Zuckerrohr 69, 81, 110
Zugluft 39
Zutphen (Insel) 16
Zygaena malleus 54
Inhaltsverzeichniss
des 1. Bandes »Borneo« von Breitenstein, 21 Jahre in Indien.
Mit 9 Illustrationen. Preis: brosch. 5 Mk. 50 Pfg., geb. 6 Mk. 50 Pfg.
=1. Capitel.= Rassen auf Borneo: Olo-Ott, Dajaker u. s. w. --
Reise von Surabaya nach Bandjermasing -- Insel Madura und Bawean --
Dussonfluss -- Mosquitos -- Oedipussage auf Borneo -- Danaus = Seen --
Antassan -- Rother Hund (eine Hautkrankheit).
=2. Capitel.= Pesanggrâhan = Passantenhaus -- Ausflug nach der
Affeninsel -- Aberglaube der Eingeborenen -- Reise nach Teweh -- Ein
chinesisches Schiff im Innern Borneos -- Trinkwasser in Indien -- Eis
-- Mineralwässer.
=3. Capitel.= Amethysten-Verein -- Alcohol -- Gandruwo, eine
Spukgeschichte -- Polypragmasie der jungen Aerzte -- Verpflegung
in einem Fort -- Unselbständigkeit der Militärärzte -- Malaiische
Sprache -- Vergiftung mit Chloralhydrat und Arsenik -- Krankenwärter
und Sträflinge -- Amoklaufen -- Erste Praxis unter den Dajakern --
Schwanzmenschen.
=4. Capitel.= Fischschuppen-Krankheit -- Tigerschlange --
Schlangenbeschwörer -- Gibbon -- Kentering -- Beri-Beri -- Simulanten
beim Militär -- Mohamedanisches Neujahr -- Tochter von Mangkosari --
Kopfjagd -- Pfeilgift -- Genesungsfest -- Gesundes Essen -- Früchte
-- Indische Haustoilette -- Wüthende Haushälterin -- Dysenterie --
Gewissenlose Beamte -- Missionäre.
=5. Capitel.= Fort Buntok -- Orang-Utan -- Operationen --
Prostitué bei den Affen -- Darwinisten -- Indische Häuser --
Möbelfabrikanten -- Französische Mode -- Gefährliche Obstbäume --
Einrichtung der Häuser -- Dajakische Häuser -- Götzenbilder -- Tuwak
oder Palmwein -- Wittwenstand der Dajaker -- Opfern der Sclaven --
Todtenfest.
=6. Capitel.= Ameisen und Termiten in den Wohnungen -- Verderben
der Speisevorräthe -- Milch-Ernährung der Säuglinge -- Aborte -- Tjebok
-- Transpiration in den Tropen -- Baden -- Siram = Schiffsbad --
Antimilitärischer Geist der Holländer -- Das Ausmorden der Bemannung
des Kriegsschiffes „Onrust“, von den Dajakern erzählt.
=7. Capitel.= Acclimatisation -- Sport in Indien -- Sonnenstich
-- Prophylaxis gegen Sonnenstich -- Alcoholica -- Bier -- Schwarzer
Hund -- Mortalität beim Militär im Gebirge und in der Ebene -- Klima
-- Statistik -- Erröthen der Eingeborenen -- Geringschätzung der
„Indischen“ -- Fluor albus, Menstruation -- Gesundheitslappen --
Erziehung der Mädchen -- Indische Venus -- Indischer Don Juan.
=8. Capitel.= Urbewohner von Borneo -- Eisengewinnung bei den
Dajakern -- Eisenbahn auf Borneo -- Landbaucolonien -- Jagd in
Borneo -- Im Urwalde verirrt -- Wilde Büffel -- Medicin auf Borneo
-- Aetiologie bei den Dajakern -- Taufe bei den Dajakern -- Dukon --
Doctor djawa.
=9. Capitel.= Kriegsspiele der Dajaker -- Angriff auf einen
Dampfer -- Hebammen -- Frauen-Doctor -- Europäische Aerzte --
Gerichtsärzte -- Stadtärzte -- Civilärzte -- Furunculosis -- Aerztliche
Commissionen -- Vaccinateurs.
=10. Capitel.= Geographie von Borneo -- Reise des dänischen
Gelehrten Dr. Bock -- Besteigung des Berges Kinibalu -- Die Syphilis in
Indien -- Beschneidung.
