Pr. Moriz. Höre _Badner_, Du willst des Grafen Dienst verlassen?
Badner. (schüchtern mit dem Kopf winkend) Ho.
Pr. Moriz. So kannst Du in den meinigen treten, wenn Du ein ehrlicher
treuer Kerl bist. Ich bezahle meine Leute gut, aber sie müssen im Fall der
Noth auch wohl ihr Leben für mich in die Schanze schlagen können. Bist du
das auch gewillt?
Badner. (sich verbeugend) Ho!
Pr. Moriz. Schade alter Bursche, daß Dir das Maul vernagelt ist. (wirft ihm
eine Börse voller Geld entgegen) Da, nimms zum Handgelde. Wie lange wirst
Du noch beim Grafen bleiben?
Badner. (zieht eine Schreibtafel hervor und schreibt) Ein Monat noch.
Pr. Moriz. Ja, Bursche, das währt zu lange. Doch mein Sekretair wird Dir
schon einige Winke gegeben haben, wie Du Dich zu verhalten hast.
Badner. (winkend) Ho, ho!
Pr. Moriz. Wird Dir auch wohl von den hundert Louisd'oren und von diesem
Fläschchen gesagt haben, dessen Wasser Du -- --
Badner. (mit treuherziger Miene) Ho, ho!
Pr. Moriz. Du darfst dies Wasser nur unter seinen Wein, oder in eine Suppe
schütten. In ein, zwei, drei Wochen keucht das Junkerchen seinen
zukkersüssen Geist von sich, und Du empfängst noch funfzig Louisd'ors von
mir. Funfzig hältst Du jezt schon der Hand.
Badner. (schreibt) Ew. Hoheit erlauben mir aber bei Ihnen Dienste zu
nehmen?
Pr. Moriz. Nicht anders; so bald der _Graf_ das Wasser verschlukt hat,
meldest du dich wieder. (er reicht ihm das Fläschgen) Leb wohl. Mache dein
Probestük als Meister; mein Sekretair sage dir das übrige.