_Hans Karl_ $(nach einer kleinen Pause)$. Weißt du, wen ich für den
gebornen Ehemann halte?
_Stani._ Nun?
_Hans Karl._ Den Adolf Hechingen.
_Stani._ Der Antoinette ihren Mann? Hahaha! --
_Hans Karl._ Ich red' ganz im Ernst.
_Stani._ Aber Onkel Kari.
_Hans Karl._ In seinem Attachement an diese Frau ist eine höhere
Notwendigkeit.
_Stani._ Der prädestinierte -- ich will nicht sagen was!
_Hans Karl._ Sein Schicksal geht mir nah'.
_Stani._ Für mich gehört er in eine Kategorie: der instinktlose Mensch.
Weißt du, an wen er sich anhängt, wenn du nicht im Klub bist? An mich.
Ausgerechnet an mich! Er hat einen Flair!
_Hans Karl._ Ich habe ihn gern.
_Stani._ Aber er ist doch unelegant bis über die Ohren.
_Hans Karl._ Aber ein innerlich vornehmer Mensch.
_Stani._ Ein uneleganter, schwerfälliger Kerl.
_Hans Karl._ Er braucht eine Flasche Champagner ins Blut.
_Stani._ Sag' das nie vor ihm, er nimmt's wörtlich. Ein uneleganter
Mensch ist mir ein Greuel, wenn er getrunken hat.
_Hans Karl._ Ich hab' ihn gern.
_Stani._ Er nimmt alles wörtlich, auch deine Freundschaft für ihn.
_Hans Karl._ Aber er darf sie wörtlich nehmen.
_Stani._ Pardon, Onkel Kari, bei dir darf man nichts wörtlich nehmen,
wenn man das tut, gehört man in die Kategorie: Instinktlos.
_Hans Karl._ Aber er ist ein so guter, vortrefflicher Mensch.
_Stani._ Meinetwegen, wenn du das von ihm sagst, aber das ist noch gar
kein Grund, daß er immer von deiner Güte spricht. Das geht mir auf
die Nerven. Ein eleganter Mensch hat Bonhomie, aber er ist kein guter
Mensch. Pardon, sag' ich, der Onkel Kari ist ein großer Herr und darum
auch ein großer Egoist, selbstverständlich. Du verzeihst.
_Hans Karl._ Es nützt nichts, ich hab' ihn gern.
_Stani._ Das ist eine Bizarrerie von dir! Du hast es doch nicht
notwendig, bizarr zu sein! Du hast doch das Wunderbare, daß du mühelos
das vorstellst, was du bist: ein großer Herr! Mühelos! Das ist der große
Punkt. Der Mensch zweiter Kategorie bemüht sich unablässig. Bitte, da
ist dieser Theophil Neuhoff, den man seit einem Jahr überall sieht.
Was ist eine solche Existenz anderes als eine fortgesetzte jämmerliche
Bemühung, ein Genre zu kopieren, das eben nicht sein Genre ist.