Ende gut, alles gut. Ist nicht so zu verstehen: wenn du ein Jahr
lang in einem Hause zu bleiben hast, so führe dich 364 Tage lang
bengelhaft auf, und am 31. Dezember werde manierlich. Sondern es
gibt Leute, die manierlich sein können bis ans Ende, und wenn's
nimmer lang währt, so werden sie ungezogen, trotzig, sagen: "Ich bin
froh, dass es nimmer lang währt", und die andern denken's auch. Für
diese ist das Sprichwort.
Item, es gibt Dinge, ob sie gut oder bös sind, kann erst das Ende
lehren. Z. B. du bist krank, möchtest gern essen, was dir der Arzt
verbietet, gern auf die Gasse giessen, was du trinken musst, aber du
wirst gesund--oder du bist in der Lehre und meinst manchmal, der
Lehrherr sei wunderlich, aber du wirst durch seine Wunderlichkeit
ein geschickter Weissgerber oder Orgelmacher;--oder du bist im
Zuchthaus, der Zuchtmeister könnte dir wohl die Suppe fetter machen,
aber du wirst durch Wasser und Brot nicht nur gesättigt, sondern
auch gebessert. Dann lehrt das gute Ende, dass alles gut war.