=11. Capitel.= Das „Liebesleben“ bei den Waldmenschen, Dajakern,
Malayen und Europäern -- Aphrodisiaca.
=12. Capitel.= Abreise von Borneo -- Tod meiner zwei Hausfreunde
durch Leberabscesse -- Bandjermasing nach 100 Jahren.
=Anhang.= Geschichte des Süd-Ostens von Borneo.
=Sach- und Namen-Register.=
Inhaltsverzeichniss
des 2. Bandes »Java« von Breitenstein, 21 Jahre in Indien.
Mit 30 Illustrationen. Preis: brosch. 8 Mk. 50 Pfg., geb. 10 Mk.
=1. Capitel.= Meine erste Seereise -- Meeresleuchten --
Seekrankheit -- Amor auf dem Schiffe -- Gepäcktag -- Serenade auf dem
Schiffe -- Deckpassagiere -- Die „tausend Inseln“ -- Ankunft im alten
Batavia -- „Mutter“ Spandermann -- Indische Hôtels.
=2. Capitel.= Weltevreden -- Empfang beim Armee-Commandanten --
Ein Corso auf dem Waterlooplatze -- Gigerl und Modedame in Weltevreden
-- Der grösste Platz der Welt (?) -- Malayisches Winken -- Ein Handkuss
-- Ein Abenteuer auf hoher See -- Dos-à-dos und Deeleman -- Altstadt
-- Kunst und Wissenschaft in Indien -- Wissenschaftliche Vereine in
Batavia -- Indische Hausirer -- Jagd auf Rhinozerosse -- Indische
Masseuse.
=3. Capitel.= Häufige Transferirungen -- Die Vorstadt Simpang
-- Die ersten eingeborenen Patienten -- Ein Danaergeschenk -- Die
„Stadt“ Surabaya -- Das Mittagsschläfchen -- Eine Nonna -- Eine
Abendunterhaltung -- Die Beri-Beri-Krankheit -- Indische Militärärzte
-- Die Insel Bavean und Madura -- Residenties Madura und Surabaya.
=4. Capitel.= Reise nach Bantam -- Malayischer Kutscher -- Max
Havelaar -- Fieberepidemie in der Provinz Bantam -- Krankenwärter
mit einem Taggeld von 20 fl. (!) -- Eine Stute als Reitpferd -- Der
Königstiger -- Javanische Pferde -- Elend während einer Fieberepidemie
-- Auf dem Kreuzwege -- Heiden auf Java -- Begegnung mit einem
Königstiger -- Behandlung der Fussgeschwüre durch die Eingeborenen --
Drohende Hungersnoth in Bantam -- Aussterben der Büffel -- Dreimal in
Lebensgefahr -- Ein ungefährlicher Spaziergang im Regen.
=5. Capitel.= Fleischspeisen auf Java -- Deng-deng --
Vergiftungsfälle -- Bediente -- Malaria -- Geographie von Bantam.
=6. Capitel.= Nach Buitenzorg -- Der Berg Salak -- Das Schloss
des Gouverneur-General -- Ein weltberühmter botanischer Garten --
Batu-tulis = beschriebener Stein -- Ein gefährlicher Kutscher -- Die
Preanger-Provinz -- Warme Quellen -- Sanatorien -- Indische Gewürze
-- Ein reicher Beamter -- Das Tanzen (Tandak) der Javanen -- Wâjang
orang = Theater -- Wâjang tjina = Chinesisches Theater -- Wâjang
Kulit = Schattenbilder -- Spiele der Javanen -- Eine Theeplantage
-- Bambus-Wunden -- Eine langweilige, aber einträgliche Garnison --
Einfluss der „reinen Bergluft“ -- Europäische Gemüse auf Java --
Ein javanischer Fürst verheirathet mit einer europäischen Dame --
Malayische Gedichte (Panton) -- Mischrassen -- Ein ausgestorbener
Krater.
