II.

Jetzt kannst du's nimmer hören,

Wenn ich mit leisem Strich

Den Bogen an die Saiten leg'

Und rufe Dich.

Jetzt kannst Du's nimmer sehen,

Wenn spät nach Mitternacht

Mein Ämplein noch bei Blatt und Stift

Im Erker wacht.

Und kannst die schönen, weißen

Theerosen, die im Garten steh'n

Und die ich noch für Dich gepflanzt,

Auch nimmer seh'n.

Und doch, wenn meine Geige

Allein noch wach im Hause ist,

Verspür' ich's oft, daß Du, mein Lieb,

Mir nahe bist.

Eleanor.

Herbstabende erinnern mich an Dich --

Die Wälder liegen schwarz, der Tag verblich

Am Hügelrand in roten Gloriolen.

In einem nahen Hofe weint ein Kind;

Mit späten Schritten geht durch's Holz der Wind,

Die letzten Blätter einzuholen.

Dann steigt, des trüben Anblicks lang gewohnt,

Einsam empor der ernste Sichelmond

Mit halbem Licht aus unbekannten Ländern.

Er wandelt kühl gleichgültig seinen Weg,

Sein Licht umgiebt Wald, Röhricht, Teich und Steg

Mit melancholisch blassen Rändern.

Auch Winters, wenn die Nächte lichtlos sind

Und Flockenspiel und ungestümer Wind

Um's Fenster geht, glaub' ich Dich oft zu schauen.

Der Flügel tönt, mit lächelnder Gewalt

Spricht mir an's Herz Dein tiefer, dunkler Alt,

Grausamste aller schönen Frauen.

Dann greift zur Lampe manchmal meine Hand.

Ihr mildes Licht fällt auf die breite Wand,

Dein dunkles Bild schaut aus dem alten Rahmen

Und kennt mich wohl und lächelt sonderbar.

Ich aber küsse Hände Dir und Haar

Und nenne flüsternd Deinen Namen.

Risse.

Ich hatte eine seltne Violine

Mit wunderbar gebräunten, blanken, starken

Wänden und lichten,

Echten, uralten Sargen.

Nur schräg im Boden, sichtbar keinem Laien,

Zog sich ein Riß und gab den edlen Tönen

Ein seltsam hartes,

Verwundetes, krankes Stöhnen.

Kräh'n können auch die Raben.

Wer klingen will,

Wer Lieder singen will,

Darf keine Risse haben.

Villalilla.

(Gabriele d'Annunzio gewidmet.)

Auf weißen Säulen weiße Büsten,

In allen Wegen Fliederduft,

Und Schwalben schwirrend in der Luft.

Auf breiten Treppen schläft die Zeit,

Von den Akazien überschneit,

Die sich auf den Terassen brüsten.

In meine Nische eng geschmiegt

Hör' ich den Fall der Aprikosen,

Ich seh im Sande sich die großen

Schatten der Säulen träg verschieben

Und weiß nicht, wo die Zeit geblieben,

Die träumend mir im Sinne liegt.

Vom fernen Dorf kommt liebesmüde

Herüber ein verwehter Tanz,

Und vor mir flirrt der Sonnenglanz

Wie damals, in verträumter Pracht,

Am Tag vor unsrer ersten Nacht,

Zur Zeit der Oleanderblüte.

Ich seh' Dein Bild in aller Pracht

Der ersten Liebe auferstehen,

Ich seh' Dich durch die Pforte gehen

Wie damals, -- mit dem scheuen Bangen,

Mit rot und weißen Kinderwangen, --

Am Tag vor unsrer ersten Nacht.

Ein müdes Plaudern der Fontänen

Wird tönend in der Stille laut,

-- Wie damals! Meine Seele baut

An Träumen jener Nächte fort

Und sehnt nach einem Liebeswort

Sich müd, und sehnt sich müd nach Thränen.

Sphinxe.

Das ist die tiefste Lebenslist:

Den Ort auf jedem Wege wissen,

Wo seine Sphinx verborgen ist.

