Chinin (~Quinine~) ½ Drachme.

Pulverisirte Catechu 1 „

Pulverisirtes Opium 15 Grane.

Mische es und mache 32 Pillen daraus. Dosis: Dreimal des Tages 1

Pille.

Ruhr (~Dysentery -- Bloody Flux~).

Dies ist eine Entzündung der Schleimhaut der großen Eingeweide.

+Symptome.+ Die Krankheit beginnt in der Regel mit Appetitlosigkeit,

Verstopfung, Frösteln, Hitze der Haut, außerordentlichem Durst &c. Hin

und wieder beginnt sie mit Diarrhöe, die Stuhlgänge sind unbedeutend

und häufig, sie sind mit Schleim vermischt und mit Blut gestreift,

beständiges Dringen und Verlangen nach Stuhl, starkem Schmerz vor und

nach jedem Stuhlgang, schmerzhaftes Grimmen des Afters, auch ~Tenesmus~

genannt.

+Ursachen.+ Plötzlicher Wechsel von heißer zu kalter Witterung, unreife

oder saure Früchte, verdorbenes Gemüse oder Fleisch, das Trinken von

kaltem Wasser, wenn man erhitzt ist.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Es sollte dem Patienten nicht erlaubt sein,

aufzubleiben, er muß sich vielmehr sehr ruhig verhalten. Als Nahrung

nehme man Mehlsuppe, gehörig gekocht, Reiswasser, Pfeilwurz (~Arrow

root~), Sago. Bei Besserwerden möge ein wenig Schöpsenfleischbrühe

erlaubt werden.

=Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Schmerz in den Eingeweiden, gallige

oder dünne, wässrige Entleerungen mit Schleim gemischt und zuweilen

mit Blut gestreift, Schmerzen im Kopf, Nacken und Schultern, Puls

stark und schnell.

~Arsenicum.~ -- Passend bei Fällen, wo die Stuhlgänge unfreiwillig

erfolgen und einen fauligen Geruch haben, da, wo der Kranke sehr

schwach ist, brennende Schmerzen in den Eingeweiden, Athem kalt. Kann

allein oder abwechselnd mit ~Carbo Vegetabilis~ gegeben werden.

~Belladonna.~ -- Wenn ~Aconitum~ keine Minderung gewährt und wenn

Trockenheit im Munde und Hals vorhanden ist, Empfindlichkeit der

Eingeweide, Zunge belegt und an der Spitze roth.

~Mercurius.~ -- Dies ist das wichtigste Mittel bei Ruhr und ist in

allen Stadien anwendbar, besonders wenn ein Drängen, als ob die

Eingeweide herauskommen wollten, vor und nach dem Stuhle, vorhanden

ist, eine Entleerung von hellem Blute, zuweilen mit Schleim gestreift

oder von einer grünlichen Masse nach starkem Drängen, hin und wieder

gleicht der Stuhl aufgeschlagenen Eiern, heftige Kolik, Uebelkeit,

Frösteln, Erschöpfung, Zittern, kalter Schweiß auf dem Gesichte,

Verschlimmerung des Schmerzes zur Nachtzeit. Kann abwechselnd mit

~Colocynth~ gegeben werden, wenn starke kneipende Kolik-Schmerzen

vorhanden sind, oder abwechselnd mit ~Aconitum~ oder ~Belladonna~,

wenn Fieber damit verbunden ist.

~Chamomilla.~ -- Zuweilen nach ~Aconitum~ entsprechend, wenn noch

Fieber mit Kopfschmerz, Uebelkeit und Durst vorhanden sind. Besonders

nützlich, wenn der Anfall durch plötzliche Schweißunterdrückung

verursacht wurde.

~Colocynthis.~ -- Bei starkem Schmerz in den Eingeweiden und die

Entleerungen mit einer grünen Masse gemischt, oder sie sind mit

Schleim und Blut gemischt. Mag abwechselnd mit ~Mercurius~ gegeben

werden.

