Die Vorigen ohne den Prinzen von Homburg.
Feldmarschall.
O Gott der Welt! Mußt es bis dahin kommen!
(Der Kurfürst spricht heimlich und angelegentlich mit
einem Offizier.)
Kottwitz (kalt).
Mein Fürst und Herr, nach dem, was vorgefallen,
Sind wir entlassen?
Der Kurfürst. Nein! zur Stund noch nicht!
Dir sag ichs an, wenn du entlassen bist!
(Er fixiert ihn eine Weile mit den Augen; alsdann nimmt er die
Papiere, die ihm der Page gebracht hat, vom Tisch, und wendet
sich damit zum Feldmarschall.)
Hier, diesen Paß dem schwedschen Grafen Horn!
Es wär des Prinzen, meines Vetters Bitte,
Die ich verpflichtet wäre zu erfüllen;
Der Krieg heb, in drei Tagen, wieder an!
(Pause.--Er wirft einen Blick in das Todesurteil.)
Ja, urteilt selbst, ihr Herrn! Der Prinz von Homburg
Hat im verfloßnen Jahr, durch Trotz und Leichtsinn,
Um zwei der schönsten Siege mich gebracht;
Den dritten auch hat er mir schwer gekränkt.
Die Schule dieser Tage durchgegangen,
Wollt ihrs zum vierten Male mit ihm wagen?
Kottwitz und Truchß (durcheinander).
Wie, mein vergöttert--angebeteter--?
Der Kurfürst.
Wollt ihr? Wollt ihr?
Kottwitz. Bei dem lebendgen Gott,
Du könntest an Verderbens Abgrund stehn,
Daß er, um dir zu helfen, dich zu retten,
Auch nicht das Schwert mehr zückte, ungerufen!
Der Kurfürst (zerreißt das Todesurteil).
So folgt, ihr Freunde, in den Garten mir!
(Alle ab.)
Szene: Schloß, mit der Rampe, die in den Garten hinabführt; wie im
ersten Akt.--Es ist wieder Nacht.