Ich fand im Leben keinen Tag,

In dessen Tiefe grinsend nicht

Das zwiegestalte Scheusal lag.

Ich bin ihr oft vorbeigegangen

Und sah den grünen Hungerblick

An meinen Schritten gierig hangen.

Ich schritt vorbei und grüßte sie

Mit freundlich bösen Kenneraugen:

Noch immer munter, gutes Vieh?

Sie kennt nun lang schon mein Gesicht

Und folgt mir mit mürrischen Tigerblicken,

Aber die Krallen zeigt sie nicht.

Bahnhofstück.

Auf einer Reise, heiß und matt,

Saß ich im überfüllten Wagen,

Ein altes, breites Zeitungsblatt

In beiden Händen aufgeschlagen.

Der Zug hielt an. Ich schaute auch

Wie andre müßig durch die Scheiben,

Sah Hüte, Schleier, halb im Rauch

Mir fensterlang vorübertreiben.

Da bog aus dunklem Seidenflor

Mit feiner Stirn und blonden Haaren

Ein schöner Frauenkopf sich vor,

Den ich gesucht seit vielen Jahren.

Ich schrak empor, und meine Hand

Fuhr zitternd nach dem Fensterrahmen,

Da hört' ich im Gewühl genannt

Mit lauter Stimme ihren Namen.

Ich sah nun, den ich lang gehaßt,

Mit kühlem Gruße zu ihr treten,

Am Arm die leichte Reiselast

Und hört' ihn leise mit ihr reden.

Sie gingen weg. Der Pfiff erklang,

Ich sank zurück; ein schwerer, trüber,

Schmerzhafter Dunst in's Aug' mir drang,

Und draußen flog die Stadt vorüber.

Reich des Todes.

Die Lichter sind erloschen,

Die Nacht tritt in das Haus;

Die hellen Taggespenster

Erblassen und ziehen aus.

Vorüber ist der Becher,

Der mir Vergessen bot;

Mein Haupt ist grau, und alle,

Die ich geliebt, sind tot.

Ich hülle mich in den Purpur

Und schaue über mein Reich.

Verschneit sind Straßen und Gärten,

Der Himmel ist fahl und bleich.

Mein Haupt ist grau und schüttelt

Sein Silber in den Wind.

Ein Wächter wacht und ruft Stunden,

Die tot und vorüber sind.

Und morgen bin ich tot.

Das ist ein Denken wunderbar,

Daß dann mein Aug', so licht es war,

Erlischt, und daß mein Mund vergißt

Die tausend Küsse, die er geküßt.

Dann wird die Welt, die mich gekannt,

Mit ihrer neugierfrechen Hand

Die Hülle von meinem Leben reißen,

Wird einer dem andern klar beweisen,

Daß ich ein schlimmer Geselle war,

Ein Dichter, ein Lügner, ein eitler Narr.

Und übermorgen, wenn ich vergessen,

Wird ein andrer mit gleichem Maß gemessen.

Derweil in einer andern Welt

Ein goldner Stern vom Himmel fällt,

Und geht ein Klagen und Weinen

Um ihn, um den Einen,

Den goldenen Stern, der so früh verblich.

Und der Stern war ich.

Auch mein Mädel wird weinen.

Dann kommen die Andern singend in's Haus

Und reden's ihr aus.

Sie sitzen zusammen beim Glase Wein

Und lachen mein.

Und ihre Lippen sind warm und rot.

Morgen bin ich tot.

Armes Volk.

Blätterfall und rauher Wind

Stieben meinem Schritt entgegen,

Und ich weiß nicht, armes Kind,

Wo wir heut uns schlafen legen.

Du auch wirst einmal im Wind

Laufen müd und voll Beschwerde,

Und ich weiß nicht, armes Kind,

Ob ich dann noch leben werde.

Jugendflucht.

Der müde Sommer senkt das Haupt

Und schaut sein falbes Bild im See.

Ich wandle müde und bestaubt

Im Schatten der Allee.

