VII. Die Sitzungen des Vereinstags sind öffentlich.

* * * * *

In den ständigen Ausschuß wurden unter anderen gewählt: Sonnemann, Max

Wirth aus Frankfurt a.M., Eichelsdörfer-Mannheim, Dittmann-Berlin usw.

Die Seele dieser neuen Organisation wurde Sonnemann, der die

Sekretärarbeiten und die eigentliche Leitung übernahm.

Die Mittel, die dem Ausschuß aus der Organisation zur Verfügung standen,

waren sehr unbedeutend, und selbst den geringen Beitrag von zwei Taler

pro Jahr zahlten viele Vereine nicht. Opfer für einen gemeinsamen Zweck

zu bringen, dafür waren damals die antisozialistischen Arbeitervereine

nicht zu haben, darin unterschieden sie sich sehr unvorteilhaft von den

Lassalleanern. Weil die Mittel fehlten, wandte sich der Ausschuß im

Laufe des Sommers an den Nationalverein und erhielt von diesem 500

Taler, die auch in den nächsten zwei Jahren gezahlt wurden. Ebenso

wandte sich Sonnemann persönlich an eine Reihe großer Unternehmer, um

von diesen Mittel zu erhalten. Aber die Abneigung gegen alles, was

Arbeiterverein heißt, war schon damals instinktiv bei unseren Bourgeois

vorhanden, und so flossen von dieser Seite die Beiträge sehr spärlich.

Hier möchte ich auf einen Vorfall zu sprechen kommen, der sich zwar erst

im übernächsten Jahre (Sommer 1865) abspielte, aber vierzig Jahre später

in der „Kölnischen Zeitung“ in einer für mich ungünstigen Weise

auszunutzen versucht wurde.

In Sachsen war der Kampf gegen die Anhänger Lassalles besonders heftig.

Die für jene Zeit hochentwickelten industriellen Verhältnisse in Sachsen

schienen für die sozialistischen Ideen einen besonders günstigen Boden

zu bieten. Um aber die Agitation betreiben zu können, fehlten uns die

Mittel. Was immer wir für Agitation aufbrachten, es langte nicht,

obgleich die Redner elend bezahlt wurden. So setzten sich eines Tages

Dr. Eras und Schriftsteller Weithmann — ein Württemberger, der eine

katilinarische Existenz führte — hin und verfaßten ein überschwenglich

gehaltenes Schreiben an den Vorstand des Nationalvereins, in dem sie um

Geld für die Agitation gegen die Lassalleaner baten. Ich wurde erst

nachträglich von dem Schreiben verständigt und gab auf ihr Ansuchen

meine Unterschrift, außerdem unterzeichneten Eras und Weithmann. Die

„Kölnische Zeitung“, die dieses Schreiben und mein Dankschreiben für die

empfangenen 200 Taler — nicht 300, wie sie behauptete — vor einigen

Jahren veröffentlichte, sprach die Vermutung aus, alle drei

Unterschriften rührten von mir. Gegen diese Verdächtigung muß ich mich

entschieden verwahren. In dem Dankschreiben führte ich aus, daß wir

namentlich Literatur für die Vereine zu beschaffen beabsichtigten, und

könnte der Vorstand des Nationalvereins in der Beziehung seinen Einfluß

bei den Buchhändlern geltend machen, daß sie uns diese billig

überließen. Daß er die Unterstützung gewährte, zeige, daß er mehr

Interesse für die Bewegung habe, als man ihm verschiedenseitig vorwerfe.

Das Geld wurde indes namentlich zu Agitationsreisen verwandt; es wurde

aber sehr sparsam ausgegeben, denn als Ende 1866 und Anfang 1867 die

Agitation für die Wahlen zum norddeutschen Reichstag einsetzte, waren

von den 200 Talern noch 120 vorhanden, die jetzt ihre Verwendung fanden.