~Podophyllin.~ -- Krampfartige Schmerzen in den Eingeweiden,

Entleerungen hell gefärbt und höchst widrig, oder schaumig und

schleimig.

~Ipecacuanha.~ -- Besonders zuträglich bei Eintreten der Krankheit

im Herbste, oder wenn der Schleim oder schleimige Stuhlgänge später

mit Blut gestreift sind. Mag mit Vortheil abwechselnd mit ~Petroleum~

gegeben werden.

~Nux Vomica.~ -- Schwache und häufige Entleerungen von blutigem

Schleim, starke Hitze, großer Durst, brennender, schneidender Schmerz

in der Gegend des Nabels. Kann abwechselnd mit ~Opium~ gegeben werden.

~Sulphur.~ -- Vortheilhaft gegen hartnäckige Fälle, gelegentlich eine

Dosis.

+Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll

Wasser und gebe alle halbe, ganze oder zwei Stunden, der Strenge der

Symptome angemessen, einen Theelöffel voll. Bessert sich der Kranke,

so gebe man die Dosen in größeren Zwischenräumen. Bei chronischer

Ruhr ist eine Dosis des betreffenden Mittels dreimal des Tages

hinreichend.

=Allöopathisch.= Bei gelinden Fällen gebe man einen Theelöffel voll

Castoröl und zwei Theelöffel voll Paregoricum (~Paregoric~) einmal

des Tages; oder eine Dosis Castoröl mit 10 oder 15 Tropfen Laudanum,

wenn das Mittel zu Anfang gegeben wird. Leinsamen oder schlüpfriger

Ulmen- (~Slippery elm~) Thee kann als Getränk verwendet werden. Bei

Schmerz in den Eingeweiden gebe ein Senfpflaster. Einspritzungen von

Stärke mit einem Theelöffel voll Laudanum werden außerordentlich

wohlthätig gefunden werden. Der zusammengesetzte Spiritus von

Rhabarber (~Rhubarb~) und Potasche (~Potassa~) ist in einigen Fällen

anwendbar und in Dosen von einem Theelöffel voll alle drei oder vier

Stunden zu geben. Folgendes möge in dem ersten Stadium gegeben werden:

~Blue Mass~ 18 Grane.

Brechwurz (~Ipecac~) 6 „

Kampher (~Camphor~) 12 „

Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: alle drei oder vier

Stunden eine Pille. Oder:

Kampher (~Camphor~) 18 Grane.

Brechwurz (~Ipecac~) 6 „

Opium 3 bis 6 „

Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: alle drei oder vier

Stunden eine Pille.

Bei chronischer Ruhr gebe man folgendes:

Orangenschalen-Syrup 1 Unze.

Essigsaures Morphium (~Acetate of morphia~) 2 Grane.

Zimmet- (~Cinnamon~) Tinktur 6 Drachmen.

Kardamon- (~Cardamon~) Tinktur 2 „

Mische es. Dosis: zwei- oder dreimal des Tages einen Theelöffel voll.

Bei chronischen Fällen von Ruhr von langer Dauer, wird folgende

Einspritzung zuträglich gefunden werden:

Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 10 Grane.

Laudanum 40 Tropfen.

Leinsamenthee 4 Unzen.

Ein Aufguß von Gelbwurz (~Golden seal~) oder die Tinktur von

stachligen Eschenbeeren (~Prickly ash berries~) werden als

Einspritzungen gut gefunden werden.

