Deine letzten Nachrichten haben mir nicht nur viel Sorge gemacht,
sondern waren mir besonders unerfreulich, weil ich sehe, daß Du einen
so großen Leichtsinn hast, wie ich nie vermutet habe. Die zwölf
Dollar pro Woche, die Du errungen, waren nötig zur Existenz, und so
das Notwendige aufs Spiel setzen, um ein übriges zu gewinnen, ist
unverantwortlich. Ich wünsche nur, daß die Sache sich besser gestaltet,
wie meine Liebe zu Dir mich fürchten läßt. Also fünfzig Dollar Schulden
hast Du schon bei Sorge und zehrst wahrscheinlich auf Kredit! Das kann
nur gut enden, wenn Du nicht manchen Tag nach einem neuen Unterkommen
zu suchen brauchst. Denke und hoffe optimistisch, aber handle
pessimistisch. Wenn Du etwas von meiner Kraft hättest, dann würdest
Du sofort Deine Ausgaben auf das Allernotwendigste einschränken,
buchstäblich von Brot und Wasser leben und möglichst schnell in Arbeit
treten, gleichviel ob man zwanzig oder nur drei Dollar dafür zahlt.
Solche Handlungsweise würde von Verstand zeugen, aber große Ansprüche
machen, die man nicht zu erringen und zu bestreiten weiß, ist eine
törichte, eitle Kaprice. Weißt Du auch, daß ich froh wäre, wenn ich
den Wert von zwölf Dollar wöchentlich nicht nur für mich, sondern für
uns alle hier zu verzehren hätte? Solange Du mir nicht sagen kannst:
»ich habe hundert Dollar für einen Notpfennig zurückgelegt«, so lange
schelte ich dich leichtfertig.