Feldmarschall. Und mit dem Grafen Truchß vereint (Er hält inne.)
Der auf den Höhn indes, dem Wrangel gegenüber,
Mit den Kanonen Posten hat gefaßt--
Graf Truchß (schreibt).
Kanonen Posten hat gefaßt--
Feldmarschall. Habt Ihr?
(Er fährt fort.)
Die Schweden in den Sumpf zu jagen suchen,
Der hinter ihrem rechten Flügel liegt.
Ein Heiduck (tritt auf).
Der Wagen, gnädge Frau, ist vorgefahren.
(Die Damen stehen auf.)
Feldmarschall.
Der Prinz von Homburg--
Der Kurfürst (erhebt sich gleichfalls).
--Ist Ramin bereit?
Der Heiduck.
Er harrt zu Pferd schon unten am Portal.
(Die Herrschaften nehmen Abschied von einander.)
Graf Truchß (schreibt).
Der hinter ihrem rechten Flügel liegt.
Feldmarschall. Der Prinz von Homburg--
Wo ist der Prinz von Homburg?
Graf von Hohenzollern (heimlich). Arthur!
Der Prinz von Homburg (fährt zusammen). Hier!
Hohenzollern.
Bist du bei Sinnen?
Der Prinz von Homburg. Was befiehlt mein Marschall?
(Er errötet, stellt sich mit Stift und Pergament und schreibt.)
Feldmarschall.
Dem die Durchlaucht des Fürsten wiederum
Die Führung ruhmvoll, wie bei Rathenow,
Der ganzen märkschen Reuterei vertraut--(Er hält inne.)
Dem Obrist Kottwitz gleichwohl unbeschadet,
Der ihm mit seinem Rat zur Hand wird gehn--
(Halblaut zum Rittmeister Golz.)
Ist Kottwitz hier?
Rittmeister von der Golz. Nein, mein General, du siehst,
Mich hat er abgeschickt, an seiner Statt,
Aus deinem Mund den Kriegsbefehl zu hören.
(Der Prinz sieht wieder nach den Damen herüber.)
Feldmarschall (fährt fort).
Stellt auf der Ebne sich, beim Dorfe Hackelwitz,
Des Feindes rechtem Flügel gegenüber,
Fern außer dem Kanonenschusse auf.
Rittmeister von der Golz (schreibt).
Fern außer dem Kanonenschusse auf.
(Die Kurfürstin bindet der Prinzessin ein Tuch um den Hals.
Die Prinzessin, indem sie sich die Handschuh anziehen will,
sieht sich um, als ob sie etwas suchte.)
Der Kurfürst (tritt zu ihr).
Mein Töchterchen, was fehlt dir--?
Die Kurfürstin. Suchst du etwas?
Prinzessin Natalie.
Ich weiß nicht, liebe Tante, meinen Handschuh--
(Sie sehen sich alle um.)
Der Kurfürst (zu den Hofdamen).
Ihr Schönen! Wollt ihr gütig euch bemühn?
Die Kurfürstin (zur Prinzessin).
Du hältst ihn, Kind.
Natalie. Den rechten; doch den linken?
Der Kurfürst.
Vielleicht daß er im Schlafgemach geblieben?
Natalie.
O liebe Bork!
Der Kurfürst (zu diesem Fräulein).
Rasch, rasch!
Natalie. Auf dem Kamin!
(Die Hofdame ab.)
Der Prinz von Homburg (für sich).
Herr meines Lebens! hab ich recht gehört?
(Er nimmt den Handschuh aus dem Kollett.)
Feldmarschall (sieht in ein Papier, das er in der Hand hält).
Fern außer dem Kanonenschusse auf.--
(Er fährt fort.)