=Eclectische und Kräuterkur.= Bei milden Fällen wird der unter

Diarrhöe empfohlene pulverisirte gebrannte Rhabarber (~Rhubarb~),

in Dosen von einem halben Theelöffel voll drei- oder viermal des

Tages gegeben, gut gefunden werden. Gebrannter Branntwein wird in

einigen Fällen sofortige Linderung verschaffen. Ein Theelöffel

voll Castoröl und ein und einen halben Theelöffel voll Paregoricum

(~Paregoric~) gemischt und einmal des Tages genommen, reicht zuweilen

hin. Bei starkem Schmerz in den Eingeweiden mögen heiße Bähungen

von Hopfen, oder von Hopfen und Stechapfel- (~Stramonium~) Blättern

über den schmerzhaften Theil gemacht werden. Sind die Entleerungen

häufig und schmerzhaft, so wende man Einspritzungen an von 3

Theilen Stärkewasser und einem Theil zusammengesetzter Tinktur von

Virginischer Schlangenwurzel (~Compound tincture of Virginia snake

root~) an; ungefähr eine halbe Unze sollte eingespritzt und nach

jedem Stuhlgang wiederholt werden; der Patient halte es so lange als

möglich zurück. Kann man die Tinktur nicht erhalten, so nehme man 10

bis 20 Tropfen Laudanum. Folgendes wird empfohlen:

Türkischer Rhabarber, gestoßen (~Turkey rhubarb,

bruised~) 1 Unze.

Wilde Kirschbaumrinde (~Wild cherry bark~) 2 Unzen.

Ueber-kohlensaure Soda (~Super-carbonate of soda~) 1 Unze.

Zimmet- (~Cinnamon~) Rinde 1 „

Weißer Zucker ½ Pfund.

Lasse das Ganze eine Stunde lang in ein und einem halben Pint

kochendem Wasser, dann seihe und drücke es aus. Dosis: einen Eßlöffel

voll oder weniger, dem Alter angemessen, alle halbe, ganze oder zwei

Stunden, im Verhältniß zu den Symptomen.

Folgendes wird bei einigen Fällen ausgezeichnet gefunden werden:

Reife Brombeeren (~Ripe blackberries~) 2 Quarts.

Stückzucker 1 Pint.

Cayennepfeffer (~Cayenne~) ½ Unze.

Zimmet ½ „

Gewürznelken (~Cloves~) ½ „

Allspice ½ „

Koche alles zusammen eine kurze Zeitlang; wenn kalt, seihe es durch

und füge ein Pint von ~fourth proof Brandy~ hinzu. Dosis: dem Alter

angemessen, ein Eßlöffel bis ein Weinglas voll. Zuweilen ist es gut,

durch gehöriges Zudecken des Kranken im Bette und die Darreichung von

warmen Getränken, bestehend in Leinsamen-, Balsam-, Salbei- (~Sage~)

oder Katzenmünze- (~Catnip~) Thee Schweiß hervorzurufen.

Folgendes soll beim Beginn der Ruhr helfen:

Leptandrin 10 Grane.

Morphium (~Morphia~) 1 Gran.

Mische es und mache mit Gummi Arabicum Schleim 3 Pillen daraus und

gebe alle 6 bis 12 Stunden, den Symptomen angemessen, eine Pille.

Nachstehendes ist eine gute Einspritzung, welche, nachdem die

Krankheit mehrere Tage angehalten hat, angewendet werden kann.

Aufguß von Gelbwurz (~Golden seal~) 1 Unze.

Laudanum 10 bis 20 Tropfen.

Gebrauche es als eine Einspritzung.

Innerlich zu geben wird empfohlen:

Guajak (~Guaiacum~), fein pulverisirt 5 Drachmen.

Gummi Arabicum Schleim 3 Unzen.

Gewöhnlicher Syrup 3 „

Wasser 8 „

Mische es. Dosis: alle 4 Stunden ½ Weinglas voll.

Gegen chronische Ruhr gebrauche man folgendes:

Rhabarber (~Rhubarb~) 4 Unzen.

