten überein. Mordret spaltet Ywains Kopf mit einem
Streiche seines Schwertes.
[57] Der schönste Ritter der Tafelrunde, der durch die Liebe stirbt,
kann kein anderer sein als Tristan. Vgl. _supra_ S. LIII.
[58] Welcher Nascien?
[59] Ob Nascien oder ein anderer ist nicht klar.
[60] Wenn man sich daran erinnert, daß Girflet und Keux, als sie Ywain
am __Perron du Cerf__ fanden (vgl. _supra_ S. LVI), ihm
ausdrücklich erklärten, daß Artus sie ausgesandt habe, um ihn
zurückzubringen, muß man sich wundern, daß die Königin ihm nun,
als etwas scheinbar ganz neues, von Artus' Sinnesänderung erzählt.
[61] In der Huth-Hs. fols. 154a-155c (Huth-_Merlin_ II, Seiten
69-73) wird die Jugend Tors, seine Aufnahme in den Ritterstand an
Artus' Hochzeitstage und Merlins Prophezeiung über ihn erzählt. Er
wird als der Sohn eines Hirten namens Ares beschrieben. Fol. 173c
(II, Seite 114) verkündet Merlin, daß Pellinor, nicht Ares, der
Vater Tors sei. Tor li fils Ares wird oft auch Hestor li fils Ares
genannt, vgl. z. B. den gegenwärtigen Text, Seite 88 Zeile 10 von
unten. Neben Tor erwähnt der pseudo-Robert de Borron, allerdings
nur in Hinweisen auf im _Lancelot_ erzählte Ereignisse,
Hector des Mares wie z. B. fol. 219d (II, S. 228) und fol. 224d
(II, S. 240) oder Seite 9 der vorliegenden Ausgabe. Andererseits
habe ich in verschiedenen Hss. des Vulgat-Zyklus, in dem Tor nie
handelnd auftritt, seinen Namen mit dem Zusatz _li fils Ares_
in den beliebten Aufzählungen von Ritternamen gefunden.
Ob, wie einige glauben, Tor li fils Ares und Hector li fils du roi
Ban, gewöhnlich Hector des Mares genannt, beide natürliche Söhne
ihrer Väter, ursprünglich ein und dieselbe Person waren, läßt sich
aus dem soweit bekannten Material nicht entscheiden, ist aber
durchaus nicht unmöglich.