_Königsberger Hartungsche Zeitung_: Die Gräfin zu Reventlow schickt
ein Geisteskind auf den Büchermarkt, in dessen krausem Sinn tolle
Jugendlust, diskrete Pikanterie und fein pointierter Spott um die
Vorherrschaft streiten. In diesem köstlichen Büchlein ist, von der
ersten bis zur letzten Seite -- man denke! -- nur von Amouren die Rede,
von der Liebe als »flüchtiger Minnehandel oder als seriöse Dauersache«,
von den galanten Abenteuern einer ~Grande dame~, vom verschwiegenen
Schäferstündchen mit wechselndem Schauplatz und wechselvollem
Spiel. »Von Paul zu Pedro« -- eine ganze Welt von Gefühlsnüancen
umschließen diese beiden Begriffe; sie sind gleichsam eine goldene
Leiter, auf deren einzelnen Sprossen ein Ritter, als Repräsentant
eines Männertyps, winkend oder warnend, steht. Das ist es, was dem
Buche sein Plätzchen in der Literatur anweisen dürfte und es vor dem
Geschick der belletristischen Eintagsfliegen bewahrt. Es sind weniger
die Bekenntnisse einer schönen Seele, die in diesen Frauenbriefen
niedergelegt sind, als ein Capriccio der irdischen Liebe, immer
amüsant, immer treffsicher und mit erstaunlichem Feingefühl für das
notwendige Einsetzen der Fermate ... Nur wer leichten, tänzelnden und
sicheren Schrittes durch die verschlungenen Pfade des Irrgartens der
Liebe zu wandeln vermag, der nehme dieses Büchlein zur Hand: »unsres
Fühlens Heut und Gestern«.