Schlangenwurzel (~Black cohosh root~) 2 „

Wilde Kirschbaumrinde (~Wild cherry bark~) 2 „

Storchschnabel (~Geranium~) 2 „

Mische es und gieße auf diese Bestandtheile 2 Pint Branntwein und

2 Pint Wasser. Lasse die Mischung 5 bis 6 Tage stehen, schüttle es

häufig um und seihe es dann ab. Füge 4 Pint Wasser zu dem Bodensatze,

koche es bis zu 2 Pint ein, seihe es ab, füge dies der bereits früher

abgeseihten Tinktur bei und versüße das Ganze mit Stückzucker. Dosis:

jede Stunde oder alle 2 bis 3 Stunden einen Eßlöffel voll.

Cholera Morbus (Brechdurchfall).

Dies ist eine Krankheit, die gewöhnlich in den wärmeren Gegenden

vorkommt und sich durch Erbrechen, Abführen, heftiges Kneipen, Kälte

und Krämpfe der Endglieder kennzeichnet.

+Symptome.+ Der Anfall tritt ganz plötzlich mit Erbrechen und Abführen

ein, wird von starken, kneipenden Schmerzen in den Eingeweiden und im

Magen begleitet, dem große Angst folgt. Die Entleerungen der Eingeweide

bestehen in Koth und später aus einer wässerigen, galligen Masse;

jeder Entleerung gehen heftig kneipende und schneidende kolikartige

Schmerzen, besonders in der Nabelgegend voraus und begleiten dieselbe;

in den Zwischenräumen der Entleerungen ist Uebelkeit und Unbehagen des

Magens und in der Regel großer Durst vorhanden; Flüssigkeiten, sobald

sie der Patient zu sich genommen hat, werden wieder erbrochen. Wird

der Krankheit nicht rechtzeitig Einhalt gethan, so dehnen sich die

Krämpfe auf Arme und Hände aus, die Endglieder werden kalt, der Puls

wird schwach, die Gesichtsfarbe bleich, die Augen fallen ein, kalter

klebriger Schweiß bricht aus und der Tod tritt ein.

+Ursachen.+ Sonnenhitze, besonders wenn die Tage heiß und die Abende

kühl sind, plötzlicher Wechsel der Luft, ungehörige Substanzen im

Magen, wie unreife Früchte, Säuren, Hummern (~Lobsters~), Melonen,

Gurken, Jähzorn.

+Behandlung.+

=Allöopathisch.= Man mache ein großes Senfpflaster über der Gegend

des Magens und der Leber und gebrauche gleichzeitig folgende Mischung:

Ammoniak (~Ammonia~) 1 Drachme.

Magnesia 1 „

Pfeffermünz- (~Peppermint~) Wasser 4 Unzen.

Wenn die Diarrhöe sehr stark ist oder der Zustand hat schon eine

Zeitlang angehalten, füge dem Obigen noch zwei Drachmen Paregoricum

(~Paregoric~) bei. Dosis: Alle 20 Minuten einen Theelöffel voll; bei

jedesmaligem Einnehmen schüttele man die Mischung gehörig um.

Flanelle, in einer heißen Abkochung von Mohnköpfen (~Poppies~) und

Kamillenblüthen (~Chamomile flowers~) getränkt und über den Magen und

die Eingeweide gelegt, wird in einigen Fällen entsprechen.

Das aus Rhabarber (~Rhubarb~) und Potasche (~Potassa~)

zusammengesetzte Pulver kann in Dosen von einem Theelöffel voll alle

halbe Stunden, bis sich Uebelkeit und Erbrechen einstellen, gegeben

werden; ist es nothwendig, füge jeder Dosis noch 5 bis 10 Tropfen

Laudanum bei. Der Patient sollte viel und öfters warmes Wasser und

Leinsamenthee trinken, was den Magen und die Eingeweide gehörig

auswäscht. Ein Umschlag aus Gewürznelken (~Cloves~) und Zimmet, von

jedem einen Theelöffel voll, Mehl mit Branntwein angefeuchtet, einen

Eßlöffel voll, bestehend, wird in einigen Fällen dienlich gefunden

werden.