=7. Capitel.= Museum und botanischer Garten in Batavia --
Reise nach Ngawie -- Sandhose -- „Kykdag“ einer Auction -- Auction
-- Venduaccepte -- Geographie der Provinz Madiun -- Vier Chefs --
Stockschläge in der Armee -- Lepra auf den Inseln des indischen
Archipels -- Prophylaxis der Lepra -- Eine Sylvesternacht auf Java --
Eine unangenehme Fahrt -- Ein Neujahrstag in Solo -- Eine Deputation
am Hofe zu Djocja -- Die Stadt Solo -- Der Aufschwung der Insel
Java -- Das Militärspital in Ngawie -- Ein Spital ohne Apotheker
-- Choleraphobie -- Meine Conduiteliste -- Cholera in Indien --
Entstehungsursache der Cholera in Indien -- Prophylaxis der Cholera in
Indien -- Reisfelder.
=8. Capitel.= Die Schiefertafel („Leitje“) -- Die Wege der Fama --
Lesegesellschaft -- Ein humoristischer Landesgerichtsrath -- Abreise
von Ngawie -- Ambarawa -- Nepotismus in der Armee -- In drei Tagen
zweimal transferirt -- Vorschuss auf den Gehalt -- Die Provinz Bageléen
-- Essbare Vogelnester -- In Tjilatjap -- Polizeisoldaten -- Beamte
-- Sehenswürdigkeiten von Tjilatjap -- Officiere in Civilkleidung
-- Eingeborene Beamte -- Gehalt eines Regimentsarztes -- An Malaria
erkrankt -- Djocja -- Der Tempel Brambánan -- Die „Tausend Tempel“ --
Wieder nach Ngawie -- Spitalbehandlung der Officiere -- Reibereien in
kleinen Städten -- Die Provinz Surakarta -- Der Kaffeebaum -- Ein Roman
auf dem Vulcane „Lawu“.
=9. Capitel.= Die Provinz Kedú -- Der Berg Tidar -- In Magelang --
Auf dem Pâsar (= Markt) -- Javanische Schönheitsmittel -- Haustoilette
der europäischen Damen -- Mein „Haus“ -- Empfangsabende -- Magelang --
Opiumrauchen -- Die Chinesen auf Java -- Die gerichtliche Medicin der
Chinesen -- Ein zu grosses Militärspital -- Die Königin von Siam in
Magelang -- Ein Oberstabsarzt „gestellt“ -- Nachtheile der Pavillons
aus Bambus -- Organisation des Rechtswesens -- Zum Theaterdirector
gewählt -- Die Journalistik Indiens.
=10. Capitel.= Der Buru Budur -- Magelang während des Krieges mit
Lombok -- Soldatenfreunde -- Die Religionen auf Java -- Schulen für die
Javanen -- Die Dysenterie -- Leberabscesse -- Eine Expedition in den
Tropen -- Nochmals von Dienstboten -- „Der Garten von Java“.
=Schluss.= Abreise von Magelang -- Semárang -- „Schuttery“ -- Die
chinesische Behandlung der Diphtheritis -- Das ewige Feuer -- Salatiga
-- Abschied von Semárang.
=Anhang.= Die Ansiedelungen der Europäer auf der Insel Java.
=Sach- und Namen-Register.=
Druck von +H. Klöppel+, Quedlinburg.
Fußnoten:
[1] Nach Zeichnungen in dem classischen Werke „de Atjehers“ von dem
berühmten holländischen Gelehrten Snouck Hurgronje.
[2] Der Name „Sumatra“ soll zuerst von den Arabern im 12. Jahrhundert
dieser Insel gegeben worden sein. Eine arabische Barke landete nämlich
in diesem Jahrhundert an der nordöstlichen Küste, in der Nähe des
Diamantencaps an der Mündung des Flüsschens „Djambu-Ajer“;, und fand
landeinwärts einen Kampong, welchen die Eingeborenen Samudra nannten;
die arabischen Seeleute veränderten diesen Namen in Schamatra und
übertrugen ihn auf die ganze Insel. Jede andere Erklärung dieses
Wortes wird, wenn man sie von den Eingeborenen abstammen lässt, gewiss
unrichtig sein; in der Beschränktheit ihres geographischen Wissens
und ihres socialen Lebens kennen die Eingeborenen nur den Namen ihres
Kampongs, ihres Stammes und ihrer Nachbarn.