Durch Pappeln geht ein zager Wind.

Der Himmel hinter mir ist rot,

Und vor mir Abendängste sind

-- Und Dämmerung -- und Tod.

Ich wandle müde und bestaubt,

Und hinter mir bleibt zögernd steh'n

Die Jugend, neigt das schöne Haupt

Und will nicht fürder mit mir geh'n.

Rat.

Nein, Junge, suche Du allein

Den Weg und laß mich weiter gehen!

Mein Weg ist weit und mühevoll

Und führt durch Dornen, Nacht und Wehen.

Geh lieber mit den Andern dort!

Der Weg ist glatt und viel betreten

Ich will in meiner Einsamkeit

Auch fürder einsam sein und beten.

Und siehst Du mich auf Bergen steh'n,

Beneid' mich nicht um meine Flügel!

Du wähnst mich hoch und himmelnah --

Ich seh', der Berg war nur ein Hügel.

Dunkle Augen.

Mein Heimweh und meine Liebe

Ist heut in dieser heißen Nacht

Süß wie ein Duft von fremden Blumen

Zu heißem Leben aufgewacht.

Mein Heimweh und meine Liebe

Und all mein Glück und Mißgeschick

Steht wie ein stummes Lied geschrieben

In Deinem dunklen Märchenblick.

Mein Heimweh und meine Liebe,

Der Welt und allen Lärm entfloh'n,

Hat sich in Deinen dunklen Augen

Erbaut einen heimlichen Königsthron.

Der Straßenkehrer.

Auf schlanken Rößlein reiten,

Den Degen an der Seiten,

In mitten der Allee,

Das wär' für mich ein köstlich Metier.

Und Handschuh flämischledern

Und einen Büschel Federn

An meinen Hut gesteckt,

Darnach das Frauensvolk die Hälse reckt.

Im Sattel voltigieren,

Paradelang charmieren

Mit Damen fein und schmal,

Und »Küß die Hand« beim Abschied am Portal.

Mit einer schönen Frauen

Aus Bogenfenstern schauen

Und nicken einen Gruß,

Wenn der Soldat uns salutieren muß.

Ich würd' ein Trinkgeld geben

Den Fegern in den Gräben

Und dächte mir dabei,

Wie übel dran doch so ein Feger sei.

Königskind.

Wenn alle Nachbarn schlafen gangen

Und alle Fenster dunkel sind,

Bin ich noch wach mit heißen Wangen,

Das heimatlose Königskind.

Dann schmück' ich mich mit Purpurträumen,

Mit Gürtel, Krone und Geschmeid,

Dann rauscht mit goldverbrämten Säumen

Um meine Knie' das Königskleid.

Und meine Seele reckt sich mächtig

In Lust und Sehnsucht, stark und bleich,

Und schafft sich stumm und mitternächtig

Ein mondbeglänztes Heimwehreich.

Ein Traum pocht an die Pforte mir.

Tritt ein, mein Gast! Ich bin allein

Wie jedesmal, und bin bedürftig Dein.

-- Du?! Du, Elise? -- Grüß Dich, Kind!

Wie lang, daß wir zur Plauderzeit

Nicht mehr beisammen gewesen sind!

Ich ward gewohnt der Einsamkeit;

Laß seh'n, ob ich noch plaudern kann --

Hör' an!

Weißt Du, weißt Du noch, Elise?

Verglimmend hing die Sonne noch am Wald,

Kein Mensch auf der Wiese!

Ein Birnbaum breit und wohlgestalt

Verbarg dem Himmel unsre Lust. Nur fern

Vom Berge klomm empor ein früher Stern

Ein naseweiser Abendwind

Verstohlen aus der Hecke kroch

Und lachte, lachte wie ein Kind.

Weißt Du noch?

Ja, das war eine Flitterzeit,

Alle Welt in Rosen!

Du warst so lieb,

Und kamst zur Nacht- und Tageszeit

Über mich mit Kuß und Kosen,

Hinterrücks wie ein Dieb

-- Du warst so lieb!