Das war allerdings eine Verwendung, die nicht vorgesehen war. Aber von

1865 bis 1866 änderte sich eben die Situation, und trat hüben und drüben

eine so rasche Wandlung in den Ansichten ein, daß nur noch sehr wenige

auf dem alten Standpunkt stehen blieben. Der Nationalverein litt unter

dieser Wandlung am allermeisten, der von da ab in rascher Auflösung

begriffen und tatsächlich längst tot war, als er im Herbst 1867

offiziell seine Auflösung beschloß. Daß wir die 200 Taler erhalten

hatten, ärgerte viele. Es war namentlich Dr. Hans Blum, der das nicht

verwinden konnte. Er hielt sich ganz besonders verpflichtet, bei der

Wahlagitation mir entgegenzutreten und mir zum Vorwurf zu machen, daß

wir jenes Geld angenommen hätten. Er mußte aber die Entdeckung machen,

daß all seine Mühe, mir zu schaden, vergeblich war.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich feststellen, daß ich niemals Mitglied

des Nationalvereins war, wie mehrfach behauptet worden ist. Damit drücke

ich keine Gegnerschaft gegen denselben zu jener Zeit aus, aber neben all

den großen materiellen Opfern, die mir meine Stellung und Tätigkeit in

der Arbeiterbewegung auferlegten, auch noch einen Beitrag für den

Nationalverein zu zahlen, schien mir überflüssig, denn mein Einkommen

war ein sehr schmales. Ich begnügte mich, um mit Schulze-Delitzsch zu

reden, „geistiges Ehrenmitglied“ des Nationalvereins zu sein.

* * * * *

In Leipzig empfand man das Bedürfnis, als Gegengewicht gegen das

Auftreten Lassalles und gegen die Agitation seiner Anhänger einen

Hauptschlag zu führen. Ich erhielt also den Auftrag, mich mit

Schulze-Delitzsch wegen einer Versammlung in Verbindung zu setzen.

Dieser erklärte sich dazu bereit. In seiner Antwort setzte er mir

auseinander, daß wir in Sachsen besonders aufpassen müßten, die

sächsischen Arbeiter hätten schon 1848 und 1849 Neigung für

kommunistische und sozialistische Ideen gehabt. Im Laufe des Januar 1864

kam Schulze-Delitzsch nach Leipzig.

Es war vereinbart worden, daß ich die Versammlung mit einer Begrüßung

Schulzes eröffnen und alsdann zum Vorsitzenden gewählt werden sollte.

Aber ich hatte Pech. Ich eröffnete die Versammlung, die von 4000 bis

5000 Personen besucht war, blieb aber mitten in der Eröffnungsrede — die

ich einstudiert hatte — elend stecken. Mein Temperament war mit meinen

Gedanken durchgegangen. Ich hätte vor Scham in den Boden sinken mögen.

Das Ende war, daß nicht ich, sondern Dolge zum Vorsitzenden gewählt

wurde. Ich gelobte mir jetzt, nie mehr eine Rede einzustudieren, und bin

gut damit gefahren. Schulze-Delitzsch besaß kein angenehmes Organ, auch

war sein Vortrag trocken und seinem Inhalt nach nicht geeignet,

Begeisterung zu erwecken. Er brachte für viele eine Enttäuschung. Die

Entwicklung nach links hielt er nicht auf.

Den Beschluß des Frankfurter Vereinstags, die Gründung von Gauverbänden

zu betreiben, versuchten wir in Sachsen zu verwirklichen. Da aber die

bestehende Gesetzgebung dem im Wege stand, suchten wir bei dem

Ministerium Beust um Genehmigung nach. Auf einer Landesversammlung, die

im Sommer 1864 unter meinem Vorsitz tagte, kam das Schreiben des Herrn

v. Beust zur Verlesung, wonach der Minister den Gauverband gestatten

werde, wenn die Vereine sich verpflichteten, sich weder mit politischen

und sozialen, noch überhaupt mit öffentlichen Angelegenheiten zu

beschäftigen. Darauf beantragte ich folgende Resolution, die einstimmig

angenommen wurde:

„Die sächsischen Arbeitervereine danken für das Gnadengeschenk des Herrn

v. Beust und ziehen es vor, von der Gründung eines Gauverbandes

abzusehen.“ Eine zweite Resolution, lautend: „Die versammelten

Deputierten fordern die sächsischen Arbeiter auf, mit aller Energie für

die Beseitigung des bestehenden Vereinsgesetzes einzutreten“, wollte der

überwachende Polizeibeamte nicht zur Abstimmung kommen lassen, weil

dieses eine politische Handlung sei. Ich geriet darüber mit ihm in eine

scharfe Auseinandersetzung, fügte mich aber unter Protest, als er mit

der Auflösung der Konferenz drohte.