[3] Zur Zeit des zweiten Ausbruches des Krakatau lebte ich an der
Ostküste von Sumatra, und ich kann daher aus Autopsie von diesem
schaurigen Ereignisse nichts mittheilen. Mein Nachfolger in Telók
Betóng theilte mir im Jahre 1884 einige Details aus diesem Drama
mit, während der Ingenieur R. D. M. Verbeek die zweite Quelle ist,
welcher ich folgende historische und geologische Einzelheiten
verdanke. Im Jahre 1680 hat der Krakatau in gleicher Weise gewüthet;
seit dieser Zeit war er nur der Mittelpunkt zahlreicher Erdbeben.
Im Mai 1883 erfüllten fürchterliche Detonationen die Luft, welche
bis Palembang einerseits und Benkulen anderseits, also ungefähr 270
km weit gehört wurden. Ich selbst befand mich damals als Patient im
Spitale zu Weltevreden. Vis-à-vis der Officiersabtheilung standen
damals die Bureaux des Spitalchefs und des Verwalters. Wenn der Herr
Verbeek mittheilt, dass an diesem Tage kein Erdbeben stattgefunden
habe und dass es nur starke Luftschwingungen gewesen seien, welche
die Explosion im Mai begleiteten, dann verstehe ich nicht, warum das
erwähnte Gebäude mit den Bureaux, wie ich es mit eigenen Augen sah,
pendelartige Bewegungen machte und gleichzeitig in Pasuruan, 831 km
vom Krakatau entfernt, Sprünge in Mauern entstanden. Ich sah aber
auch Fensterblenden sich hin- und herbewegen und brachte sie mit den
Detonationen in Verbindung. Ob Luftschwingungen allein so stark sein
können, dass solche Erscheinungen auftreten, weiss ich nicht. Ich
selbst sah damals den Stoff der Fensterblenden wellenartig sich hin-
und herbewegen; beim Ausbruch des Krakatau im August desselben Jahres
wurde die Detonation bis nach Ceylon, der Westküste von Australien
und bis nach Manilla fortgepflanzt; das sind allerdings Entfernungen,
welche gewaltige, bis jetzt kaum bekannte Luftschwingungen voraussetzen
lassen. -- (Den 10. October fand wiederum ein kleiner Ausbruch statt,
ohne dass er allgemein bekannt wurde.) Aber auch die Wogen erreichten
schaurige Dimensionen. Bei Telók Betóng stiegen die Wellen 22 Meter und
bei der Insel „Quer in den Weg“ 35 Meter hoch und pflanzten sich bis
Ceylon, Aden, ja selbst bis Frankreich fort!
Bis zum 27. August 1883 bestand die Insel resp. der Berg Krakatau aus
drei Spitzen, von welchen der Perbuwatan und Danan an diesem Tage in
die Tiefen des Erdspaltes sanken, während vom Rakata nur noch eine
steile Wand von 800 Meter erhalten blieb. 35000 Menschen fielen damals
dem wüthenden Elemente zum Opfer.
[4] Siehe das betreffende Capitel.
[5] Auch die seit einigen Jahren bestehende „Lampong Cultuur
Maatschappy“ wurde im April 1902 fallirt erklärt, konnte jedoch die
Annullirung der Fallissements rechtzeitig anstreben.
[6] Gegenwärtig wird die Provinz in sechs „Abtheilungen“ eingetheilt
mit je einem „Controleur“ zum Vorstande; sie ist 533.3 ☐Meilen gross
und hatte (in 1897) 137501 Einwohner, also 258 auf die ☐Meile. Darunter
befanden sich 178 Europäer, 602 Chinesen und 66 Araber.
[7] Diese Dampfer sind auch gegenwärtig nicht verpflichtet, einen Arzt
an Bord zu haben; von und nach Europa darf jedoch kein Schiff abreisen,
ohne durch einen diplomirten Doctor zu jeder Zeit ärztliche Hülfe den
Passagieren bieten zu können.
[8] Vide II. Theil, Seite 181.
[9] = Ziekenzaal 2. Klasse.
[10] Vide I. Theil, Seite 97.
[11] Der Controleur B., welcher sich vor dem Lavastrom flüchten wollte
und sein Kind auf dem Arm trug, erlitt ausgebreitete Brandwunden.
[12] Bei 4° 20′ s. B.
[13] Gegenwärtig tritt die holländische Regierung diesem einträglichen
Geschäfte der Häuptlinge (= Demang) entgegen, weil die Ausgaben für den
Titel und die damit verbundenen Feste oft den Candidaten zu ruiniren
drohen.
