In jener Nacht wälzte ich mich lange hin und her und konnte nicht
einschlafen. Bald fror es mich, bald schien es mir, daß irgendwelche Flöhe
auf mir herumhüpften. Und als endlich der Schlaf kam, befand ich mich schon
in einem anderen geräumigen Zimmer. Ich lag auf dem Rücken. Doch seltsam,
während ich so im Bett lag, sah ich zugleich ein anderes Ich liegen, das
mir aber durchaus unähnlich war.
Dieser Unähnliche, der mein Ich war, erhob sich vom Bett und ging durch
einen schmalen Korridor ins Nebenzimmer. Er sah mir wirklich nicht im
geringsten ähnlich: er war groß gewachsen, hatte ein spitzes Gesicht mit
eingefallenen Wangen und einer raubgierigen Adlernase und war mit einem
kurzen, recht abgetragenen und verschossenen Mantel aus purpurroter Seide
bekleidet; in seinen Augen brannte aber ein so glühender und stechender
Haß, daß ein einziger Blick genügte, um einen Menschen wie eine Fliege zu
Brei zu zermalmen. Er trat vor ein Bett, in dem jemand, mit dem Kopf in die
Bettdecke gehüllt, schlief, schluchzte vor wildem Haß, der seine Seele bis
an den Rand füllte, auf; ergriff mit den Fingern das Bettlaken und begann,
es unter dem Schlafenden herauszuzerren, seine Wut an dem unschuldigen
weißen Gewebe auslassend.
Meine wilde Seele war wie in einem Rausch, ich verging vor Haß.