Auch entspricht zuweilen folgendes:

Morphium (~Morphine~) 1 Gran.

Doppeltkohlensaure Soda (~Bi-carbonate of soda~) 30 Grane.

Versüßte Rhabarber- (~Rhubarb~) Tinktur 1 Unze.

Mische es. Dosis: Alle halbe Stunde einen Theelöffel voll.

=Eclectische und Kräuterkur.= Ein gutes Mittel, sowohl den Magen in

Ordnung zu bringen als auch den Durchfall einzuhalten, besteht in

Gemahlenem schwarzem Pfeffer (~Ground black pepper~) 1 Eßlöffel

voll.

Tischsalz 1 „

Warmem Wasser ½ Bierglas

voll.

Cideressig ½ „

Dosis: Nimm nach einigen Minuten einen Eßlöffel voll. Rühre es um und

mische es gehörig, bis das Ganze genommen ist.

Warme Thees von Katzenmünze (~Catnip~), oder Wasserdost (~Boneset~)

mögen hin und wieder angewendet werden, um Erbrechen hervorzubringen;

nachdem das Erbrechen eine Zeitlang angehalten hat, lege man

ein großes Senfpflaster über den Magen und die Eingeweide und

gebe den zusammengesetzten Syrup von Rhabarber und Potasche

(~Compound syrup of rhubarb and potassa~) alle halbe Stunden in

Dosen von einem Eßlöffel voll. Hierauf mag in einigen Fällen

Paregoricum (~Paregoric~), Pfeffermünz- (~Peppermint~) Essenz und

Kampher-Spiritus (~Spirits of camphor~), von jedem einen Eßlöffel

voll, Rhabarber- (~Rhubarb~) Tinktur ein halbes Pint, angewendet

werden. Mische es. Dosis: Alle halbe Stunden einen Eßlöffel voll bis

Erbrechen und Durchfall aufgehört haben. Pfeffermünz- (~Peppermint~)

Thee mit ein wenig darin aufgelöstem Saleratus wird den Magen hin und

wieder beruhigen.

Füße und Arme sollten in warmem Saleratuswasser gebadet und eine

warme Bähung von Hopfen und Essig auf die Eingeweide gemacht werden.

Nachdem die Kraft der Symptome gebrochen, mag eine starke Abkochung

von gebranntem Korn mit Vortheil verwendet werden. Ebenso ist auch

eine starke Abkochung von Brombeerwurzel (~Black berry root~) mit

Gewürznelken (~Cloves~) und Zimmet (~Cinnamon~) gut. Dosis: Zwei-

oder dreimal des Tages einen Theetassenkopf voll. Auch gebrannter

Rhabarber ist ein ausgezeichnetes Mittel.

=Homöopathisch.= ~Ipecacuanha.~ -- Besonders bei heftigem Erbrechen

kann zu Anfang eines Anfalles abwechselnd mit ~Veratrum~ gegeben

werden. Wenn bei heftigem Schmerz in den Eingeweiden häufige und

schwache Entleerungen mit Drängen nach Unten stattfinden, gebe man

~Nux Vomica~ abwechselnd mit ~Ipecacuanha~.

~Arsenicum.~ -- Heftige Diarrhöe einer wässerigen, galligen,

schleimigen, grünlichen oder schwärzlichen Masse, große

Hinfälligkeit, kalte Endglieder, heftiger Durst; Zunge und Lippen

trocken, aufgesprungen, bräunlich; ein brennendes Gefühl in der

Magengrube. Kann abwechselnd mit ~Veratrum~ gegeben werden.

~Veratrum.~ -- Bei denselben Symptome wie ~Arsenicum~, verbunden

mit Wadenkrämpfen, blasse Gesichtsfarbe, große Hinfälligkeit,

Zusammenschrumpfen der Haut.