[14] Seit einigen Jahren ist es den „Fremdlingen“ wenn auch nicht
unmöglich, so doch so schwierig gemacht worden, den Officiersrang zu
erlangen, dass bei meinem Abschiede aus dem indischen Dienste die Zahl
der „fremden“ Officiere auf ein Minimum gesunken war.
[15] Vide II. Band, Seite 205.
[16] Die indische Katze ist durch die eigenthümliche Form der
Schwanzspitze charakterisirt. Der Schwanz endigt nämlich in einem
Knoten und besitzt weniger Wirbel als die gewöhnliche, über die ganze
Welt verbreitete Hauskatze.
[17] In den Tropen sind Bücher+schränke+ die besten Bewahrorte für
Bücher. In Bücher+kästen+ häufen sich sehr leicht Schimmel und der
Bücherwurm an; Luft und Licht sind in Indien auch für Bücher die besten
Conservirungsmittel. Die Schränke müssen aber frei stehen, d. h. nicht
gegen die Mauer lehnen.
[18] Die ambonesischen Soldaten sind Christen und beziehen als solche
ebenfalls Schuhe.
[19] Nur sehr selten wird man bei den Europäern so schön geformte Füsse
finden als z. B. bei den malaiischen Frauen, welche weder Schuhe noch
Sandalen tragen.
[20] Vide I. Theil, Seite 20.
[21] Bei den Battakern (im Osten Sumatras) werden die Hunde gemästet
und als Schlachtvieh auf den Markt gebracht.
[22] Als ich im Jahre 1884 mit Urlaub nach Europa ging, begegnete
ich ihm in Wien und er theilte mir so manche Scenen aus der
Schreckenszeit des 26. und 27. August 1883 mit. Das Erdbeben, das
Seebeben, der Aschenregen, die Lavamassen, die Finsterniss und die
viele Meter hohen Sturzwellen der See erschütterten Mark und Bein der
muthigsten Männer. Sein Haus stand in der Ebene gegenüber dem des
Landescommandirenden; in der Veranda befand sich die Compagniecassa,
in welcher (reglementswidrig) 1000 fl. des Dr. X. zur Bewahrung sich
befanden. Das Seebeben kam so plötzlich und so unvermittelt, die vom
Sturm gepeitschten Wellen stürzten so schnell und so unerwartet über
die Dächer der Häuser hinweg, welche am Strande standen, auf die grosse
Strasse, dass Alle in wilder Flucht auf den Hügel eilten, auf welchem
das Haus des Residenten und das Fort sich befanden. Weder Dr. X. noch
Hauptmann Y. hatten Zeit, den Inhalt der eisernen Cassa mitzunehmen,
welche in den Mauern des Hauses befestigt war. Leider gab Hauptmann Y.
zwei Soldaten den Befehl, bei der Compagniecassa Wache zu halten. Sie
wurden von den stürmenden Wogen verschlungen und blieben die einzigen
Verluste der Garnison.
[23] Vide Band I, Seite 168.
[24] Die Insel Sumatra ist 6735 ☐m gross und hat 3,171,893 (?)
Einwohner (im Jahr 1897); ihre grösste Länge beträgt ungefähr 1710 km
und ihre grösste Breite 430 km.
[25] Die Hühner wurden schon 1000 Jahre a. c. in China gezähmt im Hause
gehalten. Auf Sumatra giebt es noch drei Sorten wilde Hühner: Ajam
Rimbu, Ajam utan und Ajam Beruga.
[26] Vide Band I, Seite 68.
[27] Besonders in ihrem „Hochzeitskleide“.
[28] In der mir zugänglichen Literatur fand ich nur von der Provinz
„Riouw und Vasallenstaaten“ eine ausführliche Beschreibung der in
dieser Provinz sich befindenden Thiere höherer Ordnung. Es ist
zu wünschen, dass sich bald Männer finden, welche nicht nur die
Thiere höherer Ordnung in allen übrigen Provinzen der Insel Sumatra
mittheilen, sondern sich auch mit der ganzen Fauna ausführlich
beschäftigen.
