_Jena_, d. 2. Nov. 1801.
Endlich ist das Geld von Cotta gekommen, und ich versäume keine Post,
um Dir Deinen Antheil zu schicken. Ich lege die Berechnung bey. Das aus
Nürnberg geschickte Geld war nur bis Coburg frankirt und hat mir noch
1 Thl. 12 Gr. Unkosten gemacht. Die Hälfte hievon abgezogen von Deinen
101 Thlr. bleiben: 100 Thl. 6 Gr. Ich habe das Geld in Laubthalern
erhalten, an welchen Du dort beträchtlich verlieren würdest, das
vortheilhafteste für Dich war, sie hier in Lsdr. umzusetzen, welches
ich denn auch gethan habe. Allein wenn man Lsd’or braucht, so bekömmt
man sie nicht so niedrig, als wenn man sie ausgiebt. Ich habe 5 Thl.
16 Gr. 6 Pf. in hiesigem Gelde für das Stück bezahlen müssen, also 6
Pf. mehr, als Cotta sie uns verrechnet. Darauf gehen die 6 Gr. und noch
einige Groschen mehr, die ich Dir nicht in Anschlag bringe, und so
erhältst Du Netto: 20 _Lsd’or_.
Der Himmel gebe nun, daß über Tausend Exemplare abgesetzt werden, so
hat jeder von uns noch 20 Lsd. zu erwarten.
Da ich morgen nach Berlin reise, so will ich, um Dir möglichst das
Postgeld zu sparen, das Packet erst in Leipzig auf die Post geben.
Du erhältst zugleich Bücher mit. In Friedrichs und meinem Namen, _die
Charakteristiken_, von mir _Fichte’s Nicolai_, der schon
lange auf eine Gelegenheit wartete, und 3 Exempl. des Almanachs auf
Schreibpapier. Ein viertes habe ich an den Conducteur Heine adressirt
für den Ungenannten, von dem das Sonett herrührt. Sey so gut und
schicke es hin.
Die Velin-Exemplare sind immer noch nicht fertig, und es wird wohl
noch 14 Tage damit dauern. Ich werde Auftrag zurücklassen, Dir 2
davon zu schicken. So viel bleiben jedem von uns, nach Abzug derer
an die Hauptmitarbeiter und an Goethe und Schiller, denen wir doch
gemeinschaftlich geben. Wenn Du eins von denen auf Schreibpapier übrig
hast meiner Schwester zu geben, so wirst Du ihr gewiß eine Freude damit
machen. Deinem Bruder habe ich in Deinem Namen ein Exemplar gegeben.
Das Mspt. vom _Antifaust_ nehme ich mit nach Berlin, um Deine
Schwester und Bernhardi damit zu ergötzen. Da ich nicht auf die Messe
gekommen bin, so habe ich nichts thun können, um es gut an einen
Verleger zu bringen. Du könntest es immerhin mit Cotta noch versuchen.
Er läßt sich Dir empfehlen und klagt, daß Du gar nichts von Dir hören
ließest. Von Vieweg schrieb ich schon einmal, wie ich glaube. Thu recht
mit Eifer dazu, damit es auf Ostern noch das Licht der Welt erblickt.
Schick auch die Abschrift der folgenden Akte wo möglich nach Berlin.
Meine Sendung mit dem Tristan hast Du gewiß richtig erhalten. Wenn
der Druck von Hardenbergs Nachlaß in Berlin anfängt (wovon ich durch
Friedrich jetzt das erste Wort erfahre) so erbiete ich mich zur
Correctur, und Du kannst dieß an Unger bei Uebersendung des Mspts.
schreiben. Meine (weggerissen, wahrscheinlich: Begegnung) mit ihm
steht dabey gar nicht im Wege, ich habe seitdem schon viel in seiner
Druckerey corrigirt.
Den 8ten Band des Shakspeare erhältst Du von Berlin aus, er ist fertig,
aber ich habe ihn nicht hieher bekommen.
Schreib doch von dem Fortschritt Deiner sonstigen Arbeiten, ich erwarte
mit Sehnsucht wieder etwas von Dir. Was ich nunmehr fertig gemacht,
verspare ich auf unser nächstes Wiedersehen, welches uns ja hoffentlich
bald erfreuen wird. Ich denke den Winter auch sehr fleißig zu seyn.
Dein Bruder ist seit beynah einer Woche wieder bey mir, er benutzt die
Zeit hier allerley zu arbeiten, während in Weimar die Form zu seinem
Goethe verfertigt wird.
Lebe recht wohl und gesund. Ich grüße aufs herzlichste Deine liebe
Frau, und meine Schwester und ihren Mann. Schreibe bald nach Berlin und
addressire bey Bernhardi, Du wirst auch nächstens wieder von mir hören.