Der Vater und der Sohn

Der Vater stellte ein Gläslein voll Arznei in die Schublade, weil er

glaubte, es sei nirgends besser verwahrt. Als aber der Sohn nach

Hause kam und die Schublade schnell aufziehn wollte, fiel das

Gläslein um und zerbrach. Da gab ihm der Vater eine zornige Ohrfeige

und sagte: "Kannst du nicht zuerst schauen, was in der Tischlade

ist, eh' du sie auftust?" Der Sohn erwiderte zwar: Nein, das könne

niemand. Aber der Vater sagte: "Den Augenblick sei still, oder du

bekommst noch eine."

Merke: Man ist nie geneigter Unrecht zu tun, als wenn man Unrecht

hat. Recht ist gut beweisen. Aber für das Unrecht braucht man schon

Ohrfeigen und Drohungen zum Beweistum.

Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes Eine Auswahl aus verschiedenen Quellen · 第 70 / 197 题