In und bei dieser Provinz wurden nach oben angedeuteten
Berichterstattern folgende Thiere gesehen:
Seekuh, Delphin, wildes Schwein, Stachelschwein, Landak, vier Sorten
Kantjil, Simia fascicularis, Lampongeraffe, Lutong (Semnopithecus
maurus), Pukang = Gespensteraffe = Stenops tardigradus, Kukang =
Lemur tardigradus, Kubang = Gallopithecus volans = fliegender Fuchs,
fliegender Hund = Pteropus edulis (wird nämlich von den Battakern
gegessen), Fledermäuse, Tanggiling = Manis javanica, Eichhörnchen,
Rehe, Hirsche z. B. Cervus muntjae und Cervus russa, Luwak = Musang
= Paradoxurus leucomystax, Eulen, Adler, Falken, Bubo minor,
Haliastur indicus und H. leucogaster u. s. w., Singvögel z. B. Turdus
mindanensis, Spatzen, Nashornvögel, Eisvögel, Krähen, Beo (Gracula
javanensis), welche gezähmt sehr schön sprechen lernen, Schwalben,
Tauben, Ranggung = Ardia typhon, Itik laut = Ana coromandeliana,
Pelikane; Krokodile, Leguane, Eidechsen, Schildkröten, Schlangen,
Frösche z. B. Katak = Rana tigrina, Kodok = Bufo melonasticus,
Fische, Krebse, Garneelen, Scorpionen, Tausendfüssler, Schnecken,
von denen bereits 300 Sorten in Indien bekannt sind (die auf Sumatra
lebenden Schnecken sind mit jenen Hinter-Indiens verwandt), Käfer und
Schmetterlinge.
[29] Seit einigen Jahren befinden sich im Westen dieser Provinz bereits
zwei europäische Actien-Gesellschaften unter dem Namen Redjang Lembong
und Lembong soelit (oe = u), welche ausschliesslich die Gewinnung des
Goldes in ihr Programm aufgenommen haben.
[30] Im Norden Sumatras soll der Berg Luseh 3700 m hoch sein, also um
10 m den Indrapura überragen, welcher an der südwestlichen Grenze der
Provinz Palembang sich befindet.
[31] Sowohl die freien als auch die abhängigen Nationen (Fig. 3),
welche den Fuss dieser grossen Gebirgskette bewohnen, mögen sie Heiden
oder Mohamedaner sein, betrachten sich als Urbewohner des Landes
oder wenigstens als Stammverwandte mit jenen Nomadenvölkern, welche
in den höher gelegenen Theilen des Gebirges wohnen und noch kein
staatliches Leben kennen. Unter den Namen Orang (Mensch) Kubu, O. Lubu,
O. Utan und O. Rawa (= Sumpf) sollen im Urwalde des Barisangebirges
Menschen vorkommen, welche nur in Familien beisammenleben, nur den
jeweiligen Vater als Oberhaupt anerkennen, sich von den Früchten
des Urwaldes nähren, keine feste Wohnung haben, den Gebrauch des
Feuers kennen und nur mit einem Gürtel aus Baumbast bekleidet sind.
Zwischen diesen Menschen, welche gewissermaassen die erste Stufe der
menschlichen Civilisation einnehmen, und den Europäern, welche an der
Ostküste zerstreut im Innern dieser Provinz leben, wohnen zahlreiche
Nationen, welche uns gewissermaassen ein Gesammtbild der Entwicklung
des gesellschaftlichen Lebens bieten, wie sie in Europa im Laufe der
Jahrhunderte successive die jetzige Höhe erreicht hat. Ja noch mehr.
Das Studium der Sitten und Gebräuche der primitiven Bewohner des
Barisangebirges auf Sumatra wird uns per analogiam eine Einsicht in das
Leben der Urbewohner Europas erleichtern, wenn nicht sogar ermöglichen.
[32] Die „Residentie“ Palembang ist 2526.7 ☐m gross und hat ungefähr
618000 Einwohner, worunter sich nach den Mittheilungen des Departements
von Colonien im Jahre 1897 373 Europäer, 6451 Chinesen und 1876 Araber
befanden.
[33] Vide „Java“, Seite 124 ff.
[34] Auch in den Tropen gebrauchen die Engländer nur Thermometer mit
der Scala von Fahrenheit.
[35] Vide II. Band.
