Der Mensch muss eine Herrschaft über sich selber ausüben können,
sonst ist er kein braver und achtungswürdiger Mensch, und was er
einmal für allemal als recht erkennt, das muss er auch tun, aber
nicht einmal für allemal, sondern immer. Der russische General
Suwarow, den die Türken und Polacken, die Italiener und die
Schweizer wohl kennen, der hielt ein scharfes und strenges Kommando.
Aber was das Vornehmste war, er stellte sich unter sein eigenes
Kommando, als wenn er ein anderer und nicht der Suwarow selber wäre,
und sehr oft mussten ihm seine Adjutanten dies und jenes in seinem
eigenen Namen befehlen, was er alsdann pünktlich befolgte. Einmal
war er wütend aufgebracht über einen Soldaten, der im Dienst etwas
versehen hatte, und fing schon an ihn zu prügeln. Da fasste ein
Adjutant das Herz, dachte, er wolle dem General und dem Soldaten
einen guten Dienst erweisen, eilte herbei und sagte: "Der General
Suwarow hat befohlen, man solle sich nie vom Zorn übernehmen
lassen." Sogleich liess Suwarow nach und sagte: "Wenn's der General
befohlen hat, so muss man gehorchen."