Der Aufenthalt in Dresden regte in unserem Künstler zeitweilig die
Erwägung an, ob er nicht ganz dorthin übersiedeln sollte; als ihm
jedoch 1777 der Antrag gemacht wurde, die Stellung eines Inspektors
am kurfürstlichen Kupferstichkabinett zu übernehmen, lehnte er ab.
Die Rückreise führte Chodowiecki über Leipzig, wo er Friedrich Oesers
Bekanntschaft machte, der durch seine Beziehungen zu Winckelmann und
später zu Goethe mehr als durch seine manierierten Malereien bekannt
geworden ist.
[Illustration: Abb. 70. +Titelvignette zu Salzmanns Carl von
Carlsberg.+ Leipzig. 1784. (~E.~ 495.)]
Viel Muße, die auf den Reisen empfangenen Eindrücke und Anregungen
daheim zu verarbeiten, fand Chodowiecki nach seiner Heimkehr nicht.
Von allen Seiten kamen Aufträge, häuften sich die Bestellungen, die er
nur in den seltensten Fällen auszuschlagen sich entschließen konnte.
Zwei Schriftsteller besonders bemühten sich, ihn für ihre Zwecke zu
gewinnen: Friedrich Nicolai und Johann Kaspar Lavater.
[Illustration: Abb. 71. +Modekupfer zum Göttinger
Taschenkalender.+ 1778. (~E.~ 195.)]
[Illustration: Abb. 72. +Fortgang der Tugend und des Lasters.+
(~E.~ 188.)