II.

_Breslau_, am 28t. Oktober 1826.

_Verehrtester Freund!_

Ueberbringerin dieser Zeilen ist _Madame Brunner_, die bei dem

hiesigen Theater ein paar Jahre hindurch das Fach einer Bravoursängerin

mit vielem und anhaltendem Beifall ausgefüllt hat. Es ist ihr Wunsch,

wo möglich in Dresden zu einigen Gastrollen zu gelangen und daß Sie

die Güte haben, für dieses Wunsches Erfüllung, so viel Sie vermögen,

beizutragen, ist der Zweck dieser ~lettera~ -- oder vielmehr

~letterinellina~ -- ~di raccommandazione~, um welche die

Künstlerin, die auch eine Virtuosin auf der Geige ist, mich ersucht

hat. Doch bedarf ich’s leider! wohl eigentlich selbst Ihnen empfohlen

zu sein!

Briefe an Ludwig Tieck (3/4) Dritter Band · 第 174 / 309 题