[36] Diese Provinz ist 770.4 ☐Meilen gross und hat ungefähr 110000
Einwohner mit 180 Europäern, 22218 Chinesen und 10 Arabern. (Vide
Jahresbericht vom Ministerium der Colonien des Jahres 1897.)
[37] Der Stamm der Kwantaner hatte z. B. bis zum 10. Februar 1821 einen
Sultan an der Spitze des Volkes.
[38] Oft trat die Vermuthung in mir auf, ob in diesem Falle nicht
ein „Heufieber“ vorliege (= Sommerkatarrh = Bostock’scher Katarrh).
Leider habe ich niemals das Secret der Nasenschleimhaut auf Pollen
der zahlreichen Gräsersorten untersucht, welche ja in den Tropen das
ganze Jahr hindurch und überall üppig gedeihen. Vielleicht ist diese
Mittheilung hinreichend, jemand Andern zu dieser Arbeit anzuregen.
Niemals und nirgends litt ich so viel an Schnupfen als die letzten
Jahre meines Aufenthaltes auf Java, und es ist mir ein wahres
Vergnügen, der „Erkältung“, welche die moderne Hygiene gern in die
Rumpelkammer veralteter Theorien werfen möchte, eine Ehrenrettung
schreiben zu können. Ohne dass ich jemals das Secret der Nase
bacteriologisch untersucht hatte, welches beim Niesen in reichlicher
Menge abgesondert wird, wage ich die Behauptung, dass diese petite
misère de la vie der Typus einer „Erkältung“ ist, und dass auch nur
die Annahme eines bacteriologischen Ursprunges kein Recht auf Bestehen
hat. Mir ist ganz gut bekannt, dass -- ich glaube, dass es Goldschmidt
in Paris nachgewiesen hat -- z. B. beim Niesen der Leprösen in einem
Radius von ± 1 Meter auf dem Boden Leprabacillen gefunden wurden; es
ist also möglich, dass man auch beim Niesen des communen Strauchens
ebenfalls Microorganismen finden wird, welche selbst culturfähig
sind und bei Impfungen dieselbe Krankheit erzeugen könnten; aber
selbst dann nicht, wenn dies bereits gelungen wäre, würde ich die
bacteriologische Entstehungsweise dieser Leiden anerkennen. Wenn ich
mich zu dieser ketzerischen Behauptung hinreissen lasse, so geschieht
es unter der Wucht der Beweiskraft der Thatsachen; immer, wenn ich
transpirirte und unvermittelt mich der Zugluft aussetzte, begann ich
zu niesen; die Secretion der Nasenschleimhaut wurde so gross, dass
ich im Laufe einiger Stunden 6-10 Sacktücher benöthigte, und wenn
ich, sei es Nachmittags oder Abends, mich zu Bett begab, hatte der
Process sein Ende erreicht. Da nebstdem nur jene Menschen so häufig
darunter leiden, welche schon Jahre lang in den Tropen geweilt haben,
also unter dem Einfluss der tropischen Wärme ein gewisses labiles
Gleichgewicht des nervösen Lebens erhalten haben, so bekommen wir ein
Krankheitsbild, das weder in seiner unermittelten Entstehungsweise,
noch in der Kürze seiner Dauer, noch in seinem sicheren Abklinken
durch die Bettwärme in den Rahmen einer Infectionskrankheit gezwängt
werden kann. Wie ich schon oben erwähnt habe, ich litt und leide auch
an Gelenkrheumatismus; bei der strengsten Beobachtung ist es mir noch
nicht gelungen -- obwohl es eine landläufige Ansicht ist -- irgend
einen Factor des Sammelbegriffes Klima zu kennen, der +unbedingt+ mir
eine Attaque veranlasst; aber das Strauchen trat immer unter oben
genannten Verhältnissen auf. Ich musste also bei dem Gelenkrheumatismus
die Möglichkeit einer bacteriellen Entstehungsweise offen halten,
während der Katarrh der Nasenschleimhaut, welcher in den Tropen viel
häufiger als in Europa die Menschen attaquirt, das reine Gepräge einer
„Erkältung“ trägt.
[39] Polonia war der Name des militärischen Etablissements in Medan,
so genannt nach dem Geburtslande des ersten Besitzers (des polnischen
Barons Michalsky) dieses Gebietes, welches ursprünglich eine
Tabaksplantage umfasste.