~Colocynthis.~ -- Heftige Kolik, gleichsam als ob die Eingeweide

zwischen zwei Steine eingeklemmt wären, Erbrechen einer grünlichen

Masse, krampfartiger Schmerz, Zusammenziehen der Eingeweide mit

schneidenden Schmerzen, wie von einem Messer herrührend.

~Cuprum.~ -- Wenn starke Gliederkrämpfe, Krämpfe in den Fingern und

Zehen vorhanden sind.

~China.~ -- Wenn der Anfall die Folge von Unverdaulichkeit; ebenso

gegen die Schwäche nach einem starken Anfall.

+Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen von den gewählten

Mitteln in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 10, 15 oder 30

Minuten, der Strenge des Anfalles angemessen, einen Theelöffel voll.

Wenn nach mehreren Dosen noch keine Linderung verspürt wird, wähle

man ein anderes Heilmittel. Die Zwischenräume zwischen den Dosen

sollten mit dem Besserwerden des Kranken verlängert werden. Die Kost

möge aus Stoffen wie Haferschleim bestehen und kaltes Wasser verwende

man zum Trinken. Vorsichtig müssen alle Gemüse sowie alle Stoffe, die

nicht mit dem Zustande des Magens übereinstimmen, vermieden werden.

Asiatische Cholera (~Cholera Asiatica~)

ist eine der gefährlichsten Krankheiten.

+Symptome.+ Erstes Stadium. In den ersten Anfällen treten in der Regel

Verdauungsstörungen, Kollern in den Eingeweiden, Schmerz im Kopf, den

Knien und Gelenken, Durst und leichte Diarrhöe ein. Diese Symptome

können sich mehrere Stunden oder auch einige Tage hinziehen; häufig

tritt sie aber auch urplötzlich ohne irgend welche Vorzeichen ein.

Zweites Stadium. Dieses Stadium kennzeichnet sich mehr oder weniger

durch ein beständiges Erbrechen und Abführen einer dünnen, farblosen,

dem Reiswasser ähnelnden Flüssigkeit, Krämpfe in den Beinen, die sich

bald auf den Magen und die Eingeweide erstrecken; sie sind heftig und

äußerst schmerzhaft, ziehen die Muskeln in feste Knoten zusammen und

dehnen sich schließlich auf alle Muskeln des Körpers aus. Schreitet

dieses Stadium vor, so wird die Zunge blaß und feucht, der Puls

schwach, der Athem fliegend, Beängstigung im Herzen, ein Gefühl von

innerlicher Wärme, das Leiden spiegelt sich auf dem Gesicht, großer

Durst ist vorhanden.

Das dritte Stadium oder der Höhepunkt der Krankheit kennzeichnet sich

durch große Hinfälligkeit, der Puls wird kaum fühlbar, die Haut kalt

und klebrig, das Gesicht nimmt eine tiefblaue und purpurne Farbe an,

die Augen fallen ein, Hände und Füße färben sich dunkel, ähnlich den

Händen einer Waschfrau, und haben ein teigiges, todtenartiges Gefühl,

die Stimme ist schwach, trocken und beinahe ganz verloren, Athem kurz

und mühsam, der Kranke schreit unaufhörlich nach Luft, kaltem Wasser

oder Eis, oder er liegt in einer Erstarrung, der Koth kann entweder

aufhören oder er geht ohne Wissen des Kranken ab. Der Patient mag sich

in einem solchen Zustande 1 oder 2 bis 24 Stunden befinden, aber die

Genesung eines Falles in diesem Stadium zählt zu den Seltenheiten.