* * * * *

Am 31. August 1864 trug der Telegraph die Kunde durch die Welt, daß

Ferdinand Lassalle an den Folgen eines Duells in Genf verschieden sei.

Der Eindruck, den diese Nachricht hervorrief, war ein tiefer. Der

weitaus größte Teil seiner Gegner atmete auf, als wenn er von einem Alp

befreit sei; sie hofften, daß es nunmehr mit der von ihm hervorgerufenen

Bewegung zu Ende gehen werde. Und in der Tat schien dieses anfangs so.

Nicht nur zählte sein Verein bei seinem Tode trotz riesenhafter Arbeit

erst wenige tausend Mitglieder, diese gerieten sich auch alsbald

untereinander in die Haare. Dann hatte Lassalle unbegreiflicherweise in

dem Schriftsteller Bernhard Becker, den er als seinen Nachfolger im

Präsidium des Vereins empfohlen hatte, einen Mann gewählt, der in keiner

Richtung seiner Aufgabe gewachsen war.

Daß aber auch manche Gegner der Bedeutung Lassalles gerecht wurden,

dafür spricht ein Artikel in der Ende 1862 gegründeten Koburger

„Allgemeinen Arbeiterzeitung“, die von dem Rechtsanwalt Dr. Streit in

Koburg, dem Geschäftsführer des Nationalvereins, ins Leben gerufen

worden war. Dieselbe hatte bisher, wenn auch maßvoll, Lassalle bekämpft,

das hielt sie aber nicht ab, ihm einen ehrenvollen Nachruf zu widmen, an

dessen Schluß es hieß:

„Ein Teil der liberalen Partei und der liberalen Presse, derselbe Teil,

der ihn am bittersten und dennoch mit dem wenigsten Recht angefeindet,

eben diejenigen, welche seine Keulenschläge am meisten verdienten, mögen

jetzt im stillen seines Todes sich freuen. Wir beklagen den Tod eines

Gegners, den nur Ungerechtigkeit oder Beschränktheit sich erlauben mag,

mit dem gewöhnlichen Maße zu messen.“

Bekanntlich trieb die Gräfin Hatzfeldt, die langjährige intime Freundin

Lassalles, mit der Leiche des verstorbenen Freundes einen förmlichen

Kultus, indem sie dieselbe zwecks Abhaltung von Totenfeiern durch ganz

Deutschland führen wollte, ein Plan, der ihr, auf Intervention von

Lassalles Angehörigen, behördlicherseits durchkreuzt wurde. Auf die

Nachricht, daß die Leiche Lassalles Mannheim passieren werde, schrieb

Eichelsdörfer an Sonnemann einen Brief, dem ich die folgenden Stellen

entnehme, weil sie zeigen, wie bereits einzelne auf unserer Seite die

Situation ansahen.

Der Brief lautete:

* * * * *

„Lieber Freund Sonnemann!

