Da liegen vor mir die verschollenen Jahre,
Da man von Wald und Strom und Hörnern sang,
Da Dichter ihrer Heimat Dorf am Hang
Erträumten, drin sie Kind und selig waren.
Da seh ich Wege, hell von stillen Paaren,
Die schwärmen Arm in Arm den Wald entlang,
Da höre ich der Glocken Morgenklang
Den Geist der Andacht heimlich offenbaren.
Und alles ist wie Vers aus alten Schriften,
Wie liebe Zeilen, die man lächelnd sieht,
Wie Reime nur von Berg und Strom und Triften,
Und sind doch alles Unvergänglichkeiten!
Wie nah ist mir dein Herzschlag und dein Lied,
Mein Bruder du aus jenen sanftern Zeiten!
V
Ein einz'ges kleines Wölkchen sah ich stehen
Hoch über meiner kühlen Rast im Gras;
Das schwebte selig, wie gesponnen Glas,
Und ließ den Wind durch seine Flocken wehen.
Ich sah es weiß im ew'gen Blau sich drehen,
Das leise seinen feinen Rand zerlas,
Umschmeichelte mit seinem Übermaß,
Daß es zerfloß in sonnigem Zergehen.
Und wie als Kind erblickt' ich Bild um Bild:
Nun war es Roß, nun Krone, Zelt und Greif,
Um immer leichter, lichter, ungestillt
Ganz zu zerfließen wie in lauter Raum:
Es hob sich auf, ein blau-durchstrahlter Streif, --
Und nun war alles Bläue ohne Saum.