Und nun, mein Blondchen, sag!

An jenem heißen Sommertag

-- Ich suchte Dich mit wildem Sinn

Und lauschte lang und rief nach Dir --

Wo warst Du hin?

Nun sitzest Du wie sonst bei mir

Und machst das Herz mir weich

Und liederreich,

Und siehst mich an und schmeichelst mir

Wie damals unterm Birnenbaum . . .

War das auch nur -- ein Traum?

Sommerruhe.

Der Wind ruht in den Ästen

Und schaukelt sich müde nur,

Es klingt wie von fernen Festen

Eines Liedes schwindende Spur.

Mein Glück ist schlafen gangen

Und lachet nur halb im Traum

Mit schönen, schmalen Wangen

Und schönen Lippen kaum.

Meine Liebe legt sich nieder

In meines Liedes Schoß

Und dehnt ihre feinen Glieder

Und machet die Augen groß.

Der Verse leichte Zügel

Fallen mir aus der Hand,

Mein Lied lenkt seine Flügel

In ein grünes Schlummerland.

Eine rote Sonne liegt

In des Teiches tiefen Fluten,

Ein verirrter Falter fliegt

Über Schilf und Weidenruten.

Alles, was mein Herz verlor,

Jugendmut und Kinderfrieden,

Schlummert hier im gelben Rohr

Einsam, stumm, weltabgeschieden.

Wie ein breites Abendrot

Liegt mein Leben und mein Leiden,

Ruhig wie ein dunkles Boot

Meine Träume drüber gleiten.

Über meinen wilden Sinn

Ist ein Frieden ausgegossen;

Was ich war und was ich bin,

Ist in einen Traum zerflossen.

Komm mit!

Komm mit!

Mußt Dich aber eilen --

Sieben lange Meilen

Mach' ich mit jedem Schritt.

Hinter Wald und Hügel

Steht mein rotes Roß.

Komm mit! Ich fasse die Zügel --

Komm mit in mein rotes Schloß.

Dort wachsen blaue Bäume

Mit goldenen Äpfeln dran,

Dort träumen wir silberne Träume,

Die kein Mensch sonst träumen kann.

Dort schlummern selt'ne Genüsse,

Die noch kein Mensch genoß,

Unter Lorbeern purpurne Küsse --

-- Komm mit über Wald und Hügel!

Halt fest! Ich fasse die Zügel,

Und zitternd entführt Dich mein rotes Roß.

Angst.

Verglimmende Fackelbrände

Vermooste Stufen und Wände --

Mein Traum ging schauernd durch's Haus,

Und streckte die ängstlichen Hände

Empor und löschte die Fackeln aus.

In's Haar den welken Kranz

Gedrückt und noch im Aug' den Glanz

Gefeierter Feste, stand ich schmal

Mit herbem Mund und müd vom Tanz

Allein und wie ein Geist im Saal.

Der Traum schritt mir vorüber,

Er war so blaß wie ich, --

Ich hörte wohl, wie sein trüber

Gang durch die Halle schlich.

Und ich fürchtete mich.

Da stand der Traum und bog die Hand

Nach mir. Die Hand war kalt und schwer.

Und da er meine Rechte fand

Erklang er schrill, und schrak, und schwand,

Und war nicht mehr.

Die Halle scholl. In meinem Haar

War noch der Kranz,

In meinem Auge war

Von gefeierten Festen ein Flackerglanz.

Ich fürchtete mich -- es war so nacht!

Da ward von Händen muttersacht

Des Schlummers Pforte aufgemacht.

Mansarde.

Es war so warm. -- Die Ampel hing

An der Decke meiner Mansarde.

Du lasest aus einem Buche vor.

Ich war so krank. -- Ein Schmetterling

Flog immer wieder zur Ampel empor.

Es träumte mein Ohr und mein Auge starrte.

Es träumte mein Ohr den silbernen Laut

Italienischer Terzinen.

Mein Auge träumte: Es lehnt meine Braut

Am Geländer, von Sonne beschienen,

Und liest ^vita nuova^ mir vor.

