8. Deren Sohn Herzog Heinrich von Mödling der Jüngere † 1233;

9. und 10. Rudolf und Heinrich † 1300, Enkel König Rudolfs von

Habsburg.

Die Grabsteine für 5, 6, 7, 8 und 9 liegen unter der Treppe vor dem

Altar.

Rechts davon liegen: 11. und 12. Adalbert † 1136 und Ernest † 1137

Markgrafen von Oesterreich, Söhne Leopolds des Heiligen.

13. und 14. Gertrud von Braunschweig † 1326, Gemahlin Friedrichs

des Streitbaren und Richardis, Gemahlin Heinrichs des Grausamen,

Tochter des berühmten Landgrafen Hermann von Thüringen.

III. An das Capitelhaus schließt sich die ~Todtenkapelle~ an, vom

Abte Martin von Egris 1349 zu Ehren des heiligen Alexius gestiftet.

Hier ruhen der Stifter der Kapelle und der um das Stift hochverdiente

Abt Robert † 1755.

~Das Radfenster~, gemalt 1845 von Friedrich Walzer, zeigt links den

ersten Abt Gottschalk, rechts den heiligen Leopold. Interessant sind

die barocken Leuchter, welche Todtengerippe darstellen.

Rings an den Wänden herum sind ~Grabsteine verstorbener Capitularen des

Stiftes~ aus dem 17. und 18. Jahrhundert eingefügt.

IV. Neben der Todtenkapelle ist das frühgothische etwa gleichzeitig

mit dem Capitelhaus gebaute ~untere Schlafhaus~. Diese Halle war einst

der Schlafraum der Mönche.

=Oberes Schlafhaus.=

Vom unteren Schlafhause führt eine Stiege in das obere, Ende des 14.

Jahrhunderts gebaute Schlafhaus, eine mächtige, von 20 Säulen getragene

Halle im gothischen Style. Dieser kirchenartige Saal diente früher

ebenfalls als Schlafraum für die Mönche.

An der Südwand stehen die zwei Colossalstatuen »~Sebastian und Rochus~«

von Giulliani. Vom selben Meister ist auch die Kreuzabnahme, eine sehr

belebte figurenreiche Gruppe.

~An der Westwand sind fünf Gemälde angebracht~:

1. Der heilige Laurenz, das Hochaltarbild aus der ehemaligen

Mayerlinger Kirche,

2. der heilige Benedict und seine Schwester, die heilige

Scholastica, gemalt von Rothmayr 1710,

3. der heilige Leopold, gemalt von Altomonte 1729,

4. Tod des heiligen Josef, von Altomonte 1731,

5. der heilige Stefan, von Rothmayr 1710.

=Bibliothek.=

Links in der südlichen Ecke dieser Halle führt eine Thür in die aus

zwei Sälen und zwei Zimmern bestehende Bibliothek, die ~über~ 40.000

~Bände~ umfaßt, darunter 500 ~Handschriften~ aus dem 10., 11., 12., 13.

und 14. Jahrhundert, dann ~viele Incunabeln~ und seltene Bibelausgaben.

~Der große Saal~ mit Fresken von Rothmayr wurde 1701 vom Abt Marian

I. († 1701) erbaut; ~der zweite Saal~, der Gartensaal mit Stuckarbeit

und Fresken, wurde in der jetzigen Gestalt vom Abt Xaver (1824-1841)

eingerichtet.

=Schatzkammer.=

Die Schatzkammer ist ein schmuckloser Raum, nur die alten

Paramentenkästen tragen reiches Schnitzwerk.

1. ~Ornate~: Davon wären hervorzuheben:

a) eine rothe Casel unter Abt Michael II. 1641 erworben;

b) ein rother Ornat aus der Zeit des Abtes Gerhard (1705-1728),

c) ein weißes goldgesticktes Meßkleid, selbsteigene Arbeit der

Kaiserin Maria Theresia; im Kelchtuch Vexirbilder.

2. ~Kelche und Ciborien.~ Unter den Kelchen sind bemerkenswerth:

a) ein großer goldener Kelch vom Abt Clemens angeschafft, Augsburger

Arbeit aus dem Jahre 1679;

b) ein niedriger silberner, reich vergoldeter Kelch aus dem 17.

Jahrhundert;

c) ein spätgothischer Ciboriumdeckel aus dem 15. Jahrhundert;

d) ein Barockciborium;

3. ~Mehrere Monstranzen.~

4. ~Infeln und vier Hirtenstäbe~:

a) silberner Krummstab vom Abt Gerhard;

b) gothisches Pastorale 1866;

c) silberner Krummstab aus dem Stifte St. Gotthard;

d) schönes Pastorale von einem Verehrer des gegenwärtigen Abtes, zu

dessen Profeß-Jubiläums 1893, gespendet.

