Wir wateten lange durch den Fluß, nur unsere Köpfe ragten aus dem Wasser.
Mein vor mehreren Jahren verstorbener Freund, der immer betrunken ist und
ein rotes, aufgedunsenes Gesicht hat, geht voraus, und ich gehe ihm nach.
Er geht mit trägen Schritten, den zerzausten grauen Kopf auf die Brust
gesenkt, blickt manchmal zurück und blinzelt mir zu. Endlich erreichen wir
ein Haus und kommen, naß wie wir sind, in den Saal. Im Saale findet gerade
ein Ball statt; wir sehen viele tanzende Paare und hören lustige Musik.
Alle bleiben plötzlich stehen, alle Blicke sind auf uns gerichtet. Wir aber
sind patschnaß.
»Tanzen! Tanzen!« schreien plötzlich alle auf, die Musik schmettert von
neuem, und die Töne sind so ansteckend lustig, daß man Lust hat,
unaufhörlich, unermüdlich weiterzutanzen . . .
Ich habe aber keine Lust, noch länger durch den Fluß zu waten; ich steige
darum in den Zug und setze die Reise mit der Eisenbahn fort. Der Zug hält
auf freiem Felde. Ich trete in das Bahnwärterhäuschen und setze mich ans
Fenster.
»Sie fahren, sie fahren!« murmelte der Weichensteller im Vorbeigehen, und
im gleichen Augenblick fuhr eine Equipage vorbei. Ich sah ein junges Paar
darin sitzen; sie war im Brautkleide und er im Frack.
Sobald die Equipage mit dem Brautpaar verschwunden war, kam polternd ein
riesengroßer Leichenwagen gefahren, und im Wagen lag ein riesengroßer
Leichnam. Die Pferde liefen Galopp, auf dem Bock saß kein Kutscher, und
niemand lenkte das Gespann.
Ich sprang aus dem Bahnwärterhäuschen und ging quer über das Feld. Das Feld
war staubig, ebenso der Wind.