Die Ampel ging aus. Der Schmetterling

Stieß surrend an die Gardinen.

Mein Auge an Deinem Antlitz hing.

Du warst vom Monde beschienen

Und warst so bleich. Deine Rechte sank

Vom Simse zitternd. In Deinen Mienen

Lag unser Leid. Mir drang an's Ohr

Dein Stöhnen. Ich raffte mich halb empor,

Und konnte nicht helfen. -- Ich war so krank.

»Ich habe den Fuß an jene Stelle des Lebens gesetzt, über welche keiner

hinausgehen kann, der die Absicht hat, wiederzukehren.«

Dante.

Wendet die Blicke, Fragende, wendet

Von mir das Haupt!

Wo das Leben in lichte Geheimnisse endet,

Dahin zu treten,

Dort anzubeten

Ward mir vom Liebesgotte erlaubt.

Wendet den Blick!

Suchend tastet mein Herz

Den verlorenen Pfaden nach.

Wem aller Sinne Brücke zerbrach,

Dem führet in's Leben niederwärts,

Kein Weg zurück.

Frau Gertrud.

Frau Gertrud mir am Bette stand,

Eine helle Theerose in der Hand,

Eine helle Theerose im braunen Haar.

Ihre Stimme wie ein Lächeln war

Und floß so weh und wankte so --

Sie sang ihr altes ^Long ago^!

»Fern steht Dein graues Schloß am Meer,

»Wie kamest Du nach Deutschland her?

»Wie lang doch ist's, daß Deinen Sarg

»In lauter Theerosen ich verbarg,

»Und daß ich Dich vergessen hab'!

»Wie kamst Du her aus Deinem Grab?«

Ich reicht' ihr fragend meine Hand

Und lächelte, und griff -- die Wand,

Dran weiß ein Flecken Mondes stund' . . .

-- Fernher kam zart und liebeswund

Ein schlanker, kranker Geigenstrich,

Der schluchzend in der Nacht verblich.

Und floß so weh und wankte so --

-- ^Long, long ago^!

Frühsommernacht.

Der Himmel gewittert,

Im Garten steht

Eine Linde und zittert.

Es ist schon spät.

Ein Wetterleuchten

Beschaut sich bleich

Mit großen, feuchten

Augen im Teich.

Auf schwanken Stengeln

Die Blumen steh'n,

Hören Sensendengeln

Herüberweh'n.

Der Himmel gewittert,

Schwül geht ein Hauch.

Mein Mädel zittert --

»Sag, spürst Du's auch?«

Levkoyen und Reseden.

Auf dem Tisch ein kleiner Strauß

Von Levkoyen und Reseden

Lockt mein Sinnen weit hinaus

Aus der Stadt nach fernen Beeten.

Beeten, die voll Veilchen sind,

Von Syringen überhangen;

Und ein blondes Nachbarkind

Kommt den Zaun entlang gegangen.

Nahe ist ein Brunnen laut,

Tief in seinen Mauern schäumend,

Und ein Flug im Bienenkraut.

Sonst ist alles stumm und träumend.

Aller Friede, der mir fehlt,

Den ich zwischen Städtemauern

Früh verlor im Kampf um's Geld,

Schlummert dort und macht mich trauern.

Im Scherz.

Meine Lieder stehen

Vor Deiner Thür,

Sie klopfen an und bücken sich:

Öffnest Du mir?

Meine Lieder haben

Einen seidenen Klang,

Dem Rauschen Deines Kleides gleich

Im Treppengang.

Meine Lieder tragen

Ein Düften lind,

Ganz wie in Deinem Lieblingsbeet

Der Hyazinth.

Meine Lieder kleidet

Ein schweres Rot,

Das Deinem seid'nen Kleide gleich

Knistert und loht.

Meine schönsten Lieder

Gleichen ganz Dir.

Sie steh'n an der Pforte und bücken sich:

Öffnest Du mir?

Maria.

Romantische Lieder · 第 10 / 18 题