Deine Briefe gefallen mir immer mehr und mehr, obschon ich Deine
Ratschläge immer mehr und mehr verabscheue, und das bloß, weil der
Ton in denselben mit dem meinigen so absticht, daß er das
verdrüßliche Einerlei meines Kummers auf eine pikante Art unterbricht.
Fahre fort, mir mehr zu schreiben, es ist mir alles lieb, was von
Dir kommt, sollte mir's auch noch so viel Galle machen.
Sei glücklich unter Deinen leichten Geschöpfen, und laß mir meine
Hirngespinste. Ich erlaub es euch sogar, über mich zu lachen, wenn
euch das wohltun kann. Ich, lache nicht, aber ich bin glücklicher
als ihr, ich weide mich zuweilen an einer Träne, die mir das süße
Gefühl des Mitleids mit mir selbst auf die Wange bringt. Es ist wahr,
daß ich alles hier begrabe, aber eben in dieser Aufopferung findt
mein Herz eine Größe, die ihm wieder Luft macht, wenn seine Leiden zu
schwer werden. Niemanden im Wege--welch eine erhabene Idee! ich will
niemanden in Anspruch nehmen, niemand auch nur einen Gedanken kosten,
der die Reihe seiner angenehmen Vorstellungen unterbricht. Nur
Freiheit will ich haben, zu lieben, was ich will, und so stark und
dauerhaft, als es mir gefällt. Hier ist mein Wahlspruch, den ich in
die Rindentüre meiner Hütte eingegraben:
Du nicht glücklich, kümmernd Herz? Was für Recht hast
du zum Schmerz? Ist's nicht Glück genug für dich, Daß
sie da ist, da für sich?