39.
Der Fürst Dessau, der uns heute sehr angenehm überraschte, hat sich wie
ich hoffte sehr gut mit dir gefunden, ich gönne dir, daß du diesen
merkwürdigen Sterblichen auch hast kennen lernen. Da die Nachricht kam
du seyst in Frankfurt sagte die Herzoginn er kommt gewiß, der H. er wird
wohl kommen, und ich sagte ich glaub es nicht. Leider war meine
Divination die richtigste. Schön, sehr schön wäre es gewesen. Nun es
konnte wohl nicht seyn.
Du verwendest und verthust manchen Augenblick, gönne mir auch über
Menschen und Sachen, die du auf dieser Reise gesehen hast, ein Wort, ich
verdiens und brauch es. Ich muß wieder eine Anmuthung von dir haben wie
mir der Fürst heute gegeben hat.
Da ich zwar kein Widerkrist, kein Unkrist, aber doch ein dezidirter
Nichtkrist bin, so haben mir dein Pilatus und so weiter widrige
Eindrücke gemacht, weil du dich gar zu ungebärdig gegen den alten Gott
und seine Kinder stellst. Deinen Pilatus habe ich sogar zu parodiren
angefangen, ich habe dich aber zu lieb um mich länger als eine Stunde
damit amüsiren zu können.
Darum laß mich deine Menschenstimme hören, damit wir von der Seite
verbunden bleiben, da es von der andern nicht geht.
Von mir hab ich nichts zu sagen als daß ich mich meinem Beruf aufopfere,
indem ich nichts suche, als wenn es das Ziel meiner Begriffe wäre.