Ein Schöpfungstag – einer jener endlos langen, unmeßbaren Zeiträume
der Erdgeschichte – ist angebrochen. Mitteleuropa schlummert noch auf
dem Grunde eines seichten Meeres der Auferstehung entgegen. Die Sonne
zieht am Himmel ihre Kreise; Stürme durchfurchen das Wasser, in dem
seltsame Lebewesen – die Urahnen unserer Fische, Schnecken, Muscheln,
Krebse, Korallen – sich ihres Daseins freuen. Moosähnliche Büschel von
Polypenkolonien wachsen auf dem dunklen Schlamm der seichteren Uferzone
oder lassen sich, mit zierlichen Schwimmblasen behaftet, von der
Strömung treiben. Aber aus den Tiefen des Erdballs droht ihnen Gefahr.
Plutos feurige Werkstatt ist nicht weit: von Zeit zu Zeit öffnen sich
ihre Schlünde; glühendflüssige Lava durchbricht den Meeresboden, läßt
das Wasser siedend aufzischen und zerspratzt dabei selbst in feinstes
Aschenpulver, bis endlich die Gesteinsschmelze sich in breitem Strom
ergießt und als »_Grünstein_« erstarrt.
[Illustration: Abb. 1 =Blick vom Kahleberg auf den Geising=