Die Leiche Lassalles wird am Freitag, wie mir Reusche aus Genf

telegraphiert, dahier eintreffen und auf das Dampfboot verbracht. Mögen

wir ihm im Leben gegenübergestanden haben, wir waren doch in der

Hauptsache einig, der großen Masse unseres Volkes zu helfen, und ich

glaube, wir haben inzwischen gelernt, daß ohne allgemeines Stimmrecht

und dadurch herbeigeführte Umgestaltung der jetzigen staatlichen

Zustände auf eine durchgreifende Hilfe nicht zu rechnen ist. Vielleicht

wäre der jetzige Moment ein günstiger, daß von unserer Seite etwas

geschähe, um eine Vereinigung der beiden Strömungen auf Grund eines

entsprechenden Programms herbeizuführen und damit dem dahingeschiedenen

Kämpen ein Denkmal zu setzen. Etwas mehr Mäßigung auf der anderen und

etwas mehr Entschlossenheit auf unserer Seite könnte dazu führen und der

Sache nur nützen, da die Philisterhaftigkeit des jetzigen tonangebenden

Liberalismus doch getrieben werden muß, wenn sie vorwärts dem Ziele

entgegengehen soll. Es ist dies eine Ansicht von mir, die ich nicht

ermangle, Dir mitzuteilen und Deine Ansicht zu hören, um sodann unsere

Freunde vielleicht zu einem Schritte zu veranlassen, der unter Umständen

von weittragenden Folgen sein — im gegenteiligen Sinne nichts schaden

kann.

Auch habe ich das unbestimmte Gefühl, daß wir in Leipzig[2] doch zu

energischen Beschlüssen geführt werden: da einmal alles auf die

Prinzipien drängt und wir uns wohl denselben nicht entgegenstellen.

Halbheit und Verschwommenheit nützen zu nichts; sie taugen nicht einmal

dazu, für die richtige Lösung vorzubereiten.... Ich werde mich der

Aufgabe nicht entziehen können, der Leiche Lassalles das Geleite zu

geben. Einige Freunde werden dasselbe tun. Ich weiß nicht, ob ich den

Verein dazu einladen soll, da es mißverstanden werden könnte, da viele

Leute nicht verstehen und noch mehrere nicht verstehen wollen, daß man

Lassalle anerkennen kann, ohne vollständig mit ihm einig zu gehen.“

Schließlich bittet er Sonnemann, ihm seine Ansicht mitzuteilen.

In einer Nachschrift heißt es: „Würde es Dir als Präsident der

Arbeitervereinigung nicht anstehen, hierher zu kommen und dem Gegner die

Ehre zu geben? Wenn Du dieses willst, telegraphiere, worauf ich Dir

alsdann die Zeit des Eintreffens der Leiche, sobald ich es weiß,

ebenfalls übermitteln werde.“

* * * * *

Was Sonnemann auf diesen Brief antwortete, ist mir nicht bekannt,

jedenfalls wurde der Vorschlag Eichelsdörfers nicht berücksichtigt. Es

mußte noch viel Wasser den Rhein hinunterfließen, ehe ähnliches, wie

Eichelsdörfer wollte, erfüllt wurde. Nachdem der ständige Ausschuß auf

den Antrag des Gewerblichen Bildungsvereins zu Leipzig beschlossen

hatte, dort den nächsten Vereinstag abzuhalten, machte die Koburger

Arbeiterzeitung dagegen Opposition. Es sei ausgeschlossen, daß in dem

von Herrn v. Beust regierten Sachsen die Abhaltung eines Vereinstag

möglich sei, und sie eröffnete über den Beschluß die Debatte. Die

einzigen Vereine, die sich der Koburger Arbeiterzeitung anschlossen,

waren die badischen, die auf ihrem Vereinstag in diesem Sinne votierten.

Gewisse Bedenken gegen die Abhaltung eines Vereinstags in Sachsen waren

berechtigt, denn die Abhaltung desselben lag auf Grund des sächsischen

Vereinsgesetzes ganz in den Händen des Herrn v. Beust, der Regen oder

Sonnenschein gewähren konnte.

Um es nicht zum Regnen kommen zu lassen, trugen wir der Situation

insoweit Rechnung, daß der ständige Ausschuß sich auf unser Ansuchen

bereit erklärte, die Wehrfrage, als eine eminent politische, nicht auf

die Tagesordnung des Vereinstags zu setzen. Das Lokalkomitee für die

Vorbereitungen wurde durch je zwei Mitglieder des Vereins Vorwärts, des

Gewerblichen Bildungsvereins und des Fortbildungsvereins für

Buchdrucker, außerdem durch Professor K. Biedermann und ein

Ausschußmitglied der Polytechnischen Gesellschaft gebildet. Der Vorsitz

wurde mir übertragen. Herr v. Beust ließ lange auf die nachgesuchte

Entscheidung warten, endlich erfolgte sie in zustimmendem Sinne. Der

Vereinstag wurde nunmehr auf den 23. und 24. Oktober einberufen und als

Tagesordnung festgesetzt: 1. Freizügigkeit. 2. Genossenschaftswesen, und

zwar a. Konsumvereine, b. Produktivgenossenschaften. 3. Ein gleicher

Lehrplan für die Bildungsvereine. 4. Wanderunterstützungskasse, deren

Gründung von den vielen jungen Arbeitern in den Vereinen verlangt wurde.

