Funfzehnter Auftritt

Lisette. Damis. Valer. Chrysander. Anton.

Lisette. Nun, Herr Chrysander? ich glaubte, Sie hätten die Herren zu

Tische rufen wollen? Ich sehe aber, Sie wollen selbst gerufen sein.

Es ist schon aufgetragen.

Anton. Das war die höchste Zeit! dem Himmel sei Dank!

Chrysander. Es ist wahr; es ist wahr; ich hätte es bald vergessen.

Der Zeitungsmann hielt mich auf der Treppe auf. Kommen Sie, Herr

Valer; wir wollen die jetzigen Staatsgeschäfte ein wenig miteinander

bei einem Gläschen überlegen. Schlagen Sie sich Julianen aus dem

Kopfe. Und du, mein Sohn, du magst mit deiner Braut schwatzen. Du

wirst gewiß eine wackre Frau an ihr haben; nicht so eine Xanthippe

wie--

Damis. Xanthippe? wie verstehen Sie das? Sind Sie etwa auch noch in

dem pöbelhaften Vorurteile, daß Xanthippe eine böse Frau gewesen sei?

Chrysander. Willst du sie etwa für eine gute halten? Du wirst doch

nicht die Xanthippe verteidigen? Pfui! das heißt einen Abc-Schnitzer

machen. Ich glaube, ihr Gelehrten, je mehr ihr lernt, je mehr vergeßt

ihr.

Damis. Ich behaupte aber, daß man kein einzig tüchtiges Zeugnis für

Ihre Meinung anführen kann. Das ist das erste, was die ganze Sache

verdächtig macht; und zum andern--

Lisette. Das ewige Geplaudre!

Chrysander. Lisette hat recht! Mein Sohn, contra principia negantem,

non est disputandum. Kommt! Kommt!

(Chrysander, Damis und Anton gehen ab.)

Valer. Nun ist alles für mich verloren, Lisette. Was soll ich

anfangen?

Der junge Gelehrte: Ein Lustspiel in drei Aufzügen · 第 69 / 121 题