G.

[Fußnote 2: Siehe den Anhang.]

8.

Weil ihr lieb wart und habt mir gleich geschrieben, so auch von mir hier

eine Ejakulation die ihr freundlich mögt aufnehmen.

Lieber Bruder daß du nicht willst Ständigkeit kriegen, nicht kannst

kriegen, ängstigt mich manchmal wenn ich ^peccata mundi^ im Stillen

trage. Ich bin nun seit einem Jahr in ganz decidirten moralisch

politischen Augenblickes-Verhältnissen und mein Herz das mir so treu und

du -- Nun es soll so seyn -- über C... und L... sey ruhig, wo die Götter

nicht ihr Possenspiel mit den Menschen treiben, sollen sie doch noch

eins der glücklichsten Paare werden wie sie eines der besten sind,

nichts menschliches steht dazwischen, nur des unbegreifflichen

Schicksaals verehrliche Gerichte. Wenn ich dir erscheinen und dir

erzählen könnte was unschreibbar ist, du würdest auf dein Angesicht

fallen und anbeten den der da ist, da war und seyn wird. Aber glaub an

mich, der ich an den Ewigen glaube. Grüß alles und Kaysern. Lenz ist

unter uns wie ein krankes Kind, und Klinger wie ein Splitter im Fleisch,

er schwürt, und wird sich herausschwüren leider.

d. 16. Sept. 76.

Briefe von Goethe an Lavater aus den Jahren 1774 bis 1783 · 第 9 / 54 题