5. Altersversicherung. 6. Lebensversicherung. 7. Regulierung des

Arbeitsmarktes, also Arbeitsnachweis. 8. Arbeiterwohnungen. 9. Wahl des

ständigen Ausschusses.

Das war für zwei Tage Beratung eine sehr reiche Tagesordnung, deren

Erledigung nur dadurch möglich wurde, daß die Berichterstatter vorher

Gutachten und Resolutionen veröffentlichten und Berichte und Reden kurz

waren. Die Gründlichkeit beider ließ in der Regel viel zu wünschen

übrig.

Vertreten waren 47 Vereine, darunter allein 8 aus Leipzig, und 3

Gauverbände: badisches Oberland, Württemberg und Maingau. Es gab damals

in Leipzig neben dem Fachverein der Buchdrucker auch noch einen solchen

der Maurer und der Zimmerleute. Außerdem hatten die Lassalleaner unter

Leitung Fritzsches rasch drei weitere Fachvereine gegründet, und

zwar einen Zigarrenarbeiter-, einen Schneider- und einen

Schmiedegesellenverein. Unter den Delegierten befanden sich

zum erstenmal Dr. Friedrich Albert Lange, Vertreter des

Duisburger Konsumsvereins, und Dr. Max Hirsch für den Magdeburger

Arbeiterbildungsverein. Ferner war anwesend als Gast Professor V.A.

Huber, der konservative Vertreter der Genossenschaftsidee.

Die Versammlung wählte Bandow-Berlin zum ersten Vorsitzenden, Dolge und

mich zu seinen Stellvertretern. Im Namen der Stadt begrüßte der

Bürgermeister Dr. Koch die Versammlung. Gleich bei dem ersten Punkte der

Tagesordnung: Freizügigkeit, kam es zu einem Krach mit Fritzsche und zu

tumultuarischen Szenen durch seine Anhänger, die die Tribünen des Saales

(Schützenhaus) stark besetzt hatten. Fritzsche erklärte im Sinne

Lassalles, daß man über die Freizügigkeit nicht mehr debattiere, sondern

sie dekretiere, dagegen müsse man das allgemeine Wahlrecht verlangen. Er

sprach sehr provokatorisch und fand damit demonstrativen Beifall bei

seinen Anhängern. Gegen diese Methode erhoben die Delegierten lebhafte

Proteste. Bei dieser Gelegenheit bewunderte ich Friedrich Albert Langes

Vermittlertalent, womit er Erfolg hatte. Ein energisches Eingreifen von

meiner Seite, als Vorsitzender des Lokalkomitees, schaffte auch Ruhe auf

den Galerien. Am nächsten Tage kam es nochmals zu einer lebhaften Szene,

als Fritzsche verlangte, noch zum Worte zugelassen zu werden, nachdem

bereits der Schluß der Debatte angenommen worden war. Als ihm das Wort

verweigert wurde, protestierte er gegen den herrschenden Terrorismus und

legte sein Mandat nieder. Die Beschlüsse des Vereinstags waren von

keinem großen Belang. Fr. Albert Lange, der über Konsumvereine

referierte, zeigte sich als ein glänzender Redner. In den

ständigen Ausschuß wurden gewählt: Bandow, Bebel, Dr. M. Hirsch,

Lachmann-Offenbach, Lange, Martens-Hamburg (ein ehemaliger

Weitlingianer, von dessen Kommunismus aber nichts mehr zu spüren

war), Reinhard-Koburg, ehemaliges Parlamentsmitglied für

Mecklenburg, Sonnemann, Staudinger-Nürnberg, Stuttmann-Rüsselsheim,

Weithmann-Stuttgart und Max Wirth-Frankfurt a.M.

Aus meinem Leben — Erster Teil · 第 9 / 24 题