5. ~Reliquiare~:

a) eine Reliquie des heiligen Leopold, die Fassung 1756;

b) eine kleine Kreuzpartikel in schöner mit Steinen besetzter

Kreuzfassung;

c) ein Versehkreuz aus Bergkrystall, ebenfalls mit einer kleinen

Kreuzpartikel;

d) ein Dorn aus der Dornenkrone Christi;

e) Reliquien des heiligen Gregorius Magnus;

f) die große silberne Kreuzpartikelfassung, eine werthvolle

getriebene Arbeit aus dem Jahre 1749.

6. ~Kirchengeräthe.~ Romanische Leuchter aus dem 12. Jahrhundert,

silberne Meßkännchen, silberbeschlagenes Missale, ein von der

Kaiserin Maria Theresia gestickter Baldachin u.s.w.

7. ~Kreuze~, darunter ein bleiernes Crucifix, ein Werk Raphael

Donner's.

8. ~Raritäten~:

a) Elfenbeinbuchdeckel aus dem 9. Jahrhundert; den heiligen Gregor

darstellend;

b) byzantinische Madonna aus Serpentin, 11. Jahrhundert;

c) ein Bild aus Bernstein, Korallen und Elfenbein zusammengesetzt;

d) ein Altar aus Achit, korinthischem Marmor und Lazurstein u.s.w.

=Sommerchor.=

Vom oberen Dormitorium gelangt man durch das Winterchor auf das

große Musikchor. Dort hinter der großen Orgel sind die ~kunstvoll

geschnitzten Chorstühle~ aufgestellt zum Theil von Giulliani -- die

Kniebänke älter. Die Holzreliefs enthalten das Leben Jesu, die Figuren

sind aus allen Ständen genommen, als: Krieger, Mönche, Dichter,

Künstler, Fürsten, Priester, Bischöfe, Cardinäle, Könige und Päpste.

=Orgel.=

Die große Orgel mit zwei Manualen, 62 Register und 53 klingende

Stimmen, dann 2376 Pfeifen wurde 1802 von Ignaz Kober in Wien gebaut.

Von besonderer Schönheit sind die zarten Register, wie: Gamba,

Calicional, Flöte u.s.w. Mächtig klingt das Vollwerk, besonders die

Bässe, darunter zwei Register 32 Fuß.

=Sacristei.=

Vom oberen Dormitorium führt eine Stiege zur Sacristei hinab, die vom

Abt Clemens 1667 erbaut, und mit Fresken ausgeschmückt ist. Die feine

~Stuckarbeit~ übertrifft an Schönheit der Zeichnung alle anderen Räume

dieses Styles im Stifte.

~Die Paramentenkästen~ mit kunstvoller Holzmosaik, verfertigt 1802,

stammen aus den Händen der geschickten Laienbrüder Lucas Barth und

Caspar Willer. Hier wird auch ~die große Kreuzpartikel~ verwahrt, die

Herzog Leopold V. der Tugendhafte auf einem Kreuzzuge 1182 vom König

Balduin erhalten hatte und die er 1187 dem Stifte spendete.

=Bernhardikapelle.=

Vom Sacristeihof gelangt man zur gothischen vom König Albrecht I. 1300

gestifteten Bernhardikapelle, die unter Abt Marian I. 1697 in die

jetzige Form gebracht wurde. An der Außenseite dieser Kapelle stehen

die Grabsteine der Aebte Marian II. † 1803; Nicolaus II. † 1824 und

Alberik † 1787.

=Kreuzweg.=

Lohnenswerth ist auch der Besuch des längs der Gaadnerstraße angelegten

Kreuzweges, zu welchem außerhalb des Wiener Thores rechts eine

Stiege führt. Derselbe wurde 1732 vom Abte Robert und den Einsiedler

Sebastian Zettel erbaut. In jeder Station ist eine Leidenscene in

Holzrelief in einer gemauerten Kapelle dargestellt. Längs des ganzen,

von einer Baumallee beschatteten Weges stehen Sandsteinfiguren, theils

von Giulliani, theils unter seiner Leitung von dem Familiaren Josef

Schnitzer ausgeführt.

Den Abschluß bildet die mit einem Thürmchen geschmückte

~Kreuzwegkapelle~ und unten am Fuße des Hügels der ~idyllische

»Heilandsbrunnen«~, der den Heiland darstellt, aus dessen Seitenwunde

ein Wasserstrahl springt, darüber die Inschrift: »~Ihr werdet mit

Freude Wasser schöpfen aus dem Brunnen des Heilandes«~. Isaias 12, 3.

[Illustration]

Das Cistercienserstift Heiligenkreuz in Niederösterreich · 第 6 / 6 题