IM WALD

_Chitra_

Warum beobachtest Du mich, mein Krieger?

_Arjuna_

Ich sehe zu, wie Du den kleinen Kranz windest. Anmut und Geschick, die

Zwillingsbrüder, spielen tanzend auf Deinen Fingerspitzen. Ich sehe zu

und denke.

_Chitra_

Was denkst Du, Herr?

_Arjuna_

Ich denke, daß Du mit der gleichen schwebenden Berührung und Süßigkeit

die Tage meiner Verbannung in einen unsterblichen Kranz windest, um mich

zu meiner Heimkehr damit zu krönen.

_Chitra_

Heimkehr! Diese Liebe ist nichts für ein Heim!

_Arjuna_

Nichts für ein Heim?

_Chitra_

Nein, sprich nie davon. Nimm mit in Dein Heim das Bleibende, Starke.

Laß die kleine wilde Blume an ihrem Geburtsort, laß sie dort in

Schönheit sterben, wenn der Tag sich neigt, mit all den welkenden Blumen

und den modernden Blättern. Nimm sie nicht mit in die Halle Deines

Palastes, um sie dort auf den steinernen Boden zu werfen, der kein

Erbarmen für Welken und Vergehen kennt.

_Arjuna_

Sieht so unsere Liebe aus?

_Chitra_

Ja, so und nicht anders! Was soll das Klagen? Was sich für müßige Tage

schickt, sollte sie nicht überdauern. Lust wandelt sich in Schmerz, wenn

ihr die Tür verschlossen ist, aus der sie scheiden soll. Nimm meine

Liebe hin und halte sie, so lange sie währen darf. Laß nicht des Abends

satte Zufriedenheit mehr fordern, als das morgendliche Verlangen ernten

kann ... Der Tag ist vorüber. Nimm dies Blumengewinde. Ich bin müde.

Nimm mich in Deine Arme, Geliebter, und laß alles eitle unzufriedene

Gezänk verstummen in der süßen Vereinigung unserer Lippen.

_Arjuna_

Still, horch, Geliebte, der Klang der Gebetsglocken aus dem fernen

Dorftempel gleitet auf der Abendluft über die schweigenden Wipfel.

Chitra: Ein Spiel in einem Aufzug · 第 13 / 25 题