Dritter Offizier.
Freilich! In Zügen! Mit drei Regimentern!
Es scheint, den linken wollen sie verstärken.
Zweiter Offizier.
Bei meiner Treu! Und Reuterei rückt vor,
Den Marsch des rechten Flügels zu bedecken!
Hohenzollern (lacht).
Ha! Wie das Feld die wieder räumen wird,
Wenn sie versteckt uns hier im Tal erblickt!
(Musketenfeuer.)
Kottwitz.
Schaut! Brüder, schaut!
Zweiter Offizier. Horcht!
Erster Offizier. Feuer der Musketen!
Dritter Offizier.
Jetzt sind sie bei den Schanzen aneinander!--
Golz.
Bei Gott! Solch einen Donner des Geschützes
Hab ich zeit meines Lebens nicht gehört!
Hohenzollern.
Schießt! Schießt! Und macht den Schoß der Erde bersten!
Der Riß soll eurer Leichen Grabmal sein.
(Pause.--Ein Siegsgeschrei in der Ferne.)
Erster Offizier.
Herr, du, dort oben, der den Sieg verleiht:
Der Wrangel kehrt den Rücken schon!
Hohenzollern. Nein, sprich!
Golz.
Beim Himmel, Freunde! Auf dem linken Flügel!
Er räumt mit seinem Feldgeschütz die Schanzen.
Alle.
Triumph! Triumph! Triumph! Der Sieg ist unser!
Der Prinz von Homburg (steigt vom Hügel herab).
Auf, Kottwitz, folg mir!
Obrist Kottwitz. Ruhig, ruhig, Kinder!
Der Prinz von Homburg.
Auf! Laß Fanfare blasen! Folge mir!
Obrist Kottwitz.
Ich sage, ruhig.
Der Prinz von Homburg (wild).
Himmel, Erd und Hölle!
Obrist Kottwitz.
Des Herrn Durchlaucht, bei der Parole gestern,
Befahl, daß wir auf Order warten sollen.
Golz, lies dem Herren die Parole vor.
Der Prinz von Homburg.
Auf Ord'r! Ei, Kottwitz! Reitest du so langsam?
Hast du sie noch vom Herzen nicht empfangen?
Obrist Kottwitz.
Order?
Hohenzollern.
Ich bitte dich!
Obrist Kottwitz. Von meinem Herzen?
Hohenzollern.
Laß dir bedeuten, Arthur!
Golz. Hör' mein Obrist!
Obrist Kottwitz (beleidigt).
Oho! Kömmst du mir so, mein junger Herr?--
Den Gaul, den du dahersprengst, schlepp ich noch
Im Notfall an dem Schwanz des meinen fort!
Marsch, marsch, ihr Herrn! Trompeter, die Fanfare!
Zum Kampf! Zum Kampf! Der Kottwitz ist dabei!
Golz (zu Kottwitz).
Nein nimmermehr, mein Obrist! Nimmermehr!
Zweiter Offizier.
Der Hennings hat den Rhyn noch nicht erreicht!
Erster Offizier.
Nimm ihm den Degen ab!
Der Prinz von Homburg. Den Degen mir?
(Er stößt ihn zurück.)
Ei, du vorwitzger Knabe, der du noch
Nicht die Zehn märkischen Gebote kennst!
Hier ist der deinige, zusamt der Scheide!
(Er reißt ihm das Schwert samt dem Gürtel ab.)
Erster Offizier (taumelnd).
Mein Prinz, die Tat, bei Gott--!
Der Prinz von Homburg (auf ihn einschreitend).
Den Mund noch öffnest--?
Hohenzollern (zu dem Offizier).
Schweig! Bist du rasend?
Der Prinz von Homburg (indem er den Degen abgibt).
Ordonnanzen!--
Führt ihn gefangen ab, ins Hauptquartier.
(Zu Kottwitz und den übrigen Offizieren.)
Und jetzt ist die Parol', ihr Herrn: ein Schurke,
Wer seinem General zur Schlacht nicht folgt!
--Wer von euch bleibt?
Obrist Kottwitz. Du hörst. Was eiferst du?
Hohenzollern (beilegend).
Es war ein Rat nur, den man dir erteilt.
Obrist Kottwitz.
Auf deine Kappe nimms. Ich folge dir.
Der Prinz von Homburg (beruhigt).
Ich nehms auf meine Kappe. Folgt mir, Brüder!
(Alle ab.)
Szene: Zimmer in einem Dorf.