Ein heiterer Tag des Altweibersommers. Ich bin auf die Terrasse getreten
und schaue in den entlaubten Garten hinaus. Und ich sehe, wie auf dem mit
gelbem Laub bedeckten Wege, der zur Terrasse führt, eine alte Frau geht.
Sie ist uralt und abgerissen, ihr Gesicht ist feucht, voller Runzeln und
scheint ganz schwarz zu sein. Ich empfinde eine unheimliche Angst vor der
Alten; ich fühle, daß sie etwas Häßliches im Sinn hat. Ich laufe von der
Terrasse ins Haus, rase die Treppe hinauf und höre, daß auch sie die Treppe
hinaufläuft. Ich stürze in eines der Zimmer, sie mir nach; ich will in ein
anderes Zimmer, aber sie ist auch schon da. Ich verkrieche mich in die Ecke
des Bettes und schrumpfe ganz zusammen.
>Mein Gott!< denke ich mir, >laß das Unheil an mir vorüberziehen!<
»Warum fürchtest du mich?« höre ich die Stimme der Alten: »Ich bin doch
deine Mutter!«
»Meine Mutter sieht ganz anders aus«, sage ich ihr, denke mir aber dabei:
>Wie hat sich meine Mutter so furchtbar verändern können?<
Die Alte aber beugte sich über mich und packte mich an der Kehle. Ich
schrie auf.