+Ursachen.+ Die Ursache der Cholera ist noch immer unbekannt, wir

wissen, daß sie von einem besonderen Zustande der Luft abhängt,

welcher Zustand es aber ist, ist noch nicht ermittelt. Uebervölkerte

Plätze, niedrige, feuchte Wohnungen werden von der Seuche besonders

heimgesucht, und Personen, welche durch Unmäßigkeit oder andere

Krankheiten geschwächt sind, sowie Unreinliche und ärmlich Genährte

sind derselben vor allen Andern ausgesetzt. Das Zusichnehmen

ungehöriger Nahrung, berauschende Getränke, kalte, feuchte oder

Nachtluft, spätes Aufbleiben und Furcht mögen zu den Ursachen gezählt

werden. Letztere ist eine der häufigsten Ursachen, der tausende von

Menschenleben zum Opfer gefallen sind.

+Behandlung.+

=Homöopathisch.= Stellen sich die Anzeichen ein, so sollte sich der

Kranke sofort zu Bett begeben, gehörig zudecken und vollkommen ruhig

verhalten. Kampher ist hierbei das wichtigste Mittel und wird in

folgender Weise angewendet:

Einen Tropfen Kampher-Tinktur auf ein kleines Stück Zucker alle 2, 3

oder 5 Minuten, auch, wenn der Magen etwas annimmt, alle 15 bis 20

Minuten etwas Branntwein mit Wasser. Sobald der Kranke zu schwitzen

beginnt, verlängere man die Zwischenräume zwischen den Dosen und

lasse ihn 8 bis 10 Stunden im Schweiße. Tritt aber die Krankheit in

das zweite Stadium, stellen sich Krämpfe ein, so sollte ~Veratrum~

und ~Cuprum~ abwechselnd wie folgt gegeben werden:

Man löse 12 oder 15 Kügelchen von jedem Mittel in 4 Eßlöffel voll

Wasser und gebe alle 15 Minuten einen Theelöffel voll; sobald sich

die Symptome bessern, verlängere man die Zwischenräume.

~Arsenicum.~ -- Bei heftig brennenden Schmerzen im Magen und den

Eingeweiden, schlimmer nach Erbrechen mit krampfartigem Schmerz im

Unterleib, heftiger Durst, schwieriges Athem, Heiserkeit, schwacher,

unregelmäßiger Puls, kalte, klebrige Haut, Blausein des Gesichts

und der Lippen, Erbrechen und Abführen unmittelbar nach Essen und

Trinken sogar des Geringfügigsten. ~Arsenicum~ und ~Veratrum~ können

abwechselnd mit Erfolg gegeben werden.

~Cuprum~ -- sollte gegeben werden, wenn Erbrechen und

reiswasserartige Entleerungen stattfinden, Haut kalt und schwarzgelb,

Kolik, Augen eingefallen, Haut eingeschrumpft, Krämpfe in den Waden,

Stimmlosigkeit, kalte, klebrige Schweiße. Bei heftigem Stechen

in der Seite, großer Angst und Furcht gebe ~Cuprum~ und ~Acidum

hydrocyanicum~ abwechselnd, alle 10 bis 15 Minuten einen Theelöffel

voll.

Tritt die Krankheit in das dritte Stadium, so gebe man ~Carbo

vegetabilis~, einen Theelöffel voll alle halbe oder ganze Stunden.

Verbleibt noch ein heftiges Brennen im Magen, so gebe man ~Arsenicum~

abwechselnd mit ~Carbo vegetabilis~.

~Secale Cornutum.~ -- Besonders bei alten Personen, wenn

außerordentliche Hinfälligkeit eintritt, heftiger Durst, Zunge kalt

und trocken, eingeschrumpfte Haut.

+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Heilmittel löse 12

oder 15 Kügelchen in 6 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 5, 15,

20 oder 30 Minuten, der Strenge der Symptome angemessen, eine Dosis;

je nach Besserwerden vermindere die Zahl der Dosen. Die Hitze des

Körpers sollte durch heiße Ziegelsteine oder Flaschen mit heißem

Wasser um den Körper des Kranken gelegt, erhalten werden. Reiben

mit der Hand oder mit einem Stück Flanell wird die Wärme wieder

herstellen und zugleich die Krämpfe in den Muskeln lindern. Kleine

Stücke Eis oder Eiswasser mögen zur Stillung des starken Durstes

gegeben werden. Einspritzung von kaltem Wasser lindert zuweilen die

Kolik und die Krämpfe in den Eingeweiden.

