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Der Verein der Bücherfreunde hat folgende Satzungen:
1. Der Verein der Bücherfreunde bezweckt die Vereinigung aller Freunde
einer feineren litterarischen Unterhaltung und stellt sich zur Aufgabe,
seinen Mitgliedern eine Reihe hervorragender Werke der zeitgenössischen
~deutschen~ Litteratur — also keine Übersetzungen — zum billigsten
Preise zugänglich zu machen.
2. Die Mitglieder verpflichten sich zur Zahlung eines Beitrags von
vierteljährlich 3 Mark 75 Pf. (= 2 Gld. 25 Krz. oder 5 Franken),
welcher zum Beginn eines jeden Vierteljahres zu entrichten ist.
Mitglieder, welche die Bände gleich gebunden zu beziehen wünschen,
haben vierteljährlich 4 Mark 50 Pf. (= 2 Gld. 70 Krz. oder 6 Franken)
Beitrag zu zahlen. Weitere Zahlungen haben die Mitglieder keinesfalls
zu leisten. Der Beitritt verpflichtet für ein ganzes Jahr. Anmeldungen
in jeder Buchhandlung, welche auch die Veröffentlichungen vermittelt.
3. Es erscheinen im Laufe des Jahres in regelmäßigen Zwischenräumen
~sechs bis acht in sich abgeschlossene Werke~, zusammen etwa 150 Bogen
zu 16 Seiten stark. Die Veröffentlichungen bestehen zum größeren Teil
in unterhaltender –Roman, Novelle, Humor, Memoiren u. s. w. — zum
anderen Teil in allgemeinverständlich-wissenschaftlicher Litteratur:
Geschichte, Natur-, Länder- und Völkerkunde u. s. w. Die Bestimmung der
Reihenfolge der Erscheinungen und Änderungen hierin behält sich die
Geschäftsleitung vor.
4. Die Mitgliedschaft erstreckt sich stets auf ein ganzes Jahr. Der
Austritt aus der Gesellschaft muß der vermittelnden Buchhandlung
oder der Geschäftsleitung mindestens zwei Monate vor Ablauf des
Vereinsjahres angezeigt werden. Das erste Vereinsjahr beginnt mit dem
1. Oktober 1891.
5. Der Eintritt in die Gesellschaft kann jederzeit stattfinden. Die
seit Beginn des Vereinsjahres bereits erschienenen Werke werden alsdann
nachgeliefert. Auch Ausländer sowie Frauen können Mitglieder werden,
dagegen sind ~Leihbibliotheken und zu geschäftlichen Zwecken betriebene
Lesezirkel von der Mitgliedschaft ausgeschlossen~.
6. Die Veröffentlichungen des Vereins werden auch an Nichtmitglieder im
Einzelverkauf abgegeben, jedoch ~nur zum doppelten Preise~.
7. Bei genügender Beteiligung ist für später eine Verdoppelung der
jährlichen Bändezahl gegen die entsprechende Mehrzahlung in Aussicht
genommen. Jedem Mitglied wird es alsdann freistehen, sich bei dem
einfachen oder dem doppelten Cyklus zu beteiligen.
8. Die Geschäftsführung und Vertretung des Vereins liegt in den Händen
des Verlagsbuchhändlers Herrn Friedrich Pfeilstücker in Berlin.
=Berlin= und =München=, im August 1891.
Der Vorstand:
Theodor Fontane. Martin Greif. Hermann Heiberg. Otto von Leixner. Fritz
Mauthner. Alexander Baron von Roberts. Ernst von Wolzogen.
Die Geschäftsleitung:
Verlagsbuchhändler =Friedrich Pfeilstücker= in ~Berlin~, =W.=,
Bayreutherstraße 1.
Die Bücherpreise sind in Deutschland noch häufig unmäßig hohe; Länder
wie England und Frankreich sind uns in dieser Beziehung weit voraus.
Unter solchen Umständen sind die Litteraturfreunde in Deutschland
vielfach genötigt gewesen, ihren Bedarf an Büchern aus zweiter Hand
zu entlehnen, da der Ankauf der hohen Preise wegen mit zu erheblichen
Geldopfern verknüpft war.
Diesen Übelstand möchte der »Verein der Bücherfreunde« dadurch
beseitigen helfen, daß er die Veröffentlichung einer Reihe von Werken
~zeitgenössischer deutscher Schriftsteller — also keine Übersetzungen~
— aus verschiedenen Gebieten der Litteratur unternehmen und diese
Werke seinen Mitgliedern zu einem bisher in Deutschland ~unerhört
billigen Preise~ zugänglich machen wird.
Für monatlich 1 Mk. 25 Pf. wird jeder in den Stand gesetzt, sich nach
und nach eine kostbare Bibliothek von Werken unserer deutschen Autoren
— also nicht billige Übersetzungen zweifelhafter ausländischer Romane
— anzuschaffen.
Wenn es der »Verein der Bücherfreunde« wagt, Veröffentlichungen zu
einem so überraschend niedrigen Preise zu veranstalten, einem Preise,
der sogar die ~vielgerühmte Wohlfeilheit der französischen Romanbände
übertrifft~, so kann er es nur unter der Voraussetzung thun, daß
sein gemeinnütziges Vorhaben von allen Litteraturfreunden durch
Mitgliedschaft aufs regste unterstützt wird, denn es bedarf einer
großen Zahl von Freunden des Unternehmens, um dieses lebenskräftig zu
erhalten.
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Zur Veröffentlichung angenommen sind vorläufig folgende Werke:
~=Todsünden=~.
Roman von =Hermann Heiberg=.
(Bereits erschienen.)