Schutzmittel.

Als ein solches mag Kampher-Tinktur ein- oder zweimal innerhalb 24

Stunden in Tropfen-Dosen gegeben werden. Dr. Herring von Philadelphia

empfiehlt ~Sulphur~, und zwar in der Weise, daß man einen halben

Theelöffel voll Schwefelblüthe (~Flowers of sulphur~) in jeden

Strumpf schüttet und es so beständig trägt.

=Allöopathisch.= Im ersten Stadium gebe man 5 bis 10 Tropfen Laudanum

alle 3 Stunden, bis die Diarrhöe eingestellt wird. Dr. Henry

Hartshorn empfiehlt folgendes:

Chloroform ½ Drachme.

Opium-Tinktur (~Tinct. of Opium~) ½ „

Kampher-Spiritus (~Spirits of Camphor~) ½ „

Aromatischer Ammoniak-Spiritus (~Aromatic

spirits of ammonia~) ½ „

Kreosot (~Creosote~) 3 Tropfen.

Zimmetöl (~Oil of cinnamon~) 8 „

~Spirits of Gallic wine~ 2 Drachmen.

Mische und löse einen Theelöffel voll davon in einem Weinglas voll

Eiswasser auf und gebe von der Mischung alle fünf Minuten zwei

Eßlöffel voll und lasse jedesmal ein Stück Eis folgen. Ein Eßlöffel

voll Branntwein sollte jede Stunde oder alle zwei Stunden gegeben

werden.

Im zweiten Stadium möge folgendes zur Stärkung der sinkenden Kräfte

gegeben werden:

Kampher (~Camphor~) 2 Drachmen.

Chloroform 1 Drachme.

Ein Eidotter.

Mische und reibe es in einander, dann füge hinzu:

Opium-Tinktur (~Tinct. of Opium~) 1 Unze.

Aromatischer Ammoniak-Spiritus (~Aromatic spirits

of ammonia~) 1 „

Mische es. Dosis: alle Stunden einen Theelöffel voll bis Besserung

eintritt.

Im dritten Stadium empfiehlt Professor Chapman von Philadelphia die

Anwendung des Eises in Säckchen längs des Rückgrats, beharrlich

fortgesetzt. Die obige Behandlung sollte in diesem Stadium mit mehr

Kraft angewendet werden.

=Eclectische und Kräuterkur.= Im ersten Stadium wird von Dr. John

King folgendes empfohlen:

Zusammengesetzter Spiritus von Rhabarber (~Rhubarb~)

und Potasche (~Potassa~) 4 Unzen.

Stachlige Eschenbeeren-Tinktur (~Tinct. of prickly

ash berries~) 1 Unze.

Pfeffermünz- (~Peppermint~) Essenz 1 Drachme.

Paregoricum- (~Paregoric~) Elixir 4 Drachmen.

Mische es. Dosis: alle halbe Stunden einen Theelöffel voll, bis es

auf die Eingeweide wirkt, dann gebe drei- oder viermal täglich einen

Eßlöffel voll.

Folgendes wird empfohlen, wenn das vorhergehende die Diarrhöe nicht

einstellt:

Guajacaharz (~Gum Guajacum~) ¼ Unze.

Gemahlene Nelken (~Ground cloves~) ¼ „

Gemahlener Zimmet (~Ground cinnamon~) ¼ „

Branntwein 1 Pint.

Mische es. Dosis: einen Theelöffel bis einen Eßlöffel voll alle halbe

Stunden, bis die Diarrhöe aufhört.

Unser Familien-Arzt · 第 29 / 51 段